Robotik und Automation

Günter Herkommer,

VDMA prognostiziert sieben Prozent Wachstum

Vor dem Beginn der Messe Automatica in München hat der VDMA-Fachverband aktuelle Zahlen sowie seine Einschätzung über die kommenden Entwicklungen im Umfeld von Robotik, industrieller Bildverarbeitung sowie der Montage- und Handhabungstechnik bekannt gegeben.

© VDMA

"Die Robotik und Automation befindet sich derzeit in ausgezeichneter Verfassung. Für 2014 gehen wir von einem Zuwachs von sieben Prozent auf einen Branchenumsatz von 11,2 Milliarden Euro aus", erklärte Hans-Dieter Baumtrog, Vorsitzender des Vorstands von VDMA Robotik + Automation, anlässlich der Jahrespressekonferenz des Fachverbandes am 19. Mai in Frankfurt. Jeder neunte Roboter, der 2013 in der Welt installiert wurde, kam aus deutscher Produktion.

"Schon heute nehmen Maschinen den Menschen monotone, gesundheitsschädliche und niederwertige Arbeiten ab. Dennoch ist die menschenleere Fabrik allen Unkenrufen zum Trotz Fiktion geblieben", erklärte Baumtrog und nannte als Beispiel die deutsche Automobilindustrie. Sie beschäftigt trotz ihres extrem hohen Robotereinsatzes über 770.000 Mitarbeiter. Zwischen 2010 und 2013 stieg die Beschäftigung dort um gut sieben Prozent und erreicht weltweit mit über 1100 Robotern auf 10.000 Beschäftigte eine der höchsten Roboterdichten. "Die hohen Roboterinvestitionen der deutschen Automobilindustrie in diesem Zeitraum, im Schnitt fast 9.000 Stück pro Jahr, gehen also mit einem spürbaren Aufbau von Beschäftigung einher", betont Baumtrog.

Neben der Industrierobotik hat sich in jüngster Zeit auch die Servicerobotik enorm entwickelt. Nach Analysen der IFR sei davon auszugehen, dass zwischen 2013 und 2016 weltweit mindestens 95.000 neue professionelle Serviceroboter mit einem Wert von ca. 12,3 Milliarden Euro verkauft werden. "Dabei können unsere Mitgliedsfirmen ihre Innovationen aus der Industrierobotik in das Wachstumsfeld der professionellen Servicerobotik übertragen", sagte Baumtrog. "Diese Synergieeffekte werden die weitere Entwicklung vorantreiben."

Europa hat zum Ausbau der Robotik das größte Forschungsrahmenprogramm zur Weiterentwicklung dieser Technologie unter Horizon 2020 ins Leben gerufen. Etwa 700 Millionen Euro Fördergelder werden der europäischen Robotik in den kommenden sieben Jahren zur Verfügung gestellt. Europa repräsentiert bereits 32 Prozent des globalen Marktes für Industrierobotik und plant, diesen Anteil noch stark auszuweiten.

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