Maschinen und Anlagenbau
VDMA-Prognose 2011: Noch besser als 2010
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau wächst 2011 noch stärker als die für 2010 prognostizierten 6 %. Diese erfreuliche Produktionsprognose für die Branche gab der scheidende VDMA-Präsident Dr. Manfred Wittenstein auf der Mitgliederversammlung in München ab.
Scheidender VDMA-Präsident Dr. Manfred Wittenstein:„Die deutsche Investitionstätigkeit hat sich von Juni bis August erstaunlich schnell belebt.“
„Seit Sommer 2009 geht es mit dem Bestelleingang wieder bergauf", freute sich Wittenstein mit Verweis auf den nahezu mustergültigen V-förmigen Verlauf der Produktionsstatistik. Diese Dynamik war nicht erwartet worden und veranlasste den VDMA Mitte September die Produktionsprognose für 2010 von drei auf sechs Prozent zu verdoppeln. Für 2011 rechnet der Maschinenbau-Verband sogar mit einem Plus von 8 %.
Der Auftragseingang ist in den ersten acht Monaten 2010 um 35 Prozent gewachsen. Abgesehen vom Bestelleingang im August zeigte sich kein Tempoverlust. Im Juli 2010 lag die Kapazitätsauslastung im Schnitt bei 83 %; ein Jahr zuvor waren es gerademal 69 %.
Die Maschinenausfuhren lagen zwischen Januar und Juli 2010 bei 69,5 Milliarden Euro und damit nominal um 5,7 % (3,8 Milliarden Euro) über dem Vorjahreswert. Die deutschen Maschinenimporte lagen bei 25,4 Milliarden Euro, und damit um 7,2 % über dem Vorjahreswert. Der Anteil Europas liegt insgesamt bei rund 72 %, mit Italien als Spitzenreiter, gefolgt von der Schweiz und Frankreich. Positiv entwickelt sich auch das Inlandsgeschäft: In den letzten drei statistisch erfassten Monaten Juni bis August wuchsen die Inlandsorders um 45 %; der gesamte Auftragseingang um 52 %.
Uneinheitliche Entwicklung in den Teilbranchen
Die Entwicklung in den Teilbranchen des Maschinenbaus ist weiterhin heterogen. Auch wenn inzwischen alle Fachzweige im letzten Dreimonatsvergleich (Juni bis August 2010/2009) mit ihrem Bestelleingang im Plus liegen, sind sie von sehr unterschiedlichem Niveau aus gestartet und in ihrem Aufholprozess zudem bislang unterschiedlich weit gekommen. Die Branchen Kunststoff- und Gummimaschinen sowie Textilmaschinen marschieren beispielsweise schon wieder stramm auf ihre höchsten Auftragseingänge zu.
Auch die Hersteller von industrieller Bildverarbeitung, Montage- und Handhabungstechnik sowie Robotik werden 2010 ihre Umsätze um 14 % auf 7,1 Milliarden Euro steigern - auf das Niveau von 2005. „Wir gehen davon aus, dass unsere Branche 2011 nochmals zulegen kann, vermutlich in einer Größenordnung von 10 %", betonte Dr. Michael Wenzel, Vorsitzender des VDMA-Verbands Robotik+Automation.
Die Hersteller von industrieller Bildverarbeitung wachsen 2010 mit 18 % (auf 1,1 Milliarden Euro) am dynamischsten. Ursache sind Projekte, die 2009 auf Eis lagen, und nun realisiert werden. Bei der Montage- und Handhabungstechnik gibt es eine starke Nachfrage nach Montage-Komponenten, die sich auch schon 2010 in dem um 13 % auf 4,2 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz niederschlägt. Montageanlagen mit kompletten kundenspezifischen Fertigungslösungen folgen dann aufgrund der erforderlichen Projektlaufzeiten einige Monate später. Die Robotik profitiert von den nun auch wieder aus der Automobilindustrie eingehenden Bestellungen. Hier erwarten die VDMA-Statistiker ein Umsatzwachstum um 15 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Photovoltaik-Produktionsmittel
VDMA-Prognose: Starkes Wachstum auch in 2011
Den geplanten Kürzungen bei den Solarsubventionen zum Trotz: Die Auftragssituation der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland stellt sich laut einer VDMA-Umfrage zum Jahreswechsel 2010/2011 als hervorragend dar.
Baumaschinenindustrie spürt Aufwind
„Endlich kommen wieder Aufträge". Diese gute Nachricht vermeldete Sebastian Popp, Konjunkturexperte des VDMA-Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen, anlässlich des jährlichen Branchentreffs Ende September. Und es kommt noch besser: Die Erholung soll sich auch in 2011 fortsetzen.
Von Januar bis August 2010 legten die Baumaschinen-Orders gegenüber dem Vorjahr um 60 % zu. Aus dem Ausland kamen dabei deutlich mehr Impulse als aus dem Inland. Die Nachfrage nach Straßenbaumaschinen entwickelte sich am stärksten, gefolgt von Maschinen und Anlagen für den Hochbau und den Erdbau.
Zwar können die Umsätze mit der Entwicklung bei den Auftragseingängen noch nicht Schritt halten, liegen gegenüber dem Vorjahr aber schon wieder leicht im Plus. Anfang des Jahres hatte der Fachverband für den Baumaschinensektor ein leichtes Umsatzplus von fünf Prozent prognostiziert. "Wenn sich der derzeitige Trend fortsetzt, werden wir sogar deutlich darüber liegen", stellte Popp fest.
Laut dem Markforschungsinstitut Global Insight wird das weltweite Bauvolumen von 2009 bis 2014 um jährlich rund vier Prozent wachsen. Asien ist dabei mit einer voraussichtlichen Wachstumsrate von fast acht Prozent der Treiber, gefolgt von Südamerika. Die deutschen Exporte von Baumaschinen zogen in den ersten sieben Monaten mit Plus 16 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2009 wieder an. Hauptausfuhrland für deutsche Baumaschinen ist derzeit Frankreich vor den USA und China. Im globalen Vergleich der Exportanteile liegt Deutschland aktuell auf Platz 2 hinter den USA.











