VDMA
Produktion und Exporte rückläufig
Die Maschinenausfuhren gingen im Jahr 2024 nominal um 5,0 % auf 199,6 Mrd. Euro zurück. Das meldet der VDMA. Dies entsprach weitgehenden dem Produktionsrückgang der Maschinenbaubranche.
Im Jahr 2014 musste der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland spürbare Einbußen auf den Auslandsmärkten hinnehmen. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes betrug der Exportrückgang nominal 5,0 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden Maschinen und Anlagen im Wert von 199,6 Mrd. Euro exportiert. Preisbereinigt lagen die Maschinenexporte auf Jahressicht sogar um 7,1 % unter dem Vorjahresniveau. Dies entsprach weitgehend dem Produktionsrückgang der Maschinenbaubranche von (vorläufig) real 7,5 %.
Europa schneidet überdurchschnittlich schlecht ab
Die Exporte in die Länder der Europäischen Union sanken im Jahr 2024 nominal um 8,5 % und damit überdurchschnittlich stark. Besonders hohe Rückgänge wurden in Italien, Frankreich und Polen verbucht. Insgesamt wiesen jedoch fast alle EU-Länder negative Ergebnisse auf, mit Ausnahme von Spanien und Portugal, die leichte Zuwächse verzeichneten. Die Ausfuhren in die USA, den größten Einzelmarkt, gingen im vergangenen Jahr um 2,1 % zurück, nachdem sie bis einschließlich 2023 noch Zuwächse verzeichnen konnten. Die Exporte nach China, der Nummer zwei im Exportranking, sanken um kumuliert 4,5 %. „Der Maschinenbau sieht sich weltweit konfrontiert mit anhaltenden konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen und geopolitischen Spannungen, welche die globale Nachfrage nach Maschinen und Anlagen dämpfen. Die EU ist jetzt vor allem gefordert, einen Zollstreit mit den USA, unserem wichtigsten Handelspartner, zu verhindern. Denn ein solcher Handelskrieg würde auf beiden Seiten nur Verlierer produzieren. Außerdem muss die EU jetzt umso dringlicher das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten finalisieren und neue Abkommen aushandeln“, fordert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.
Zuwächse in Mexiko und Indien sowie im Nahen und Mittleren Osten
Allein Lateinamerikas sowie der Nahe und Mittlere Ostens sorgten für positive Ausreißer: Im Einzelnen stiegen die Exporte nach Mexiko im Jahr 2024 um 5,4 % und die Ausfuhren nach Indien legten um 2,6 % zu. Auch das Vereinigte Königreich und die Schweiz zeigten eine stabile Entwicklung, während die Exporte in den Nahen und Mittleren Osten sogar zweistellig zulegten. „Dort, wo strukturelle Reformen greifen, Investitionen in Infrastrukturprojekte getätigt oder eine zunehmende wirtschaftliche Diversifikation in Angriff genommen werden, können Maschinen- und Anlagenbauer weiterhin von wachsender Nachfrage profitieren. Daran sollte sich Europa ein Beispiel nehmen”, betont Dr. Wiechers.
Ausblick auf 2025
Anhaltende geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und strukturelle Herausforderungen belasten zwar die Maschinenexporte absehbar auch 2025 weiter. „Doch wir hoffen aufgrund erster, noch vager Anzeichen auf eine Stabilisierung und eine zaghafte Erholung der globalen Nachfrage“, sagt der VDMA-Chefvolkswirt. Chancen bieten sich insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und nachhaltige Technologien. „Die Integration von digitaler Intelligenz, technischer Brillanz und ressourcenschonender Effizienz sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und neue Märkte zu erschließen“, betont Dr. Wiechers.
Forderungen an die Politik
Um die Wettbewerbsfähigkeit der Maschinenbauindustrie zu stärken, fordert der VDMA eine verstärkte politische Unterstützung, national wie international. „Neben einer längst überfälligen Verbesserung der Rahmenbedingungen am heimischen Standort brauchen wir dringend neue Freihandelsabkommen sowie eine stärkere internationale Zusammenarbeit, um einerseits den Zugang zu internationalen Märkten zu sichern und andererseits Lieferketten zu stabilisieren. Zudem müssen die Rahmenbedingungen für Investitionen im Allgemeinen und für solche in Forschung und Entwicklung im Besonderen verbessert werden“, fordert der VDMA-Chefvolkswirt.










