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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fraunhofer IAO

Günter Herkommer,

Studie zur Mensch-Roboter-Kooperation veröffentlicht

Auf welchem Stand ist die schutzzaunlose Roboter-Technologie in der Industrie aktuell in Deutschland? Diese Frage hat das Fraunhofer IAO in der Studie "Leichtbauroboter in der manuellen Montage" untersucht.

Nach Überzeugung von ABB werden kollaborative Roboter wie der zwei­armige YuMi unter anderem Montageprozesse nachhaltig verändern.

© ABB

Die Messen der letzten Jahre waren und sind stark vom Thema Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) geprägt. Der Begriff wird verwendet, wenn Roboter in der direkten Zusammenarbeit mit dem Menschen ohne Schutzzaun im Produktionsumfeld betrieben werden. Die Arbeitsbereiche von Roboter und Arbeiter sind dann nicht mehr streng getrennt, sondern überlappen sich. Die niedrigen Einstiegspreise und das große Medieninteresse an der Technologie lösten einen regelrechten Hype aus. Doch ist der Aufwand tatsächlich so gering und sind die neuen Roboter wirklich sicher? Oder handelt es sich um überzogene Erwartungen der Unternehmen?

Im Rahmen der Studie hat das Fraunhofer IAO bei Industriebetrieben sowie in Veröffentlichungen zu schutzzaunlosen Robotereinsatz in Deutschland recherchiert. Aus rund 50 Applikationen wurden letztendlich 25 für weitere Untersuchungen ausgewählt – davon 18 aus persönlichen Gesprächen und sieben aus Veröffentlichungen. Entscheidend für die Auswahl war, dass die Applikation bereits in Serie eingesetzt beziehungsweise der Roboter bereits in mehreren Unternehmen im Einsatz sind.

Das zentrale Ergebnis der Untersuchung zeigt: Die neue Technologie funktioniert! Auch wenn die Technologie als solche nicht in Frage gestellt wird, so bestehen jedoch noch einige Unsicherheiten, was beispielsweise die neuen Normen und Richtlinien der Arbeitssicherheit betrifft. Zudem ist der Aufwand für den schutzzaunlosen Einsatz deutlich höher als anfangs erwartet. Darüber hinaus arbeiten Mensch und Roboter überwiegend in Koexistenz nebeneinander, kollaborative Anwendungsfälle in laufender Produktion gibt es bisher kaum. Damit sich die Anschaffungskosten eines LBR lohnen, gilt es zudem, den neuen Arbeitskollegen gut auszulasten.

Über die Rubrik Technologie steht die komplette Studie zum Download bereit. Das Nachfolgeprojekt „Rokoko: Mensch-Roboter-Kollaborationen in der Montage kooperativ und ganzheitlich gestalten“ startet am 1. Oktober 2016 und wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

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