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Artikel und Hintergründe zum Thema

Handhabungstechnik / Digitaler Zwilling

Günter Herkommer,

OEM-Partnerschaft zwischen Siemens und Schunk

Siemens PLM Software und der Greifer-Hersteller Schunk gehen eine OEM-Partnerschaft ein mit dem Ziel, den Einstieg in die Welt der Simulation von Handhabungslösungen zu vereinfachen.

Im Kern geht es darum, komplette Montageanlagen im dreidimensionalen Raum zu simulieren und den gesamten Engineering-Prozess vom Konzept über Mechanik, Elektrik und Software bis hin zur virtuellen Inbetriebnahme digitalisiert in einem System abzubilden.

© Schunk

„Künftig wird niemand mehr über Tage hinweg Taktzeiten ausrechnen oder wochenlang mit der Inbetriebnahme von Handlinglösungen beschäftigt sein“, so Henrik A. Schunk, CEO des gleichnamigen Unternehmens aus Lauffen/Neckar. Hierfür schnürt Schunk ein Einsteigerpaket bestehend aus dem Mechatronics Concept Designer von Siemens PLM Software, einer Komponentenbibliothek digitaler Zwillinge von Schunk sowie entsprechendem Support bei deren Nutzung. Das Tool lässt sich vollständig in Siemens NX integrieren. Konstrukteure, Programmierer und Projektierer können die Simulationssoftware sechs Monate lang in der Vollversion kostenfrei testen. Auch unabhängig vom Einsteigerpaket können ab sofort Lizenzen des Mechatronics Concept Designers über Schunk erworben werden.

Indem Schunk sein 24V-Mechatronikprogramm für die Hochleistungsmontage als digitale Zwillinge angelegt hat, können einfache Montageanlagen auch ohne umfassende Softwarekenntnisse simuliert werden.

© Schunk

Die im Einsteigerpaket enthaltene Komponentenbibliothek enthält im ersten Schritt die Parallelgreifer EGP, die Linearmodule ELP, die Greif-Schwenk-Module EGS und sowie die Drehmodule ERS von Schunk. Mittelfristig sollen sämtliche Greifsystem- und Spanntechnikkomponenten des Unternehmens als digitale Zwillinge zur Verfügung stehen. Die digitalen Zwillinge enthalten zum einen das CAD-Volumenmodell mit allen geometrischen Daten zur Modellierung in Siemens NX, CAE-Daten (Eplan), ein kinematisches Verhaltensmodell sowie ein physikalisches Modell in dem der Hub, die Aus- und Einfahrgeschwindigkeit, die Beschleunigung, der Ruck, die Nennkraft und die Masse hinterlegt sind. Hinzu kommen SPS-Funktionsbausteine zur virtuellen Inbetriebnahme, um die Szenarien Software und Hardware in the Loop (SiL/HiL) zu vereinfachen.

Neben einer Ablaufsequenz liefert die Software ein Gantt-Diagramm, in dem sämtliche Phasen und Abhängigkeiten dargestellt werden. Bereits in der Planungsphase lässt sich erkennen, wo sequentielle Bewegungen nötig beziehungsweise parallele Bewegungen möglich sind. Über Automationsschnittstellen kann das Verhalten des virtuellen Modells an realen Steuerungen, wie Siemens Simatic S7 oder Beckhoff getestet werden. Um ein Höchstmaß an Gestaltungsfreiheit zu gewährleisten, lassen sich bereits in der kostenlosen Testphase Komponentenbibliotheken anderer Hersteller integrieren.

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