Fabrik der Zukunft

Davina Spohn,

Mobile Roboter im Flugzeugbau

Autonom und ohne trennende Schutzräume sollen mobile Roboter Hand in Hand mit dem Menschen an der Herstellung von Flugzeug-Komponenten arbeiten. Mit diesem Ziel hat sich das Konsortium 'Valeri' aus europäischen Forschungs- und Industriepartnern gegründet, darunter das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF).

Gegenüber herkömmlichen Industrierobotern sollen die in 'Valeri' geplanten mobilen Robotersysteme geringere Rüst- und Programmierzeiten besitzen.

© Airbus Military

Das Konsortium 'Valeri' steht für 'Validation of Advanced Collaborative Robotics for Industrial Apllications'. Unter der Koordination vom Fraunhofer IFF arbeiten die Industriepartner Airbus-Military, FACC, IDPSA Engineering & Robotics und Kuka Laboratories sowie die Forschungspartner Profactor und Prodintec mit. Die Europäische Kommission unterstützt das Projekt im Rahmen der FP7-Initiative 'Fabriken der Zukunft'. Mit dieser sollen europäische Unternehmen dabei unterstützt werden, im internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger zu werden und Produktionsarbeitsplätze in Europa zu halten.

Innerhalb von drei Jahren will das Konsortium die neuen, mobilen Roboter auf die Beine stellen. Diese sollen anschließend direkt in die Herstellungsprozesse von Flugzeug-Komponenten integriert werden. Die Intention ist, ihnen zum Ende des Projektes zwei exemplarische Aufgaben in der Produktion zu übertragen: Sie sollen die Verarbeitungsgenauigkeit von großen Flächen - wie etwa die Abdeckelemente von Turbinen – mit optischen Hilfsmitteln prüfen und Dichtmasse entlang einer Nut auftragen können. Diese Aufgaben werden bislang manuell und auf verschiedene Weise an praktisch allen Montagestationen durchgeführt. Die in 'Valeri' entstehenden Robotersysteme sollen die Produktivität in diesen Bereichen weiter optimieren. Zudem sollen sie laut Fraunhofer adaptiv und flexibel auch im Handwerk oder in der Produktion von Kleinserien einsatzfähig sein. Das Konsortium erhofft sich damit auch Interesse von Seiten der Luft- und Raumfahrt und anderen produzierenden Bereichen.

Bislang werden große Flugzeugkomponenten, für deren Herstellung die neuen Roboter angedacht sind, größtenteils stationär in einer Fertigungszelle bearbeitet. Über mehrere Tage sind Arbeiter mit unterschiedlichen Montage- und Inspektionsaufgaben beschäftigt. In einer solchen Produktionsumgebung sind spezialisierte, stationäre Robotersysteme nicht sehr wirtschaftlich. Das Fraunhofer IFF erachtet den Einsatz mobiler Roboter, die unterschiedliche Aufgaben an mehreren Stationen erfüllen, als weitaus effizienter.

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