Kommentar
Jobkiller Roboter?
Im Januar 2017 führte das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid im Auftrag des BMBF eine repräsentative Befragung zum Thema "Wissen schaffen – Denken und Arbeiten in der Welt von morgen" durch. Die Robotik wird dabei durchaus kritisch gesehen.
Eine der 20 Fragen der Emnid-Studie lautete: Wie werden sich Digitalisierung und Roboter auf die Zahl der Jobs auswirken? 58 % der über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer glauben demnach, dass durch Digitalisierung und Roboter mehr Jobs verloren gehen als geschaffen werden.
Vor diesem Hintergrund mag es auf den ersten Blick nachvollziehbar sein, dass sich die Stimmen derer mehren, die künftig eine Besteuerung von Robotern fordern – darunter unter anderem Bill Gates. Auch das Parlament der Europäischen Union hatte sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, sich Mitte Februar aber letztlich klar dagegen ausgesprochen. Eine Entscheidung, die unter anderem im VDMA für Erleichterung sorgte: „Europäische Unternehmen brauchen moderne Technologien, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Deswegen darf ihr Einsatz nicht erschwert werden. Es ist eine unsinnige Vorstellung, dass Arbeitnehmer von der Politik vor Robotern geschützt werden müssten“, kommentierte Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer Robotik + Automation im VDMA den EU-Beschluss.
Dass Mensch und Maschine keineswegs in Konkurrenz stehen müssen, zeigt das Beispiel BMW in Landshut: Dort sorgt die Mensch-Roboter-Kollaboration seit kurzem dafür, dass die Mitarbeiter im Bereich der Qualitätssicherung deutlich ergonomischer arbeiten können als in der Vergangenheit. Apropos Automobilindustrie: Nach den Zahlen der International Federation of Robotics (IFR) hatten die enormen Roboter-Installationen der letzten Jahre durchaus einen positiven Effekt auf die Beschäftigung. In den USA etwa wurden zwischen 2010 und 2015 rund 60.000 Roboter im Automobilbau installiert. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor um 230.000. In Deutschland gab es im Jahr 2010 in der Branche 720.000 Arbeitsplätze bei 77.000 installierten Robotern, 2015 waren es 815.000 Jobs und 92.000 Roboter – laut VDMA weitere Fakten, die gegen das Argument der Job-killenden Roboter sprächen!










