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Artikel und Hintergründe zum Thema

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Andrea Gillhuber | Andrea Gillhuber,

Internationale Robotik-Förderprogramme im Vergleich

Weltweit werden die Förderprogramme für Roboter-Forschung angepasst. Dabei verfolgen die Länder unterschiedliche Strategien. Das Ziel ist jedoch gleich: Roboter sollen häufiger und breiter eingesetzt werden.

Die International Federation of Robotics, kurz: IFR, hat ihren globalen Report zur Roboter-Forschung ‚World Robotics R&D Programs‘ aktualisiert.

© Pixabay / CC0

Die International Federation of Robotics, kurz: IFR, hat ihren globalen Report zur Roboter-Forschung ‚World Robotics R&D Programs‘ aktualisiert. In der aktuellen Fassung werden die von den Ländern verfolgten Strategien der verschiedenen Förderprogramme analysiert. Prof. Dr. Jong-Oh Park, stellvertretender Vorsitzender des IFR-Forschungsausschusses und Mitglied des Executive Board: »Die erste Version unseres Reports ‚World Robotics R&D Programs‘ wurde im Juni letzten Jahres vorgestellt. Seitdem haben Dutzende Länder ihre Forschungs- und Entwicklungsprogramme für die Robotik aktualisiert. Die fünf fortschrittlichsten Robotik-Länder - Südkorea, Japan, Deutschland, USA und China - verfolgen dabei einen sehr unterschiedlichen strategischen Fokus.«

China treibt wirtschaftliches Wachstum voran

Das Ziel des Strategieplans ‚Made in China 2025‘ ist klar: die Fertigungskapazitäten der chinesischen Industrie verbessern. Die Entwicklungsziele setzen auf ein kontinuierliches Wachstum des industriellen Einsatzes. China möchte mindestens drei führende Unternehmen mit internationaler Wettbewerbsfähigkeit entwickeln und mehr als fünf Cluster roboterunterstützender Industrien schaffen.

Um die rasche Entwicklung intelligenter Robotertechnologie zu fördern, rief die chinesische Führung Sonderprogramm ‚Intelligente Roboter" ins Leben, welches die Innovationskette miteinbezieht. Der Fokus liegt auf grundlegenden Spitzentechnologien intelligenter Roboter, Robotern neuer Generation, gemeinsamen Schlüsseltechnologien, Industrierobotern, Servicerobotern und Spezialrobotern.

Laut dem IFR-Jahrbuch ‚World Robotics‘ belegt China mit einer Roboterdichte von 187 Einheiten pro 10.000 Arbeiter in der verarbeitenden Industrie weltweit Platz 15.

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Japan strebt Technologieführerschaft an

Japan ist weltweit der führende Hersteller von Industrierobotern und deckte im Jahr 2019 47 % des globalen Robotik-Bedarfs. Und das soll so bleiben: Das Ziel der japanischen ‚New Robot Strategy‘ ist, das Land global auf Platz 1 im Bereich der Robotik-Innovationen zu heben. So soll auch die Rate der Robotisierung im Fertigungssektor bei Großunternehmen um 25 % und bei KMUs um 10 % gesteigert werden. Zudem soll als wichtiger Leistungsindikator der Markt für Systemintegratoren als Mittler zwischen Hersteller und Anwender ausgeweitet werden.

Der Aktionsplan umfasst wichtige Bereiche der Servicerobotik wie Landwirtschaft, Infrastruktur und Gesundheitswesen. Allein der Bereich Pflege & Medizin verfügt über ein Budget von 997,3 Millionen US-Dollar und unterstützt die Gesundheitsdatenreform durch praktische Roboteranwendungen und den Einsatz künstlicher Intelligenz.

Deutschland setzt den Menschen in den Fokus

Das Rahmenprogramm ‚Horizont Europa‘ fördert Forschung und Entwicklung im Zeitraum von 2021 bis 2027 und baut auf den Ergebnissen des Programms ‚Horizont 2020‘ auf. In diesem Rahmen soll die Neuauflage Forschung, Innovatoren sowie die Allgemeinheit darin unterstützen, Wissen und Lösungen für eine grüne, digitale und gesunde Zukunft zu entwickeln. Das Arbeitsprogramm der Robotik ist im Cluster 4 ‚Digital, Industrie und Raumfahrt‘ eingebettet. Weitere Projekte in Forschung und Entwicklung von Robotik konzentrieren sich auf den digitalen Wandel in der Fertigungs- und Baubranche, autonome Lösungen zur Unterstützung von Arbeitskräften, verbesserte Kognition und Mensch-Roboter-Kollaboration. Das robotikspezifische Arbeitsprogramm 2021-2022 in Cluster 4 wird insgesamt 198,7 Mio. Euro zur Verfügung stellen.

Deutschland fördert Partnerschaften zwischen Forschung und Industrie

Die ‚Hightech-Strategie 2025‘ in Deutschland ist die vierte Auflage des deutschen Forschungs- und Innovationsprogramms. Ziel ist es, gute Ideen schnell in innovative Produkte und Dienstleistungen umzusetzen. Um institutionelle Forschung und unternehmerische Expertise zusammenzuführen, fördert der größte Teil des Rahmenprogramms daher Partnerschaften zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Bis 2025 sollen jährlich 3,5 % des BIP in Forschung und Entwicklung investiert werden.

Im Jahr 2020 wurde im Rahmen der Mission ‚Technik für den Menschen‘ unter anderem das Programm ‚Miteinander durch Innovation‘ gestartet, das interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität fördert. Mit diesem Forschungsprogramm stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung, kurz: BMBF bis 2026 jährlich rund 70 Mio. Euro zur Verfügung.

Südkorea: Robotik als Kernindustrie der Industrie 4.0

Südkorea forciert mit dem ‚Intelligent Robot Development and Supply Promotion Act‘ die Entwicklung der Roboterindustrie des Landes als Kernindustrie der vierten industriellen Revolution. Schwerpunktbereiche sind Fertigungsbetriebe mit einem speziellen Programm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU-Fertigungsstandorten, bestimmte Bereiche der Servicerobotik – einschließlich Gesundheitswesen und Logistik – sowie Schlüsselkomponenten und -software für Roboter. Für das regierungsübergreifende Projekt ‚Full Cycle Medical Device Development‘ plant die südkoreanische Regierung im Zeitraum von 2020 bis 2025 ein Budget von 1,07 Mrd. US-Dollar ein.

Laut dem statistischen IFR-Jahrbuch ‚World Robotics‘ steigerte das Land den Roboterbestand im Jahr 2019 um 13 % auf einen neuen Rekordbestand von rund 319.000 Industrierobotern. Innerhalb von fünf Jahren hat das Land die Zahl seiner in Betrieb befindlichen Industrieroboter verdoppelt. Nach Japan und China belegte das Land 2019 den dritten Platz.

USA fördert Grundlagen

In den USA wurde die National Robotics Initiative (NRI) von der US-Regierung zur Unterstützung von Forschung und Entwicklung im Bereich Robotik ins Leben gerufen. Mit der NRI-2.0 wird die Zusammenarbeit zwischen akademischen, industriellen, gemeinnützigen und anderen Organisationen gefördert, um eine bessere Verbindung zwischen Grundlagenwissenschaft, Technik, Technologieentwicklung, Einsatz und Nutzung zu erreichen. Einen Schlüsselsektor bildet die Weltraumrobotik mit dem Mondprogramm ‚Artemis‘. Ziel von Artemis ist es, bis zum Jahr 2024 Astronauten auf die Mondoberfläche zurückzubringen und aussichtsreiche Ressourcen für Marsmissionen in der Zeit nach dem Jahr 2024 zu entwickeln. ‚Artemis‘ ist ein gemeinsames Raumfahrtprogramm der NASA und internationalen Partnern wie der ESA (bestehend aus 22 Ländern), Kanada, Japan und Russland. Die US-Regierung plant für die Jahre 2020 bis 2024 ein Budget von 35 Mrd. US-Dollar ein. Der größte Geldgeber für die Entwicklung unbemannter Systeme inklusive Robotik ist nach wie vor das US-Verteidigungsministerium (DoD) mit einem geplanten Budget von 7,3 Mrd. US-Dollar in den Jahren 2020 und 2021.

Die Roboterdicht der US-Fertigungsindustrie ist laut dem Jahrbuch ‚World Robotics‘ von 2014 bis 2019 um 7 % (CAGR) auf 228 Robotern pro 10.000 Beschäftigte gewachsen – das entspricht Platz 9 weltweit. Bei den jährlichen Installationen von Industrierobotern nimmt das Land die dritte Position ein.

Downloads

Die Executive Summary finden Sie hier zum Download:

Den vollständigen Bericht ‚World Robotics R&D Programs‘ finden Sie zum Download in englischer Sprache unter: https://ifr.org/r-and-d

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