Mensch-Roboter-Interaktion
Forschungsprojekt 'Aquias' gestartet
Am 2. und 3. Februar fand am Fraunhofer IAO die Kick-Off-Veranstaltung zum Forschungsprojekt 'Aquias' statt. Dessen Ziel ist es, breiten Beschäftigtengruppen die Teilhabe an attraktiver Arbeit in der Mensch-Roboter-Kooperation zu erschließen.
Um das gesteckte Ziel zu erreichen, geht das Projekt 'Aquias' einen besonderen Weg: Im ersten der beiden Pilotbereiche wird der mobile Produktionsassistent 'Apas assistant' von Robert Bosch in der Integrationsfirma Isak eingesetzt. In diesem Unternehmen arbeiten schwerbehinderte Produktionsmitarbeiter mit sehr individuellen Leistungseinschränkungen in der Montage. "Ziel ist, den Roboter so spezifisch auf die Unterstützungsbedarfe der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszurichten, dass diese höherwertige Aufgaben bewältigen können", erklärt David Kremer, der das Projekt auf Seiten des Fraunhofer IAO leitet. Ein Gewinn für die Mitarbeiter wie für das Integrationsunternehmen, das durch den höheren Erlös die Arbeitsplätze für seine schwerbehinderten Mitarbeiter sichern kann.
Im zweiten Pilotbereich testet Robert Bosch mit dem mobilen Produktionsassistenten unterschiedliche Formen der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter. So werden Übergänge der Arbeitsorganisation mit den Beteiligten entwickelt und diskutiert. Zielgruppe sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Leistungseinschränkungen. Hier sollen zudem die Erfahrungen aus dem ersten Pilotbereich mit schwerbehinderten Mitarbeitern der Firma Isak einfließen.
Damit schwerbehinderte Mitarbeiter von den Zukunftschancen der neuen Robotik-Lösungen profitieren können, muss die Schnittstelle zwischen Roboter und Mensch angepasst werden. Werkzeuge, Datenanzeigen und Arbeitsabläufe müssen genauso überdacht werden wie Fragen des Nutzerverhaltens und der Arbeitssicherheit. "In 'Aquias' möchten wir von den schwerbehinderten Mitarbeitern lernen, wie die Mensch-Roboter-Interaktion verbessert werden kann. Die Anforderungen, die ein Produktionsassistent erfüllen muss, erscheinen wie durch eine Lupe vergrößert", so Wolfgang Pomrehn, Projektleiter bei Bosch. Langfristig sollen so auch Mitarbeiter ohne Behinderung vom erweiterten Unterstützungsangebot mobiler Produktionsassistenten profitieren.










