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Artikel und Hintergründe zum Thema

Open Source in der Robotik

Günter Herkommer,

EU-Projekt ROSIN gestartet

Mit Open-Source-Software eine digitale Industrieplattform für Robotik schaffen: So lautet das Ziel des EU-Forschungsprojektes ROSIN, welches Anfang Januar mit einer vierjährigen Laufzeit an den Start gegangen ist.

ROSIN fördert industrielle Anwendungen basierend auf ROS wie beispielsweise die Pick-and-Place-Anwendung, die bei der Amazon Picking Challenge präsentiert wurde.

© TU Delft

ROSIN steht für qualitätsgesicherte ROS-Industrial-Softwarekomponenten. Hintergrund des am 1. Januar gestarteten und von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ geförderten Projektes ist, dass Open-Source-Software in der Wissenschaft bereits etabliert ist und künftig auch für industrielle Anwendungen Mehrwerte bieten soll. Vor diesem Hintergrund setzt sich die weltweite Initiative ROS-Industrial bereits seit geraumer Zeit für die Verbreitung von ROS - dem sogenannten Robot Operating System - ein. Um Europas führende Rolle in Produktionstechnologien zu konsolidieren, soll nun das Projekt ROSIN die Rolle der EU in ROS-Industrial stärken. Hierfür realisieren die Projektpartner drei Hauptaktivitäten: die Gewährleistung industriereifer Softwarequalität, die Bereitstellung von 50 % des Projektbudgets für Nutzer und Entwickler businessrelevanter Anwendungen sowie Weiterbildungsangebote für Studierende und Industriepartner. Interessierte Personen oder Firmen können sich für die Teilnahme im Projekt bewerben.

Um die Projektziele zu erreichen, bearbeiten die Projektpartner – neben dem Fraunhofer IPA sind dies die TU Delft als Koordinator, die IT University Kopenhagen, die Fachhochschule Aachen, Fundacion Tecnalia Research and Innovation und ABB – zwei Hauptaspekte zur Tauglichkeit von Open-Source-Software (OSS) für die Produktionstechnik: Zum einen muss die Softwarequalität industrielle Anforderungen erfüllen. Um dies zu sichern, entwickelt die IT University Kopenhagen neue Möglichkeiten, um Code automatisch zu testen. Dies wird ergänzt durch zahlreiche Maßnahmen zur Qualitätssicherung, die auch neue kontinuierliche Integrationstests (sog. Model-in-the-Loop-Verfahren) mit ABB-Robotern umfassen.

Zum anderen möchte ROSIN das Interesse an OSS vonseiten der Industrie weiter erhöhen und Investitionsmöglichkeiten eröffnen. Zwar gebe es bereits Beispiele für industrielle Anwendungen mit ROS. Zugleich seien Anwendungen aber eng mit der Frage der Codequalität verknüpft und beides könne sich gegenseitig blockieren: Verbesserungen der Softwarequalität erfordern Investitionen vonseiten der Industrie, die aber wiederum erst investieren will, wenn die Qualität auf einem bestimmten Level ist. ROSIN wird diese Abhängigkeiten auflösen.

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Vorfinanzierung erfolgversprechender Entwicklungen

Parallel zu den Qualitätsverbesserungen sollen neue ROS-Komponenten entstehen und bestehende weiter verbessert werden. Hierfür stehen 50 % des Projektbudgets – insgesamt rund 7,5 Mio. Euro – für die Zusammenarbeit mit europäischen Nutzern und Entwicklern im Rahmen sogenannten „Focused Technical Projects“ (FTPs) bereit. Zugleich soll so eine weitere Hürde genommen und das Budget optimal genutzt werden: Erfahrungen zeigen, dass die Industrie ROS-Entwicklungen erst dann fördert, wenn diese erfolgreich umgesetzt wurden. Deshalb stellt ROSIN in den FTPs eine Vorfinanzierung von bis zu 30 % der Gesamtkosten bereit, um den ersten Meilenstein zu erreichen. Bedingung hierfür ist, dass die Entwickler die weitere Finanzierung sicherstellen. Unternehmen in der EU oder bestimmten Nachbarstaaten können sich bei Interesse unter www.rosin-project.eu für die Zusammenarbeit im Projekt bewerben.

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