10. RoboCup German Open
Deutschland dominiert internationalen Wettbewerb
Bei den 10. RoboCup German Open Anfang April 2011 in Magdeburg zeigten mehrere hundert Roboter ihr Können in Sachen Dribbling und Elfmeterschießen. Dabei konnten Teams aus Deutschland sechs von insgesamt neun Kategorien für sich entscheiden.
Mit der Rekordanmeldezahl von 1100 Teilnehmern kämpften 250 Teams in verschiedenen Disziplinen um den Titel – bei den RoboCupJuniors auch um die Qualifikation zur RoboCup-Weltmeisterschaft in Istanbul. Gefragt waren Kreativität, Problemlösungsbewusstsein sowie tiefgründiges Verständnis für das Zusammenspiel von Technik und Informatik. Insgesamt 26 Junior-Teams konnten sich für die WM qualifizierten – 14 in der Disziplin Soccer, neun in der Disziplin Rescue. Drei Teams werden in der Disziplin Dance den Titel verteidigen. In der RoboCup Major Competition gingen sechs Titel an deutsche Forscherteams. Weitere erste Plätze gingen an Teams aus den Niederlanden, den USA und dem Iran.
Mit einer bärenstarken Verteidigung und einem fulminanten Sturm erwiesen sich die Darmstadt Dribblers in der Kategorie Humanoid der Major Competition von der Vorrunde bis ins Finale als unschlagbar – meistens sogar ohne Gegentor. Darmstadt verwies die FUmanoids (Freie Uni Berlin) und die WF Wolves (Ostfalia Hochschule) auf die Plätze. In der Midsize-Liga waren die Niederlande einfach zu stark. Der 1. RFC Stuttgart (Uni Stuttgart) und Carpe Noctem (Uni Kassel) mussten sich in dieser Liga den Kickern von Tech United Eindhoven geschlagen geben. Daneben waren die ausländischen Teams nur noch im Bereich Soccer-Simulation stark: Bei der 2D-Technologie siegte das Team Kaveh von der Shahid Rajaee University vor dem FC Portugal (Uni of Aveio) und Alzahra-2D (Alzahra University). Bei 3D-Simulationen hatte die University of Miami mit den RoboCanes die Nase vorn, gefolgt vom Team FC Porto 3D und den Bold Hearts der Uni of Hertfordshire. Alle anderen Liegen der wurden von deutschen Teams dominiert.
Im Vordergrund der Wettkämpfe standen vor allem flexible, lernende und kollektive Verhaltensweisen der Roboter sowie das Erkennen von Situationen und selbstständiges strategisches Handeln.
Die fünf Ligen des RoboCup Soccer
Simulation League
In dieser Liga spielen zwei rein virtuelle Teams mit je elf völlig autonomen Spielern sowohl in 2D als auch in 3D-Simulationen gegeneinander. Die Idee der Simulation League ist, Erfahrungen mit Strategien, Taktiken und Gruppenverhalten zu sammeln, um diese dann auf humanoide Roboter zu übertragen. Der wissenschaftliche Fokus liegt auf der Kooperation und Kommunikation der virtuellen Spieler.
Small Size League
Zwei Teams mit jeweils fünf rollenden Robotern - so präsentiert sich die Small Size League. Die Spieler haben nur wenige Sensoren onboard; sie bekommen Informationen von Kameras, die über dem Spielfeld angebracht sind. Diese Informationen werden an einen externen Computer geschickt, der dann wiederum den Robotern per Funk Kommandos zusendet. Materialien, Form und Software sind völlig frei wählbar. Einzig die Größe ist vorgegeben, das heißt der Durchmesser und die Höhe der Roboter.
Middle Size League
In der „Königsdisziplin" des RoboCup bestehen die Teams aus sechs mittelgroßen Robotern mit allen Sensoren onboard. Die Spieler dieser Liga wiegen bis zu 40 Kilogramm und haben eigene Kameras an Bord, über die sie sich selbst lokalisieren müssen. Die Kommunikation zwischen den Robotern erfolgt per WLAN, externe Eingriffe von Menschen sind nicht erlaubt. In der Regel verfügt jeder Roboter über einen Rechner, der die Informationen der Sensoren zusammenbringt, interpretiert, mit dem bereits verfügbaren Wissen kombiniert und daraus neue Aktionen ableitet.
Standard Platform League
Der große Vorteil für die Teilnehmer dieser Liga ist auch zugleich die größte Herausforderung: Alle Teams verwenden identische Roboter. Nachdem die Hardware für alle Teilnehmer die gleiche ist, geht es in diesem Bewerb um Weiterentwicklung der Software. Die Roboter agieren autonom, einzig die Kommunikation per WLAN ist ihnen erlaubt.
Humanoid League
In dieser Liga spielen humanoide Roboter, also Roboter mit menschenähnlicher Körperform und entsprechender sensorischer Ausstattung, gegeneinander. Die Spieler sind völlig autonom und ein menschliches Eingreifen in das Spiel ist nicht erlaubt. Besonders knifflig: Die Spieler auf zwei Beinen müssen ihr Gleichgewicht halten können, egal ob sie stehen, laufen oder den Ball kicken. Falls sie zu Boden gehen, müssen sie auch selbst wieder aufstehen können.












