Security /Stuxnet
Verursacher überführt?
Spiegel Online berichtete am Sonntag (16.01.2011) über eine Meldung der New York Times, wonach die Drahtzieher und das Angriffsziel des Trojaners Stuxnet identifiziert sein sollen. Im Herbst 2010 sorgte das Virus für weltweites Aufsehen, da es mit bislang unbekanntem Aufwand und Präzision Industriesteuerungen attackierte.
Israel hat laut New York Times Irans Zentrifugen zur Uran-Anreicherung nachgebaut, um die Schadsoftware für die Manipulation zu optimieren. Gingen die Security-Experten zu Beginn der „Affäre Stuxnet" im Sommer 2010 noch von Industriespionage aus, wurde im Herbst die eigentliche Zielsetzung von Stuxnet deutlich: Die verdeckte Manipulation der Steuerungstechnik von Uranzentrifugen, um für Atomwaffen unbrauchbares Uran zu erzeugen und die Zentrifugen sukzessive zu zerstören. Inzwischen gibt es laut Spiegel Online kaum noch Zweifel, dass Stuxnet eine Art Undercover-Agent war, der die Uranzentrifugen in der iranischen Atomanlage Natans sabotieren sollte - und wohl auch hat. Laut einem Bericht des Institute for Science and International Security (ISIS) hat Stuxnet bis zu tausend Zentrifugen zerstört.
Vor den Karren gespannt…
An der Stuxnet-Entwicklung war laut New York Times das Idaho National Laboratory beteiligt, das den US-Behörden untersteht und unter anderem auch Atomanlagen erforscht. Bereits Anfang 2008 sollen Experten der Forschungseinrichtung und des Heimatschutzministeriums das in Natans installierte Prozessleitsystem PCS 7 der Firma Siemens analysiert haben, um mögliche Einfallstore zu finden.
Pikanterweise war anscheinend auch Siemens an der Entwicklung beteiligt - wenn auch unbewusst. Das Unternehmen arbeitete Anfang 2008 mit dem National Laboratory zusammen, um mögliche Security-Schwachstellen ihrer Steuerungen aufzuspüren und zu beseitigen - laut Siemens ein Routinevorgang, um die eigenen Produkte gegen Cyberattacken zu sichern. Die Gelegenheit für das Institut versteckte Schlupflöcher zu identifizieren, die gut ein Jahr später von Stuxnet genutzt wurden.
Nachdem die Verursacher des Trojaners Stuxnet anscheinend feststehen, darf nun abgewartet werden, ob und wie die amerikanische Justiz ermittelt. Denn Siemens hatte bereits im Herbst 2010 Strafanzeige gestellt - damals noch gegen Unbekannt!










