Marketing / Unternehmenskommunikation

Davina Spohn,

Social Media Monitoring für Industriethemen

Per Social Media Monitoring lassen sich aktuelle Themen und Trends identifizieren. Um dieses Potenzial zu erschließen richtet die TH Nürnberg nun ein ‚Listening Center‘ ein und adressiert damit auch die strategische Unternehmenskommunikation in der mittelständischen Industrie.

Ein Meinungsbild der Menschen im Netz zu Technologiethemen einzufangen, kann die PR-Arbeit von Unternehmen bereichern. Mit dieser Intention ist das Social Media Monitoring nun in den Studiengang Technikjournalismus / Technik-PR der Technischen Hochschule Nürnberg aufgenommen worden.

© Rheinische Post / TH Nürnberg

Was denkt das Netz zu Technologiethemen wie Industrie 4.0, Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz? Das sind die Fragen, denen der Forschungsschwerpunkt Innovationskommunikation der TH Nürnberg im Studiengang Technikjournalismus / Technik PR bereits seit einem Jahr mit der Methode Social Listening nachgeht. Dazu wurden in einer Kooperation mit der Rheinischen Post aus Düsseldorf das ‘Listening Center’ der Redaktion genutzt und entsprechende Daten erhoben und ausgewertet. „Mit dem Start ins neue Jahr bekommen wir jetzt unser eigenes ‘Listening Center’ und können das Tool für mehrere Forschungsprojekte nutzen und besser in die Lehre integrieren“, so Prof. Volker Banholzer, Leiter des Studiengangs Technikjournalismus/Technik-PR und für den Forschungsschwerpunkt Innovationskommunikation verantwortlich.

Prof. Volker Banholzer von der Technischen Hochschule Nürnberg (li.) und Daniel Fiene von der Rheinischen Post (re.) vor der Anzeige des ‘Listening Centers’.

© Rheinische Post / TH Nürnberg

Stimmungen und Einstellungen im Netz zu teilweise umstrittenen Themen wie Künstliche Intelligenz oder Robotik nahezu in Echtzeit beobachten und analysieren zu können, das verspricht sich Banholzer vom Einsatz des ‘Listening Centers’. „Wir wollen Ergebnisse für die Innovationskommunikation erzielen und den Nutzen der Auswertungen für journalistische Redaktionsarbeit an Studierende vermitteln“, so Banholzer. Vor allem in der strategischen Unternehmens- und Organisationskommunikation sieht Banholzer den Nutzen des ‘Listening Centers’. Durch die Auswertung der Stimmungen zu Technologiethemen und der Redeanteile bestimmter Protagonisten ließen sich für Unternehmen, Verbände oder Think Tanks etwa Strategieempfehlungen für die eigene Positionierung ableiten. Das ginge über klassische Mediamonitorings oder Reputationsanalysen hinaus. Mit dem Tool an der TH Nürnberg kann sich Banholzer auch die Konzeption von Projekten zusammen mit Unternehmen oder Fachverlagen vorstellen. Im Blick hat er mittelständische Unternehmen aus der Investitionsgüterindustrie oder Cluster-Initiativen.

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Ursprung: Redaktionsarbeit der Rheinischen Post

Seit einigen Jahren wird das ‘Listening Center’ bei der Rheinischen Post für die redaktionelle Arbeit genutzt. „Alle unsere Journalisten in den mehr als 25 Lokalredaktionen erhalten ein persönliches Reporting, mit dem sie die Themen sehen, die für die Menschen in ihrem Ort relevant sind“, erklärt Daniel Fiene, Leiter redaktionelle Digitalstrategie der Rheinischen Post. Die Kollegen haben nicht nur soziale Netzwerke, sondern auch Foren und Nachrichtenportale im Blick. „Dadurch profitiert unsere Berichterstattung. Unsere Leser können sich sicher sein, dass wir alle sie betreffenden Themen im Blick haben.“ Für das Projekt ist die Rheinische Post mit dem Innovationspeis ‘NOVA’ durch den Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger ausgezeichnet worden. Auch Google hat im Rahmen seiner ‘Digital News Initiative’ das ‘Listening Center’ gefördert.

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