IFS

Alexandra Hose,

Transformationsprojekte stehen hoch im Kurs

IFS gibt die Ergebnisse einer aktuellen Studie bekannt, nach der die Fertigungsindustrie an einem kritischen Wendepunkt steht. Obwohl sich Produktionsunternehmen der Notwendigkeit einer digitalen Transformation bewusst seien, würden fehlende Strategien und ein Überangebot an technologischen Lösungen ein entschiedenes Handeln verhindern. 

© IFS

Dies Aussage von IFS basiert auf einer Umfrage, die unter 815 internationalen Führungskräften aus dem produzierenden Gewerbe durchgeführt wurde. Sie zeigt, dass zwar alle Befragten den Einsatz von Technologie als überlebenswichtig für ihr Unternehmen ansehen, wobei sich allerdings nur 10 % als digitale Vorreiter sehen. 65 % der Befragten stuften sich hingegen selbst als Nachzügler in Sachen Digitalisierung ein, die gefährlich weit zurückliegen, in den frühen Phasen der digitalen Transformation stecken geblieben sind und keinen konkreten Plan für die nächsten Schritte erstellt haben.

Digitale Transformation ist eine Notwendigkeit, keine Option.

Die Studie von IFS besagt überdies: 82 % der Hersteller gaben an, dass ihr Unternehmen nicht länger als ein bis drei Jahre überleben wird, wenn es sich nicht stärker im Technologiebereich engagiert. Im Gegensatz dazu sind digital führende Unternehmen zuversichtlich, dass sie auch kommende Herausforderungen überstehen werden. Mehr als ein Viertel von ihnen (28 %) glaubt, bis zu fünf Jahre ohne neue Investitionen auskommen zu können.

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Überangebot verhindert Investitionen

Laut der IFS-Studie hindere die Vielzahl an unterschiedlichen Optionen und Angeboten Unternehmen oft an einer Entscheidung. Auf die Frage nach den Prioritäten der Technologien benannten mehr als 80 % der Befragten jede Option als wichtig. Eine Orientierungslosigkeit, die ein entschlossenes Handeln verhindert. Die Entscheidungshemmung der Hersteller wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass jede Führungsebene andere Prioritäten setzt.

Nahezu alle Befragten auf dem C-Level (94 %) sind der Ansicht, dass Cloud Computing die wichtigste Technologie für die digitale Transformation ist, während auf Ebene der Bereichs- und Abteilungsleiter die Mehrheit am ehesten IoT (Internet of Things) als die zentrale Technologie ansieht (81 %). Operative Mitarbeiter betrachten wiederum digitale Zwillinge (85 %) und Künstliche Intelligenz (84 %) als vorrangig. Diese Unentschlossenheit vergrößert die Kluft zwischen Nachzüglern und digital führenden Unternehmen – die 45 % ihres IT-Budgets in Transformationsprojekte investieren. Ein Fünftel der Befragten gab an, dass das Change Management (22 %) und die Komplexität der IT (21 %) die größten Hindernisse darstellen. Wenn es den Herstellern nicht gelingt, diese zu überwinden, riskieren sie starke wirtschaftliche Einbußen.

Auch im ESG-Bereich (Environmental, Social and Governance) besteht Handlungsbedarf: Während lediglich 39 % der Befragten aktiv ESG-Initiativen entwickeln, fehlt es den meisten Herstellern (71 %) an einer glaubwürdigen Strategie. Gleichzeitig sehen 28 % den Klimawandel als größte Herausforderung an.

Dennoch Grund für Optimismus

Obwohl die Umsetzung digitaler Transformationsprojekte viele Herausforderungen mit sich bringt, herrscht auf Seiten der Hersteller eine positive Grundstimmung – und viele setzen bereits auf Next Generation Tools. Insbesondere im Bereich der Lieferketten zeigen fast alle Unternehmen (98 %) Interesse an neuen geografischen Strategien, um die Resilienz zu stärken – etwa durch die Verlagerung in näher gelegene oder politisch stabilere Regionen. Digitale Vorreiter setzen dabei auf fortschrittliche Technologien wie erweiterte Szenario-Simulationen, während Nachzügler häufig noch auf isolierte Risikobewertungstools zurückgreifen.

Auch im Hinblick auf den CO2-Fußabdruck zeigen sich produzierende Unternehmen zunehmend zuversichtlich, was die Chancen durch ESG-Initiativen angeht. Der Fokus verschiebt sich von rein regelkonformen Maßnahmen hin zu Aktivitäten, die tiefgreifende Verbesserungen bei Durchlaufzeiten und Qualität bewirken. Gleichzeitig eröffnen diese Ansätze Potenziale für innovative Geschäftsmodelle wie die Kreislaufwirtschaft, die eine nachhaltige Transformation der Branche vorantreiben könnten.

»Die Fertigungsindustrie steht an einem Wendepunkt – obwohl die meisten Unternehmen die Dringlichkeit der digitalen Transformation erkannt haben, dominiert noch zu oft die Unentschlossenheit«, erklärt Maggie Slowik, Industry Director für Manufacturing bei IFS. »Dieses Zögern birgt Risiken: Je länger Hersteller abwarten, desto weiter fallen sie zurück. In einem volatilen Markt sind Resilienz und digitale Reife nicht nur Wettbewerbsvorteile – sie sind essenziell für das Überleben. «

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