Studie

Alexandra Hose,

Differenzierung zwischen »Right- und Left Brain AI«

Die »Right Brain AI«, eine KI, die kreative Fähigkeiten der rechten menschlichen Gehirnhälfte nachahmt, erfährt derzeit einen rasanten Aufstieg. Gleichzeitig öffnet das die Tür für den Einsatz der eher analytischen »Left Brain AI«. Das zeigt eine aktuelle Studie von Pegasystems.

© stock.adobe.com/adimas

Die Studie untersuchte den Einsatz von Künstlicher Intelligenz aus der Perspektive des menschlichen Gehirns: Setzen Unternehmen eher rationale, analytische KI ein, die Fähigkeiten der linken menschlichen Gehirnhälfte nachahmt, die »Left Brain AI«? Oder eher kreative, generative KI, die den Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte entspricht, die so genannte »Right Brain AI«? Das Ergebnis: »Right Brain AI« ist die am häufigsten eingesetzte Künstliche Intelligenz.

In der Pegasystems-Studie gaben 44 % der Befragten weltweit an, vor allem diese Art von KI zu nutzen (D: 36 %). Die beliebtesten Einsatzzwecke sind dabei kreative oder produktivitätssteigernde Aufgaben wie die Erstellung von Inhalten (weltweit: 61 %, D: 70 %), die Aufbereitung großer Informationsbestände (weltweit: 54 %, D: 52 %) und Chatbots (weltweit und D: 51 %). Weniger als ein Drittel aller Befragten nutzt vorwiegend »Left Brain AI« (weltweit und D: 30 %). Zum Einsatz kommen dabei vor allem Tools für prädiktive Analysen (weltweit: 57 %, D: 59 %) und Entscheidungsmanagement (weltweit: 42 %, D: 45 %). Zu gleichen Teilen werden »Left Brain AI« und »Right Brain AI« von 25 % der Befragten genutzt (D: 34 %).

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Unternehmen überschätzen ihr Verständnis für KI

Wie aus weiteren Ergebnissen der Studie hervorgeht, überschätzen Unternehmen offenbar ihr Verständnis für KI. Mit 93 % glaubt die große Mehrheit der Befragten, ein gutes Verständnis für KI und ihre Funktionsweise zu haben (D: 98 %). 80 % sind allerdings der Meinung, dass KI erst seit weniger als fünf Jahren in Unternehmen eingesetzt wird (D: 90 %), obwohl die allgemeine Nutzung von Künstlicher Intelligenz bis in die 1980er Jahre zurückreicht. Lediglich 7 % äußerte die Ansicht, dass KI schon seit 10 Jahren oder länger genutzt wird (D 6 %). Fast zwei Drittel der Befragten (65 %) konnten die zutreffende Definition von generativer KI nicht identifizieren (D: 69 %), obwohl nur 3 % zugaben, nicht zu wissen, was diese Technologie ist (D: 2 %). Diese widersprüchlichen Zahlen könnten erklären, warum fast zwei Drittel (61 %) von gescheiterten KI-Implementierungen berichteten (D: 61 %).

Die Ausgaben für KI steigen

Weitere Zahlen der Pega-Studie. Die Studie basiert auf einer weltweiten Befragung von 500 Geschäftsentscheidern.

© Pegasystems

Die Ausgaben für KI steigen ebenso wie die Erwartungen. 92 % der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass sie den Einsatz von KI in den nächsten fünf Jahren ausweiten werden (D: 90 %). 74 % sind »extrem« oder »sehr« zuversichtlich, dass KI ihrem Unternehmen in den nächsten fünf bis zehn Jahren einen transformativen Mehrwert bringen kann (D: 82 %). Mit 82 % erwartet die große Mehrheit, dass sie in den nächsten drei Jahren ihre Gewinnsteigerung bis zur Hälfte direkt auf den Einsatz von KI zurückführen kann (D: 89 %). Allerdings geben auch 85 % bis zur Hälfte ihres jährlichen IT-Budgets für KI-Lösungen aus (D: 91 %). 77 % räumen ein, dass sie schon einmal wegen einer fehlenden Strategie Budget verschwendet haben. Das zeigt, dass bei KI-Investitionen mehr Sorgfalt erforderlich ist.

»Generative KI ist der Fahnenträger einer neuen Welle des KI-Enthusiasmus. Viele Unternehmen nutzen sie als Katalysator, um nicht nur andere Arten von KI zu erkunden, sondern auch Kreativität und Innovation voranzutreiben«, erklärt Don Schuerman, Chief Technology Officer bei Pegasystems. »In den nächsten Jahren wird sich nicht nur die Künstliche Intelligenz in allen ihren verschiedenen Formen beschleunigen, sie wird sich auch immer weiter verbreiten. Um davon optimal zu profitieren, müssen Unternehmen dafür sorgen, dass sie über das erforderliche Know-how und das nötige Verständnis verfügen, um ihre KI-Projekte zum Erfolg zu führen. Wir gehen davon aus, dass Unternehmen in den kommenden Jahren nicht nur immer mehr KI-basierte Produktivitätswerkzeuge einsetzen. Sie werden auch mit KI zusammenarbeiten, um Innovationen voranzutreiben, die für sie und ihre Kunden die bestmöglichen Ergebnisse erzielen.«

Über die Studie

Die Studie wurde vom Marktforschungsunternehmen Savanta durchgeführt und auf der Unternehmenskonferenz PegaWorld iNspire in Las Vegas vorgestellt. Sie basiert auf einer weltweiten Befragung von über 500 Geschäftsentscheidern zu ihrem Verständnis und ihrer Verwendung von KI sowie zu den Herausforderungen und Chancen ihrer Implementierung. An der Umfrage nahmen auch 100 Geschäftsentscheider aus Deutschland teil.

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