Google Cloud

Meinrad Happacher,

Die Industrie im Visier

Google Cloud gab am 5. Mai die Einführung der beiden neuen Lösungen Manufacturing Data Engine und Manufacturing Connect bekannt. Industrie-Unternehmen sollen damit ihre Daten besser zusammenführen und ihre Anwendungsfälle besser umsetzen können.

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© Google

Derzeit nutzen laut Google erst  21 Prozent der Hersteller aktiv KI in der Fertigung. Mit ein Grund für die Zurückhaltung ist, dass bislang Daten aus unterschiedlichen Systemen für KI- und Analytics-Pilotprojekte zwar manuell aufbereitet werden können, die isolierten Datensätze aber für den Einsatz in der Breite zentral und in Echtzeit zugänglich sein müssten. Darüber hinaus sind viele bestehende KI- und Analytics-Lösungen für Data Scientists konzipiert und können von Führungskräften in der Fertigung nicht ohne Weiteres genutzt werden.

Mit den beiden neuen Produkt-Ankündigungen will Google Herstellern helfen, traditionell isolierte Assets zu vernetzen, Daten zu verarbeiten und zu standardisieren sowie die Transparenz von der Werkshalle bis in die Cloud zu verbessern.

Die zwei neuen Tools

  • Manufacturing Data Engine ist eine end-to-end Lösung, die Betriebsdaten auf der Google Cloud verarbeitet, kontextualisiert und speichert. Damit steht ein konfigurierbarer, anpassbarer und skalierbarer Ansatz zur Verfügung, um diese Daten zu importieren, zu transformieren, zu speichern und auf sie zuzugreifen. Die Lösung integriert wichtige Google Cloud-Produkte wie Cloud Dataflow, PubSub, BigQuery, Cloud Storage, Looker, Vertex AI, Apigee und mehr zu einer einzigen, fertigungsspezifischen Lösung.
  • Manufacturing Connect ist eine gemeinsam mit Litmus Automation entwickelte Factory-Edge-Plattform. Basierend auf einer umfangreichen Bibliothek aus mehr als 250 Maschinenprotokollen, stellt die Plattform schnelle Verbindungen zu nahezu allen Fertigungsanlagen und Industriesystemen her und überträgt Daten von diesen in die Google Cloud. Dank tiefer Integration mit Manufacturing Data Engine kann Google Cloud Maschinen- und Sensordaten schnell aufnehmen, um sie zu verarbeiten. Die Möglichkeit, containerisierte Anwendungen und Machine-Learning (ML)-Modelle »on the Edge« bereitzustellen, erschließt Anwendungsfälle in neuer Dimension.
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Mögliche Anwendungsfälle

Sobald die Daten mit den beiden Tools zentralisiert und harmonisiert sind, lassen sie sich für eine wachsende Zahl industriespezifischer Anwendungsfälle nutzen. Dazu zählen:

  • Analytics & Insights für die Fertigung: Hersteller können benutzerdefinierte Dashboards erstellen, um wichtige Daten zu visualisieren – von KPIs wie der Gesamtanlageneffektivität (OEE) bis hin zu Sensordaten einzelner Maschinen. Dank der Integration mit Manufacturing Data Engine können Ingenieure und Werksleiter automatisiert neue Maschinen und Fabriken einrichten, um mit standardisierten Dashboards, KPIs und On-Demand-Drilldowns in die Daten neue Erkenntnisse über das gesamte Werk zu gewinnen. Diese Informationen können dann im ganzen Unternehmen und mit Partnern geteilt werden.
  • Erkennung von Anomalien auf Maschinenebene: Hilft Herstellern, Anomalien zu erkennen, sobald diese auftreten, und liefert – mithilfe der Time Series Insights API von Google Cloud – Warnmeldungen anhand von Echtzeit-Maschinen- und Sensordaten, etwa zu Geräuschen, Vibrationen oder Temperatur.
  • Vorausschauende Wartung: Befähigt Hersteller, den Wartungsbedarf einer Anlage vorherzusehen und dadurch Ausfallzeiten und Wartungskosten zu reduzieren. Hersteller können dazu ML-Modelle und hochpräzise KI-Optimierungen nutzen, die binnen Wochen einsetzbar sind.

Die neuen Lösungen für die Fertigung werden auf der Hannover Messe 2022 vom 30. Mai bis 2. Juni erstmals live vorgestellt.

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