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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fraunhofer IPA / Motek 2019

Davina Spohn,

App ermittelt Automatisierungs-Potenzial

Inwieweit lassen sich Montageaufgaben automatisieren? Eine neue App des Fraunhofer IPA soll nun Firmen dabei assistieren. Auf der Motek suchen die Forscher erste Anwender und Tester. Auch zu sehen: Die Software 'pitasc' – sie hilft, Prozesse wirtschaftlich zu automatisieren.

© Fraunhofer IPA, Rainer Bez

Die ‘APA’-App des Fraunhofer IPA wertet Informationen zu den Aspekten ‘Vereinzeln’, ‘Handhaben’, ‘Positionieren’ und ‘Fügen’ aus und hilft so Unternehmen dabei, das Potenzial für die Automatisierung eines Prozesses zu ermitteln.

© Fraunhofer IPA, Alexander Neb

Die App leitet den Anwender an, die eigenen Montageprozesse detailliert zu analysieren, wertet die Antworten aus und informiert über die Automatisierungs-Potenziale. Die Experten des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben in der App ihr Wissen, das sie bisher in einer persönlich durchgeführten Automatisierungspotenzial-Analyse (‘APA’) bereitstellten, digital aufbereitet. Auf der Fachmesse Motek 2019 (7. – 10. Oktober) präsentieren sie in Halle 7 (Stand 7128) die APA-App in der neuen Version 2.0 und suchen erste Anwender und Tester. Diese sollen die App mit einem einfachen Lizenzvertrag ausprobieren können.

„Mit unserer ‘APA’-App kann jeder zum Experten in der Bewertung von Montageprozessen werden“, erklärt Alexander Neb, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IPA arbeitet und die App mitentwickelt hat. Die App soll nicht auf die Montage beschränkt bleiben. Oft kann statt einer Vollautomatisierung eine Anwendung mit Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) sinnvoll sein. Deshalb möchten die Forscher dieses Thema in die App integrieren. Auch bei der Inspektion und Instandhaltung könnte sie künftig unterstützen. Für diese Weiterentwicklungen heißen die Forscher Anfragen interessierter Unternehmen willkommen.

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Hard- und Softwaremodule für die Montage

Mit der auch auf der Motek 2019 zu sehenden Software 'pitasc' lassen sich einmal programmierte Montageanwendungen wiederverwenden und etwa auch mit anderen Robotern nutzen.

© Fraunhofer IPA, Rainer Bez

Ein weiteres IPA-Exponat auf der Motek ist die Softwarelösung ‚pitasc‘ zur Programmierung kraftgeregelter Montageprozesse. Sie ermöglicht, bisher manuell ausgeführte Prozesse wirtschaftlich sinnvoll zu automatisieren. „Bisher war es erforderlich, ein Robotersystem für jede Anwendung weitgehend neu zu programmieren. Mit unserer Software sind einmal modellierte Aufgaben schnell auf neue Produktvarianten, Produkte und sogar auf Roboter anderer Hersteller übertragbar“, sagt Frank Nägele, Gruppenleiter am Fraunhofer IPA. Die Software ist ähnlich einem Baukastensystem strukturiert: Sie enthält viele fertig einsetzbare und wiederverwendbare Programmbausteine, die bei der Einrichtung eines Robotersystems individuell zusammengestellt und direkt eingesetzt werden können. ‚pitasc‘ ist bereit für den Einsatz in Pilotanwendungen, die die IPA-Forscher gerne gemeinsam mit Unternehmen umsetzen möchten.

Auf der Motek wird die Software zudem in ein Robotersystem integriert sein, das schnell aus Hardwaremodulen zusammengesetzt werden kann. Die Module – etwa ein Roboterarm, Werkzeuge oder Vorrichtungen – sind dafür einfach und präzise auf Lochrastertischen platziert. Die Module bringen auch die Programmbausteine, die für die Ausführung einer Montageaufgabe nötig sind, und nötige Informationen wie Werkzeugpositionen und -geometrien gleich mit. So kann der Anwender eine Roboterzelle mit geringem Programmieraufwand aufbauen oder umrüsten. Dieser Demonstrator ist ein Ergebnis des EU-Projekts ‚RAMPup‘. Ziel des Projekts war es, Hardware und Software in Automatisierungsmodule zu integrieren, die ein schnelles anwendungs- und variantenspezifisches Aufbauen und Umrüsten einer Roboterzelle erlauben.

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