LHIND/TÜV SÜD
Wie rechtssicher ist KI in der Wartung?
Lufthansa Industry Solutions hat seinen AI Maintenance Assistant von TÜV SÜD und Calvin Risk bewerten lassen. Das Ziel: Die Einhaltung des EU AI Acts, um hohe Rechtssicherheit zu erhalten.
Laut Lufthansa Industry Solutions (LHIND) sorge der EU AI Act branchen-übergreifend für Verunsicherung. Auch im technischen Flottenmanagement bleibt der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) deshalb noch hinter den Möglichkeiten zurück. Um den Unternehmen eine hohe Rechtssicherheit zu bieten, hat LHIND seinen AI Maintenance Assistant von TÜV SÜD und Calvin Risk als erste KI-gestützte Maintenance-Anwendung bewerten lassen. Damit soll ein effektives Risikomanagement nach EU-Recht ohne großen Aufwand möglich sein.
»Die im März vom EU-Parlament verabschiedete KI-Verordnung soll Transparenz schaffen und die Anwendung von KI erleichtern. Doch noch sorgt der AI Act bei den Unternehmen eher für Zurückhaltung bei der Entwicklung von smarten und individualisierten Assistenten«, sagt Michael Koch, Director Artificial Intelligence bei LHIND.
TÜV SÜD steuerte seinen selbst entwickelten KI-Qualitätsrahmen bei, der sich aus verschiedenen Normen und ISO-Standards für KI-Systeme und Spezifikationen des Europäischen Komitees für Normung (CEN) zusammensetzt. Das vom Schweizer Technologieunternehmen Calvin Risk in Zusammenarbeit mit TÜV SÜD entwickelte Evidence Management Tool (QLAIM) stellt das operative Software-System zur Durchführung einer solchen digitalen Prüfung dar und arbeitet innerhalb des von TÜV SÜD definierten Rahmens.
»Der KI-Qualitätsrahmen von TÜV SÜD kombiniert klassische Qualitätsmanagement-ansätze mit konkreten regulatorischen Anforderungen an KI und kann durch das Compliance Tool von Calvin Risk und TÜV SÜD auch einfach umgesetzt werden. Zusätzlich werden auch das Risikoprofil des Anwendungsfalls und Maßnahmen zur Risikominimierung berücksichtigt. In dieser Kombination und durch den systematischen Ansatz ist eine hohe Qualität und Rechtssicherheit von KI-Anwendungen schon heute gut möglich«, so LHIND-Experte Koch.
Frei von Verzerrungen und Vorurteilen
Laut Philippe Coution, Lead AI Quality bei TÜV SÜD, werden an KI-Systeme höchste Anforderungen gestellt. Er erklärt: »Neben der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme müssen die Ergebnisse der automatisierten Datenerfassung und -verarbeitung frei von Verzerrungen und Vorurteilen sein. Zudem muss die Funktionsweise von KI-Systemen transparent und die Ergebnisse genau und nachvollziehbar sein. Auch gesellschaftliche Anforderungen werden immer relevanter und werden beim TÜV SÜD KI Qualitätsrahmen berücksichtigt. Die komplexen Anforderungen erfordern einen systematischen Ansatz im Qualitäts- und Risikomanagement sowie einen regelmäßigen Abgleich mit den einschlägigen Normen und der dynamischen Regulierung, um die Markttauglichkeit zu erhalten.«
Präzise Wartungstechnik, Fehlersuche und Qualitätssicherung
Bei der Entwicklung intelligenter Assistenten arbeitet LHIND inzwischen nicht nur mit Texten, sondern auch mit Bilddaten und Videos. »Der AI Maintenance Assistant revolutioniert das technische Flottenmanagement, indem er Wartungstechniker, Fehlersuche und Qualitätssicherung präzise und schnell unterstützt«, sagt LHIND-Experte Koch. Dabei kommen sowohl Textdokumente als auch Bilder oder Videos zum Einsatz. Die Anwendung – auf einem sicheren, Cloud-basierten System aufgebaut – rationalisiert die Entscheidungsfindung, steigert die Effizienz und senkt die Kosten.















