Messtechnik / Sensorik
Rekordjahr für Endress+Hauser
Weit über den eigenen Erwartungen hat der Schweizer Sensor- und Messtechnik-Konzern Endress+Hauser das Jahr 2011 abgeschlossen: Firmenchef Klaus Endress bilanzierte in Basel 177 Millionen Euro Gewinn und 1,5 Milliarden Euro Umsatz.
Klaus Endress von Endress+Hauser: „Trotz des etwas verhaltenen Starts ins Geschäftsjahr 2012 peilen wir nach wie vor ein Umsatzplus von elf Prozent auf rund 1,7 Miliarden Euro an.“
© Endress + HauserFirmenchef Klaus Endress machte bei der Präsentation der Bilanz in Basel kein Geheimnis daraus, dass er eine so gute Entwicklung nicht erwartet hatte. „Die Staatsschuldenkrise in Europa und die daraus resultierenden Währungsturbulenzen, aber auch die Naturkatastrophen in Asien mit Engpässen bei elektronischen Bauteilen hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefordert.“ Dennoch steigerte seine Unternehmensgruppe den Umsatz um 16 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Heruntergebrochen auf Regionen zeigte Amerika eine noch größere Dynamik als Asien. „Ebenso wuchsen in Europa die Verkäufe zweistellig“, erklärt Endress. Lediglich Afrika und der Nahe Osten blieben hinter den Erwartungen zurück.
Michael Ziesemer, Stellvertreter des CEO und verantwortlich für den Vertrieb, sieht hinter den erfolgreichen Geschäftszahlen starke Treiber: Megatrends wie die Nachfrage nach Energie und Ressourcen oder die Notwendigkeit von Energieeffizienz und Umweltschutz. „Diese für die Zukunft zentralen Fragen lassen sich nur mit Hilfe von Messtechnik lösen“, betont Ziesemer.
Die höchsten Zuwächse erzielte Endress+Hauser in der Öl- und Gasindustrie. Der Rahmenvertrag mit dem Energiekonzern Shell zeigt, dass sich das Unternehmen als Lieferant in der Branche etabliert hat. Stark entwickelten sich die Verkäufe in der chemischen Industrie, gefolgt von der Kraftwerkstechnik, der Lebensmittelbranche, der Grundstoffindustrie, den Life-Sciences sowie dem Wasser- und Abwassersektor.
Mit dem Umsatzwachstum ging ein starker Beschäftigungsaufbau einher: Ende 2010 zählte die Firmengruppe über 9.400 Mitarbeiter, 820 oder zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Davon wurden rund 300 Stellen in der deutsch-französisch-schweizerischen Region um Basel geschaffen. Hier sind die beiden größten Produktionsstätten, mehrere Gruppengesellschaften sowie die Holding angesiedelt.
Das Betriebsergebnis stieg um 32 Prozent auf 247 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern sogar um 46 Prozent auf 243 Millionen Euro. Starke Wechselkursschwankungen prägten das Jahr. Zwar gab der Euro gegenüber dem Schweizer Franken im Schnitt um zehn Prozent nach. Zum Stichtag am Jahresende lag der Kurs aber nur 2,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. „Deshalb blieben die Auswirkungen auf das Finanzergebnis im Unterschied zu 2010 gering“, betont Endress.
Das Ergebnis nach Steuern erreichte mit 177 Millionen Euro (+40 Prozent) ebenfalls eine neue Bestmarke. Und mit einer Eigenkapitalquote von inzwischen fast 70 Prozent steht das Unternehmen finanziell auf festen Füßen: Den flüssigen Mitteln über 443 Millionen Euro stehen lediglich 40 Millionen Euro Bankdarlehen gegenüber.
Die gute Kapitalausstattung ermöglichte der Firmengruppe neben Investitionen von 85 Millionen Euro (+49 Prozent) in bestehende Produktionsstandorte und neue Vertriebsniederlassungen auch zwei strategische Zukäufe. So erwarb Endress+Hauser eine Minderheitsbeteiligung an Finesse-Solutions. Das US-Unternehmen ist auf Einweg-Lösungen für biotechnologische Fertigungsprozesse spezialisiert. Endress sieht hierin eine „Schlüsseltechnologie“ für viele Zweige der Verfahrenstechnik. Zukunftsträchtig ist auch die zweite Akquisition: die Firma Systemplan im deutschen Durmersheim. „Das Ingenieurbüro berät Unternehmen in Fragen der Energieeffizienz und rundet das entsprechende Angebot von Endress+Hauser an Messtechnik, Software und Ingenieurleistungen ab“, so Endress.
Für das laufende Jahr hat sich Endress+Hauser ein Umsatzwachstum von elf Prozent zum Ziel gesetzt. „Derzeit liegen wir zwar noch etwas hinter den Planungen zurück, von Rezession oder gar Krise kann aber keine Rede sein“, betont Endress.








