Energie-Effizienz

Stefan Kuppinger,

Endress+Hauser verspricht hohe Renditen ohne Risiko

Wozu Firmenkapital auf die Bank legen, wenn mit Energieeffizienz wesentlich höhere Renditen zu erzielen sind. Endress+Hauser liefert in einer Neuauflage ihres Sparbuchs Anregungen für weitere renditestarke Optimierungsprojekte.

Die Industrie hat in Deutschland einen Anteil von knapp einem Drittel am Endenergieverbrauch. Nach ZVEI-Berechnungen können in Anlagen der deutschen Industrie und im kommunalen Bereich 10 bis 25 Prozent Energieeinsparungen allein durch anforderungsgerechte Automatisierungstechnologien erreicht werden. Das entspricht in Summe 88 Mrd. Kilowattstunden an Energie-Äquivalenten. „Somit könnten in Deutschland jährlich bis zu 7 Mrd. Euro an Energiekosten eingespart werden“, meint David Wallerius, Marketing Manager Prozessautomatisierung bei Endress+Hauser. Und dies gilt, obwohl einige Unternehmen bereits umfangreiche Energieeffizienz-Maßnahmen eingeleitet haben. Jeder kennt das Paradebeispiel für Energieeinsparungen in der Industrie: Die Umstellung der Antriebe auf drehzahlgeregelte Motoren. Seit Jahren „durchs Dorf getrieben“, stellen nur die wenigsten Unternehmen ihre laufenden Anlagen um. Kein Wunder, wenn die zu erzielenden Einsparungen nicht quantifiziert wurden, fehlt meist auch die Motivation. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter mit anderen Projekten ausgelastet, nicht selten überlastet sind.

Dennoch gewinnt laut Wallerius das Thema Energie bei vielen Unternehmen weiter an Bedeutung. Als Motivation nennt er unter anderem: Steigende Energiekosten, gesetzliche Bestimmungen, gesellschaftliche Verantwortung und ein zunehmendes Bedürfnis nach durchgängiger Kostentransparenz. In vielen Unternehmen wird aus diesem Grund von der Geschäftsleitung ein zentrales Energiemanagement-Team eingerichtet. Eine Kernaufgabe dieses Teams ist die Identifikation, Definition, Durchführung und Kontrolle von Energieeinsparmaßnahmen. „Wir wollen mit dem Band 2 unseres Sparbuchs Energieeffizienz rechnet sich! aber nicht nur die Energiemanager ansprechen“, betont Wallerius. Das Sparbuch soll auch andere interessierte Kreise, vom Betriebselektriker in der Instandhaltung, den Projekteuren im Engineering bin hin Einkäufer, Controller und Werksleiter, motivieren, das Thema Energieeffizienz aktiv anzugehen.

In Band 2 haben die Experten von Endress+Hauser die Anwendersicht noch stärker in den Fokus gerückt. „Wir skizzieren konkrete Problemsituationen aus den Betrieben entlang der wichtigsten Energieträger, zeigen Lösungsmöglichkeiten auf und beschreiben den Nutzen“, skizziert Wallerius den Aufbau. Die Beschreibung einer Lösung allein reicht aber selten aus, um einen Investitionsantrag im Unternehmen durchzubekommen. Dazu braucht es meist konkrete Zahlen zum benötigten Kapital, die Amortisationszeit und die zu erwartende Rendite. Wallerius: „Daher führen wir zu jedem Beispiel auf Basis realistischer Zahlen eine typische Kalkulation durch und stellen die Einsparungen den notwendigen Investitionen gegenüber.“

Der Erfolg des ersten Sparbuchs im Jahr 2010 belegt den Bedarf an einfach strukturierten Praxisbeispielen, die den Anwendern die versteckten Potenziale aufzeigen. Über 3000 Exemplare des Band 1 wurden bereits verschickt. Hinzu kommen die Downloads von der Homepage. Wallerius: „Aufgrund des erstes Sparbuchs sind zahlreiche Kunden zum Thema Energiemanagement mit uns in Kontakt getreten.“ Daraus entwickelte sich eine Vielzahl an Projekten, von individuellen Messtechniklösungen über dezentrale Visualisierungsprojekte bis hin zur Implementierung einer standortübergreifenden Energiemanagement-Software. Auf die Frage, ob sich denn die Sparbücher auch für Endress+Hauser rechnen, schmunzelt Wallerius: „Bisher können wir über einhundert Projekte in direkten Zusammenhang mit dem Sparbuch bringen.“

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