NI Week 2009

Stefan Kuppinger,

National Instrument stellt LabView-Update vor

Heute startet um 8 Uhr 30 Ortszeit im texanischen Austin die NI-Week. Zu dem jährlichen Messtechnik-Event erwartet die Firma National Instruments mehrere Tausend Teilnehmer. Im Mittelpunkt steht die LabView-Version 2009.

© Bild: National Instruments

In Zukunft wird National Instruments jedes Jahr eine neue Version von LabView veröffentlichen und diese nach dem jeweiligen Erscheinungsjahr benennen. Mit der Software-Plattform LabView 2009 will National Instruments Anwendungsbereiche wie Infrastrukturprojekte, Umweltprojekte und Medizintechnik verstärkt unterstützen. Die Grundlage dafür bilden Innovationen in Schlüsseltechnologien wie Virtualisierung/Multicore, FPGA-Design, ein Wireless-Sensornetz und die Integration von Mathematik-Funktionen in Echtzeit-Betriebssysteme.

Virtualisierung erlaubt die Ausführung mehrerer Betriebssysteme nebeneinander auf einem Multicore-Rechner und damit die Erstellung effizienterer Systeme. Das Software-Modul Hypervisor kombiniert dazu das Real-Time-Module von LabView mit universellen Betriebssystemfunktionen. Die Betriebssysteme werden auf separaten Prozessorkernen ausgeführt und teilen sich die Systemressourcen. Dies reduziert die Gesamtkosten und -größe eines Systems.

Darüber hinaus wurden Compiler und IP-Cores verbessert, die das Design von Field-Programmable Gate Arrays (FPGAs) vereinfachen. Eine parallele For-Schleife verteilt Schleifendurchläufe über mehrere Prozessoren und erhöht somit die Ausführungsgeschwindigkeit eines Prozesses. Bei FPGA-Programmierung erleichtern frühe Rückmeldungen beim Kompilieren und das Markieren kritischer Pfade das Erkennen von Timing-Verstößen und Auslastungsproblemen. Zudem sorgt ein neuer FPGA-IP für einen höheren Datendurchsatz bei Mathematikfunktionen und der Signalverarbeitung.

Mit der aktuellen Version 2009 lässt sich LabView-Programmcode direkt auf dezentralen Wireless-Sensormodulen (WSN) implementieren. Die ersten zwei Module auf Basis der IEEE 802.15.4-Funktechnologie werden jetzt auf der NI Week vorgestellt: Ein Modul mit vier Analogeingängen (± 10 V) und einen Wireless-Knoten für vier Thermoelemente und 24 bit Auflösung. Die Mithilfe des Software-Moduls Pioneer können die einzelnen WSN-Knoten individuell programmiert werden, um beispielsweise die Batterielebensdauer und die Messrate anzupassen. Laut National Instruments sind mit vier AA-Batterien bis zu drei Jahre Betriebsdauer realisierbar.

Mit dem Modul MathScript RT erweitert National Instruments den Zugriff auf Echtzeit-Mathematikfunktionen: Anwender, die mit textbasierten Mathematik-Werkzeugen arbeiten, können damit ihre bestehenden Algorithmen auf deterministischen Betriebssystemen ausführen und mittels interaktiver Benutzeroberflächen und realen Ein- und Ausgängen testen. Diese vereinfachte Implementierung mathematischer Algorithmen auf Echtzeit-Embedded-Hardware unterstützt Entwickler, die Markteinführungszeit ihrer Produkte zu verkürzen.

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