Job & Mensch

Alexandra Hose,

Quiet Cracking, die stille Unzufriedenheit

Quiet Cracking schleicht sich ein. Immer mehr Beschäftigte ziehen sich still von ihrem Job zurück, ein Phänomen, das Adaptavist als Quiet Cracking bezeichnet. Eine internationale Studie mit 4.000 Knowledge Workern zeigt die Tendenzen.

74 % der Knowledge Worker verstehen nicht immer, warum sie an einer bestimmten Aufgabe arbeiten. © stock.adobe.com/jiratip

Eine neue Adaptavist-Studie zeigt: Mitarbeiter verlieren ihre Motivation durch fehlende Klarheit, Jargon und digitalen Stress. 

Das als Quiet Cracking bezeichnete Phänomen des schleichenden Distanzierens vom Job nimmt laut Adaptavist gravierend zu: Fast die Hälfte (43 %) der Befragten gab an, in den letzten zwölf Monaten Veränderungen in ihrer Leistungsfähigkeit oder Fokussierung festgestellt zu haben. 

Die Studie deckt einige der wichtigsten Faktoren auf, die zu diesem Gefühl der Entfremdung beitragen:

  • Mangelnde Klarheit – Mehr als drei Viertel (76 %) geben zu, dass sie nicht immer verstehen, warum sie bestimmte Aufgaben am Arbeitsplatz erledigen müssen.
  • Unternehmensjargon – 72 % sagen, dass Schlagworte (z.B. „KPIs”, „Effizienz”, „Action Items”) sie demotivieren, wobei 34 % mehrmals pro Woche dadurch frustriert sind.
  • Technostress – 23 % fühlen sich von „digitalem Lärm” überfordert.

Das „Warum” verstehen

Severance, eine Apple-TV-Serie, präsentierte eine dystopische Sichtweise auf die Folgen, die entstehen, wenn das „Warum” hinter Arbeitsaufgaben nicht verstanden wird. Die Untersuchungen von Adaptavist zeigen, dass diese Ideen gar nicht so weit von der Realität entfernt sind. Mitarbeiter, die den Sinn ihrer Aufgaben verstehen, zeigen seltener Anzeichen von „Quiet Cracking“ als jene, die diesen Sinn nicht erkennen. 42 % der Menschen, die den Grund für ihre Aufgaben nicht verstehen, berichten von verminderter Motivation. 

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Wer das „Warum“ hinter seinen Aufgaben versteht, leidet seltener unter technologiebedingtem Stress oder Ängsten am Arbeitsplatz als diejenigen, die dies nicht tun, und erweisen sich als widerstandsfähiger und erfolgreicher im Umgang mit Technologie. Tatsächlich geben sie fast doppelt so häufig (49 % gegenüber 25 %) an, dass sie sich durch ihr Arbeitsumfeld angeregt und motiviert fühlen. 

Zudem sagen diejenigen, die den Zweck ihrer Aufgaben am Arbeitsplatz verstehen, mehr als doppelt so häufig (52 % gegenüber 19 %), dass Fachjargon oder Business-Sprache sie niemals dazu veranlasst, sich mental zurückzuziehen oder weniger produktiv zu arbeiten. 

Jüngere Arbeitnehmer spüren diese Vorteile jedoch unverhältnismäßig selten: Ein Drittel (36 %) der 18- bis 24-Jährigen geben an, dass sie nur „manchmal” oder „selten” verstehen, warum sie bestimmte Aufgaben bei der Arbeit erledigen – das liegt über dem Gesamtdurchschnitt von 27 % und deutlich über dem Wert für die Altersgruppe 55+ (17 %) . 

Neal Riley, Innovation Lead bei The Adaptavist Group, kommentiert die Ergebnisse: „Führungskräfte können es sich nicht länger leisten, die Schwachstellen im Hinblick auf das Engagement am Arbeitsplatz zu ignorieren. Es ist offensichtlich, dass Mitarbeiter eher Klarheit und Sinnhaftigkeit brauchen als Schlagworte. Teams brauchen Tools, die eine effektive Zusammenarbeit unterstützen und Stress und Arbeitsbelastung nicht noch weiter verstärken."

Der Begriff „Knowledge Worker“ bezieht sich auf Arbeitnehmer, deren Hauptkapital Wissen ist. Beispiele hierfür sind IT-Fachleute, Designer, Ingenieure, Redakteure, Wissenschaftler, Wirtschaftsprüfer, Akademiker, deren Aufgabe es ist, "für ihren Lebensunterhalt zu denken". 
Im Rahmen der Studie wurden im August 2025 4.000 Knowledge Workers aus Großbritannien, den USA, Kanada und Deutschland befragt. Die Studie wurde von Attest durchgeführt. 
Die Stichprobe verteilte sich folgendermaßen:
Großbritannien: n=1.000
Vereinigte Staaten: n=1.000
Kanada: n=1.000
Deutschland: n=1.000

ACHTUNG!: Die hier vorgestellten Ergebnisse entsprechen den in Deutschland gemachten Angaben. 

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