zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Arbeitswelt

Peter Tischer | Davina Spohn,

Großraumbüro als Kommunikationskiller

Ob Einzel-, Großraumbüro oder flexible Arbeitsplatzwahl – jede Workplace-Strategie verändert die unternehmens- interne Kommunikation und Teamstruktur. Eine Pauschallösung gibt es nicht, doch die Zukunft zeigt in Richtung größerer Flexibilität.

© Ludmilla Parsyak/ Fraunhofer IAO

Das Büro ist eine Art Dauerbaustelle. Mit modernen Collaboration-Lösungen könnte das Zeitalter absoluter Freiheit des Arbeitens beginnen, doch am Nebeneinander unterschiedlichster Konzepte hat sich in den letzten Jahren überraschend wenig geändert. Dahinter steht der unternehmerische Versuch, die perfekte Balance zwischen Teamleistung und Einzelspieler und zwischen Konzentration und Kommunikation zu erlangen.

In einer aktuellen Harvard-Studie geht es dem Großraumbüro an den Kragen. Dessen Idee ist eigentlich simpel: Durch offene Räume soll die Kommunikation unter Mitarbeitern steigen und sich das Wir-Gefühl im Team verstärken – quasi das Ende für den Eigenbrötler im Einzelbüro. Doch die Harvard-Studie verneint diese Entwicklung. Ihr Ergebnis: Großraumbüros reduzieren den direkten Austausch zwischen Kollegen deutlich. In Zahlen ausgedrückt sinkt die Anzahl direkter Gespräche um 70 % von 5,8 auf 1,7 Stunden pro Tag und die Kommunikation über E-Mails und elektronische Sofortnachrichten steigt um über 50 %.

Nun mag man der Studie entgegenhalten, dass der Beobachtungszeitraum von vier Wochen zu kurz gewesen sei, weil die Eingewöhnung mehr Zeit erfordert hätte. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wo der pauschale Mehrwert eines Großraumbüros liegen soll, wenn Mitarbeiter den angeblichen Kommunikationsvorteil nicht intuitiv und von selbst entdecken, sondern aufwendig erlernen müssen. Und dieser Gedanke gibt auch einen Ausblick auf die vielleicht erfolgversprechendste Lösung: Flexibilität. Jeder Mensch tickt und arbeitet anders. Unternehmen, die diese Individualität mittragen und es dem Mitarbeiter überlassen, ob er lieber alleine oder mit anderen oder zuhause im Garten arbeitet, werden die zufriedensten Mitarbeiter haben. Und wer zufrieden ist, kommuniziert bekanntlich auch mehr und arbeitet effizienter.

Anzeige
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Führung

Wie Mitarbeiter zu Opportunisten werden

Führungskräfte sollten einen wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern pflegen - so die moderne Führungslehre. In der Praxis wird oft Druck nach unten abgelassen. Wie raues Klima Mitarbeiter zu Opportunisten macht, beschreibt Management-Berater Dr....

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Bionik

Roboterfliege meistert Flugmanöver

Einen 80 Milligramm schweren Prototyp eines Flugroboters haben US-Forscher der Harvard School of Engineering and Applied Sciences auf einen kontrollierten Jungfernflug geschickt - statt schwerer Elektromotoren nutzt das Kunstinsekt einen filigranen...

mehr...

Bionik

Forscher entwickeln Roboter-Regenwurm

Er kriecht und nutzt dabei die gleiche Fortbewegungstechnik wie der Regenwurm: Der 'Meshworm' bewegt sich vorwärts, indem er verschiedene Bereiche seines 'Körpers' abwechselnd zusammenzieht und entspannt. Möglich wird das durch eine...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren