Bildung und Arbeitsmarkt

Andrea Gillhuber,

IBM ruft KI-Projekte weltweit aus

IBM startet eine globale Ausschreibung für KI-Lösungen in Bildung und Arbeitsmarktintegration. Gemeinnützige Organisationen und Hochschulen können sich bis Ende März 2026 bewerben.

© IBM

IBM startet eine weltweite Ausschreibung für die nächste Kohorte seines 'Impact Accelerator Programms'. Im Mittelpunkt stehen KI-Anwendungen für Bildung und Arbeitskräfteentwicklung. Eingeladen sind gemeinnützige Organisationen, staatliche Stellen und akademische Einrichtungen, gemeinsam mit IBM Lösungen zu entwickeln, die Lernen erleichtern, berufliche Übergänge unterstützen und den Zugang zu qualifizierten Arbeitsplätzen verbessern.

Der Abstand zwischen vermittelten Kompetenzen und den Anforderungen des Arbeitsmarkts wächst. Zugleich verändert KI zahlreiche Berufe. Nach einer Studie des IBM Institute for Business Value erwarten 67 Prozent der befragten Führungskräfte kürzere Stellenprofile; 57 Prozent gehen davon aus, dass die heute benötigten Fähigkeiten bis 2030 weitgehend überholt sein werden. Laut Pearson verursachen langsame oder unklare Übergänge von Ausbildung in Beschäftigung in den USA jährlich Kosten von rund 1,1 Billionen Dollar.

Viele Bildungseinrichtungen und Arbeitsmarktorganisationen verfügen jedoch nicht über die nötige Dateninfrastruktur oder personelle Kapazitäten, um Schritt zu halten. Arbeitgeber klagen über Qualifikationslücken, Lernende über mangelnde Orientierung. Das Impact-Accelerator-Programm soll Organisationen fördern, die neue Wege für Lernen, Weiterbildung und den Einstieg in Beschäftigung entwickeln.

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„Bildungs- und Arbeitsmarktsysteme stehen unter dem Druck, sich schneller als je zuvor anzupassen, doch vielen fehlen die Mittel dazu“, sagte Justina Nixon-Saintil, Vizepräsidentin und Chief Impact Officer von IBM. „Mit dieser globalen Ausschreibung unterstützt IBM Organisationen, die KI nutzen, um die Kluft zwischen Lernen und Arbeit in Echtzeit zu schließen und gleichzeitig die Wege zu stärken, die Bildung mit qualifizierten Arbeitsplätzen verbinden.“

Gefördert werden Projekte, die KI in Lehre, Bewertung und Berufsorientierung einsetzen, etwa personalisierte Lern- und Beratungsassistenten, Datenplattformen zur Vermittlung realer Arbeitsmöglichkeiten oder Simulationsumgebungen für Pädagogen und politische Entscheidungsträger. Auch die Prognose künftiger Bildungsbedarfe gehört zu den möglichen Anwendungsfeldern.

Ausgewählte Teilnehmer erhalten ein zweijähriges Technologie- und Implementierungsstipendium mit Zugang zu IBM-Angeboten wie watsonx, Granite-Modellen, IBM Cloud, IBM Quantum und Red-Hat-Technologien sowie Unterstützung durch Experten aus Forschung, Design und Beratung. Strategischer Partner ist EY. Bewerben können sich gemeinnützige Organisationen, staatliche Einrichtungen sowie öffentliche und private Hochschulen. Die Projektarbeit erfolgt über zwei Jahre hinweg auf Englisch.

Die Angebotsphase läuft bis zum 25. März 2026. Details zu Teilnahmebedingungen und Bewerbung finden sich in der offiziellen Ausschreibung des IBM Impact Accelerator Education and Workforce Programms. Fragen können an [email protected] gerichtet werden.

Der Impact Accelerator wurde 2022 gegründet, um soziale Innovationsprojekte mit Technologie und Fachwissen zu unterstützen. 2024 kündigte IBM an, innerhalb von fünf Jahren bis zu 45 Millionen Dollar in Geld- und Sachleistungen bereitzustellen. Bislang wurden 25 Organisationen gefördert; deren Projekte erreichten nach Angaben des Konzerns rund 2,5 Millionen Menschen, unter anderem in den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft, Energie, Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung.

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