Jubiläums-Editorial
Als Twix noch Raider war
Als ich Anfang 2000 zur Computer&Automation kam, war ich durch mein vorheriges Studium der Marketingkommunikation weitestgehend für Werbung für den Endverbraucher sensibilisiert. Zwei Welten prallten aufeinander.
Tiffany Dinges, Sales Director der Computer&Automation
© WFMDamals wurde in Villabajo noch geschrubbt, die Mini-Wini-Würstchenkette drangsalierte beide Gehörgänge, ich nutze morgens Aronal, abends Elmex – nicht immer, aber immer öfter –, der Melitta-Mann forcierte meine Präferenz für Kaltgetränke und, falls es trotz Calgonit nicht mit dem Nachbarn klappte, bestellte ich einfach eine Pizza für Jonas Wagner oder badete meine Hände in Geschirrspülmittel – Entschuldigung, in Palmolive.
Als ich nun bei der Computer&Automation morgens um halb zehn in Deutschland erstmals das Terrain der Fachzeitschriften betrat, verstand ich ausnahmslos „Bahnhof“, wenn der damalige Chefredakteur Meinrad Happacher in jeder lila Pause gleichermaßen wiederholt wie verzweifelt versuchte, mir Themen der Management- und Steuerungsebene zu erklären. Aber ich begriff immerhin schnell den Unterschied in der Werbeansprache an Endverbraucher und Industriekunden. Gemein hatten sie den Anspruch, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und Leserinnen und Leser dazu zu bewegen, mehr über die beworbenen Produkte zu erfahren. Doch während die Werbung für den Consumer überwiegend versucht, seine emotionale Ebene zu erreichen, dem man als gutem Freund einfach mal ein Küsschen gibt, zielt die Industriewerbung auf die Vermittlung nüchterner Informationen ab.
Meine Herausforderung war und ist noch immer, eben diese Informationen zu kennen und über die technologischen Entwicklungen der Werbepartner informiert zu sein, um sie zum richtigen Zeitpunkt für unsere Fachzeitschrift zu begeistern. Hallo Herr Kaiser! Denn 25 Jahre Computer&Automation bedeuten zugleich 25 Jahre Entwicklung der Werbelandschaft, in der bekanntlich nie stillstehenden Automatisierung. Vorsprung durch Technik.
"Clippy", deutschen Nutzern auch als "Karl Klammer" bekannt, war ein Assistent für Microsoft Office. Der Office-Assistent sollte die Benutzer unterstützen und hatte das Aussehen einer interaktiven, animierten und den Benutzer in Sprechblasen „ansprechenden“ Cartoon-Büroklammer.
© MicrosoftIn diesen 25 Jahren haben Anzeigen in der Computer&Automation eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von technischem Wissen gespielt. Als Ergänzung der fundiert unabhängigen und unersetzlichen Berichterstattung unserer Redakteure, sind sie die kreativen Plattformen für Unternehmen, um Produkte einem anspruchsvollen Fachpublikum zu präsentieren.
Bis die Anzeigen damals jedoch in den Ausgaben auftauchen konnten, mussten auch wir als Team ab und an kreativ werden, wenn Daten zum Beispiel zwar endlich per neumodischer E-Mail verschickt werden konnten – Intel inside – die Anhänge aber aus Word-Dokumenten mit händischen Skizzen bestanden: „Bild drei Zentimeter neben Überschrift in Comic Sans setzen und Rahmen in Kaminrot. Bitte – Danke“. Darauf einen Dujardin. In diesen Momenten war die penetrant und fast höhnisch zwinkernde Office-Klammer (die Älteren unter uns erinnern sich wehmütig), unser kleinstes Problem. Merci, dass es Dich gibt. Nicht.
Während der vergangenen 25 Jahre haben Anzeigen eine spannende Transformation durchlaufen. So haben die Köpfe hinter den Motiven erkannt, dass Leserinnen und Leser auch emotional angesprochen werden dürfen, denn mit der rasanten Entwicklung der Technologie änderte sich auch die Art und Weise, wie Werbung wahrgenommen wird. Auch in Zukunft werden Fachzeitschriften und die Werbung darin eine wichtige Rolle im Entscheidungsprozess spielen. Die Herausforderungen mögen sich ändern, aber der Wunsch nach Wissen und Fortschritt wird die Computer&Automation weiter antreiben.
In unserer Serie "Werbung damals und heute" zeigen wir nicht nur den Wandel der Werbung, sondern lassen die betreffenden Partner selbst erzählen. Im E-Paper sind in den interaktiven Anzeigen per Klick übrigens zusätzliche Informationen der Unternehmen zu finden. Da weiß man, was man hat.
Ihre Meinung zum Thema: Schreiben Sie Tiffany Dinges














