Bosch Rexroth

Günter Herkommer,

Rexroth stellt neuen Engineering-Ansatz vor

Mit 'Open Core Engineering' will Bosch Rexroth Maschinenbauern künftig ganz neue Möglichkeiten bieten, eigene Software-Funktionen zu entwickeln. Dazu erhalten sie jetzt einen erweiterten Zugriff bei den Rexroth-Steuerungen bis auf den Kern.

Mit dem 'Open Core Interface' können Maschinenhersteller Applikationsprogramme mit Java als native Apps umsetzen und Smart Devices nahtlos in die Automatisierung einbinden.

© Bosch Rexroth

"Allein effizient zu sein, genügt beim Software-Engineering nicht mehr" – ist Lucas Wintjes, Geschäftsleiter Vertrieb und Branchenmanagement Fabrikautomation bei Bosch Rexroth, überzeugt und ergänzt: "Maschinenhersteller wollen sich zunehmend über individuelle Software-Funktionen und Maschinenkonzepte, die dem Anwender spezifischen Nutzen bringen, vom Wettbewerb differenzieren. Solche Kreativität braucht Freiraum."

Mit dem Ansatz 'Open Core Engineering' will Rexroth den Anwendern diesen Freiraum schaffen, indem er die Brücke schlägt zwischen dem klassischen SPS-Engineering und der so genannten IT-Automatisierung. Das heißt: Maschinenhersteller können aus Hochsprachen-basierten Anwendungen flexibel auf den Steuerungskern der Systemlösungen IndraMotion MLC und IndraLogic XLC zugreifen. "So können sie individuelle Lösungen selbstständig und einfacher sowie wirtschaftlicher als bisher realisieren", stellt Wintjes in Aussicht.

Im Zentrum des Ansatzes stehen Software-Tools und Funktionspakete, die vollständig auf offenen Standards und Technologien aufbauen. Die neue Schnittstelle 'Open Core Interface' erweitert dazu das bisher auf die SPS-Automatisierung fokussierte Software-Engineering für Hochsprachen-basierte Anwendungen. Maschinenhersteller können so zum einen individuelle Software-Funktionen selbst realisieren und zum anderen Hochsprachen-basierte IT-Technologien in ihre Automatisierungslösung integrieren. Konkrete Beispiele sind die Anbindung von Simulationstools oder die Verwendung von Smart-Devices mit nativen Apps. Darüber hinaus ermöglicht das Open Core Interface die Anbindung von Funktionen und Daten der Produktionsmaschinen aus IT-basierten Anwendungen wie beispielsweise Management Execution Systemen (MES) heraus.

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Lucas Wintjes, Bosch Rexroth: "Maschinenhersteller stehen beim Software-Engineering von Maschinen und Anlagen vor neuen Herausforderungen. Das IEC-61131-3-basierte Engineering stößt hier an seine Grenzen."

© Bosch Rexroth

Mit dem Open Core Interface haben Maschinenhersteller die freie Wahl der Geräteplattform – ob PC, Steuerung oder Smart Device – und der erforderlichen Programmiersprache: von C/C++, C# (.NET), Visual Basic, VBA (Office), LabView G, Objective-C und Java bis hin zu allen Programmieranwendungen, die die Einbindung von Microsoft-COM-Bibliotheken unterstützen. "Sie können damit sogar individuelle Steuerungsfunktionen für Echtzeit-Anwendungen unabhängig vom Steuerungsprogramm umsetzen", betont Wintjes in diesem Kontext. Der Anwender kann also mit Hochsprachen eigene Software-Funktionen schreiben, die dann als hardwarenahe Echtzeit-Anwendungen direkt auf der Steuerung oder in Nicht-Echtzeit auf externen Geräten wie PCs oder Smart Devices ablaufen.

Mit Apple iOS und Google Android unterstützt das Interface die derzeit wichtigsten Betriebssysteme für Smartphone und Tablet-PCs. Wintjes: "Die hohe Marktdurchdringung von Smart Devices in Kombination mit ihren innovativen und komfortablen Bedienkonzepten weckt bei Maschinenherstellern wie -betreibern derzeit großes Interesse. Denn hier zeichnen sich für die Zukunft neue Möglichkeiten ab, die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine bedienerfreundlicher, flexibler und intuitiver zu gestalten."

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