Embedded PC / Industrial Ethernet
Kontron setzt bei Atom-Boards auf FPGA-Stacks von Softing
Auf der embeded world gaben Kontron und Softing ihre strategische Allianz bekannt: Kontrons Prozessor-Boards mit Intels Multi-Chip Modul werden mit den Kommunikationsstacks von Softing ausgerüstet.
Dr. Wolfgang Trier, Vorstandsvorsitzender der Softing AG (links), und Dirk Finstel, Technikvorstand bei Kontron, bei der Bekanntgabe der strategischen Allianz. Kontron setzt auf den Boards mit Multi-Chip-Modulen die Kommunikationsstacks von Softing ein.
© computer-automation.deDie ersten Plattformen mit dem Kombi-Modul von Intel stellte Kontron bei der Markteinführung der CPU-Baureihe E600x auf der SPS/IPC/Drives vor. Derzeit gibt es einen PCIe/104-Singleboard-Computer mit dem Multi-Chip-Modul, das einen Atom-Prozessor E600C mit einem Altera FPGA kombiniert, sowie ein COM-Express-FPGA-Starterkit. Der Vorteil der Mutli-Chip-Lösung liegt in der gewonnen Flexibilität und Individualität: Auf dem FPGA können über so genannte IP-Cores nahezu beliebige Funktionen implementiert werden, beispielsweise die Kommunikationsschnittstellen von Softing, die im Rahmen der Kooperation direkt über Kontron lizensierbar sind. Diese FPGA-basierten Realtime-Ethernet-Lösungen - IP-Cores und Stacks für Profinet, Ethercat, Ethernet/IP und Modbus-TCP – lassen sich applikationsfertig in die IO-Hubs des Prozessorboards implementieren.
Der Vorteil: Müssen OEM die Echtzeitprotokolle auf einer Plattform variieren, spart dies die Entwicklung, Pflege und Bevorratung mehrerer Hardware-Varianten. Weitere Einsatzbereiche sind zum Beispiel Lösungen für Motion-Control. Hier werden kundenspezifische Algorithmen zusätzlich zu den Echtzeit-Ethernet-Protokollen auf dem FPGA implementiert. Dadurch lassen sich die zur synchronen Steuerung mehrerer Achsen notwendigen extrem kurzen Reaktionszeiten erreichen.
„Unser Ziel ist es, OEM-Kunden applikationsfertige Designs bereitzustellen, die bedarfsgerecht implementierte Schnittstellen haben, komplett getestet sind und damit direkt mit der Endanwendung zertifiziert werden können“, erklärte Dirk Finstel, Technikvorstand bei Kontron, auf der embedded world in Nürnberg.
Lasst Taten sprechen - Kontron unterstützt AMDs CPU-Familie
Norber Hauser, Vizepräsident Marketing bei Kontron: „Die AMD-Prozessoren der G-Serie schließen die Performance-Lücke zwischen den Atom-CPUs und den iCore-Prozessoren.“
© computer-automation.deDie im Januar angekündigte Unterstützung der neuen Prozessorbaureihe von AMD – der Embedded G-Series APU (Accelerated Processing Units) - wurde in ein erstes Board umgesetzt. „Das microETXexpress-OH ist das erste Computer-on-Module im besonders platzsparenden Formfaktor COM-Express-Compact, das mit der energieeffizienten CPU-Familie ausgestattet ist,“ betonte Norbert Hauser, Vizepräsident Marketing bei Kontron. Das kompakte Modul nutzt dabei die im Prozessor integrierte leistungsstarke Grafikeinheit: Dank des Typ-6 Pin-Outs von COM-Express führt das Modul sehr vielfältige Grafikschnittstellen auf das Trägerboard und eignet sich damit auch für Applikationen, in denen mehrere Displays parallel betrieben werden sollen.
Neben LVDS und VGA hat das Modul drei Digital-Display-Interfaces (DDI), über die sich Schnittstellen wie DisplayPort, HDMI sowie DVI realisieren lassen. Zudem unterstützt das Board bereits das superschnelle USB 3.0 mit zwei Ports für Peripheriekomponenten, wie besonders schnelle externe Speichermedien oder Full-HD-Videokameras. Das ermöglicht beispielsweise den Aufbau kleiner Machine-Vision-Systeme mit handelsüblichen Standardkomponenten.Dagegen versagt Kontron einem anderen Formfaktor die Unterstützung. Auf den von der PICMG Anfang März ratifizierten Rack-Standard PCIcompact Serial angesprochen, erklärte Dirk Finstel: „Wir haben uns entschieden die Spezifikation nicht in Produkte umzusetzen, weil wird glauben, dass sich der Standard im globalen Maßstab – und daran orientiert sich Kontron – nicht durchsetzen wird.“
Auf der Pressekonferenz gab auch der Kontron–Vorstandsvorsitzende Ulrich Gehrmann eine „Blitz“-Bilanz: „2010 wird für uns ein super Jahr das wir mit einem Umsatz über 500 Mio. Euro abschließen werden.“ Für das laufende Jahr 2011 stellte er 540 Mio. Euro in Aussicht. Goldene Zeiten, die zu Microsofts „Ritterschlag“ passen: Kontron wurde in den kleinen Kreis der Windows Embedded Gold Partner aufgenommen, zu denen weltweit nur knapp über 100 Unternehmen zählen. Damit zeichnet Microsoft die Betriebssystem-Expertise aus, die ein Unternehmen über Jahre bei der Entwicklung von Embedded-Plattformen auf Basis von Microsoft Embedded-Betriebssystemen unter Beweis stellt. Gold Partner erhalten bereits in einem frühen Stadium Zugang zu künftigen Softwarelösungen und Informationen über die Entwicklungstrends.












