Bitkom-Studie

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Firmen zögern bei Quantencomputing

Die Mehrheit der Unternehmen erkennt das Potenzial von Quantencomputing, investiert aber kaum. Gründe sind fehlendes Personal, unklare Anwendungen und hohe Hürden beim Zugang zur Technologie.

© Bartek Wróblewski/stock.adobe.com

Zwei Drittel der Unternehmen sehen Quantencomputing als Chance, aber nur 8 % beschäftigen sich intensiv damit. Viele fordern Förderung von Pilotprojekten und besseren Zugang zu Quantenplattformen. Das geht aus dem Studienbericht „Quantencomputing in der deutschen Wirtschaft 2026“ des Digitalverbands Bitkom hervor.

Die deutsche Wirtschaft bewertet Quantencomputing überwiegend als Zukunftstechnologie, treibt das Thema aber kaum voran. 67 % der Unternehmen ab 100 Beschäftigten sehen darin eine Chance, 19 % ein Risiko, 9 % erwarten keinen Einfluss. 80 % halten die Technologie für wichtig für die Wirtschaft insgesamt. Zugleich gehen 56 % davon aus, dass Wettbewerber sie einsetzen werden.

Dennoch bleibt die Aktivität gering: 64 % wollen zunächst Erfahrungen anderer abwarten. Nur 8 % beschäftigen sich sehr intensiv mit Quantencomputing, weitere 27 % in geringerem Umfang. 42 % planen einen Einstieg oder können ihn sich vorstellen.

„Quantencomputing ist derzeit noch keine Technologie, die sich in der Breite der Wirtschaft einfach nutzen lässt. Quantencomputing hat aber das Potenzial, ganze Branchen zu verändern, von der Materialforschung und der Gesundheitsversorgung über die Logistik bis zum Einzelhandel“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Es lohnt sich, frühzeitig Kompetenzen aufzubauen und mit Quantencomputing zu experimentieren.“

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Quantencomputing nutzt Effekte der Quantenphysik, um komplexe Berechnungen schneller zu lösen als klassische Computer. Einsatzfelder liegen etwa in Logistik, Medikamentenentwicklung und Materialforschung. Gleichzeitig könnten bestehende Verschlüsselungsverfahren angreifbar werden.

Europa im Bereich Forschung stark

Im internationalen Vergleich sehen nur 3 % Deutschland als führend. 35 % ordnen das Land im Mittelfeld ein, 29 % als Nachzügler. Als führend gelten die USA (32 %), vor China (14 %) und Japan (13 %). 12 % sehen derzeit kein führendes Land.

„Europa ist in der Quanten-Forschung stark, bei der Mobilisierung von privatem Kapital und der Überführung der Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen tun wir uns aber noch schwer“, so Wintergerst. „Deutschland und Europa müssen bei Quantencomputing eine Führungsrolle einnehmen. Hochentwickelte Fähigkeiten im Quantencomputing sind künftig eine Grundvoraussetzung für digitale Souveränität.“

Beim Thema IT-Sicherheit zeigt sich ein uneinheitliches Bild: 94 % sehen grundsätzlich Risiken durch Quantencomputing. 44 % halten sie für groß, 50 % für eher gering. Rund ein Drittel der interessierten oder aktiven Unternehmen hat noch keine Maßnahmen ergriffen. 46 % führen Risikoanalysen durch oder planen diese, 39 % setzen auf Sensibilisierung. 29 % beschäftigen sich mit quantensicherer Verschlüsselung, 22 % analysieren ihre kryptografischen Systeme.

Die größten Hürden bei der Umsetzung

Als größte Hürden nennen Unternehmen fehlendes Personal (65 %), regulatorische Unsicherheiten und Zweifel an der Reife der Technologie (je 61 %). 56 % fehlt der Überblick über Angebote und Anwendungsfälle, 54 % das nötige Wissen. 47 % sehen keinen klaren wirtschaftlichen Nutzen, 41 % beklagen begrenzten Zugang zu Hardware oder Testumgebungen, 27 % fehlendes Budget.

Unternehmen wünschen sich vor allem praktische Unterstützung: 69 % fordern Förderung für Pilotprojekte, 67 % einen einfacheren Zugang zu Quantenplattformen, etwa über Cloud-Dienste. 66 % wünschen mehr Marktübersicht, 61 % Schulungen und 50 % konkrete Anwendungsbeispiele.

„Die Unternehmen wollen keine hochtrabenden Visionen, sondern handfeste Einstiegshilfen ins Quantencomputing", sagt Wintergerst.

Grundlage der Studie ist eine repräsentative Befragung von 607 Unternehmen ab 100 Beschäftigten aus Industrie und Dienstleistungssektor. Die Erhebung fand zwischen Oktober und November 2025 statt.

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