Rückblick embedded world
Außergewöhnlicher Messeverlauf
Die embedded world Ende Februar in Nürnberg war eine eher außergewöhnliche Messe. Aufgrund der Corona-Problematik sagten zahlreiche Aussteller ihre Teilnahme ab. Auch die Besucherzahl brach ein. Technologisch setzte die Messe aber wie gewohnt Trends.
Es war eine sehr ungewöhnliche embedded world. Grund war de facto das Coronavirus und die daraus resultierende Lungenerkrankung Covid-19. Zahlreiche Aussteller sagten ihre Teilnahme ab, zu groß war die Angst vor der Ausbreitung des Virus. Über 930 Aussteller aus 42 Ländern fanden dennoch den Weg nach Nürnberg und präsentierten den rund 13.800 Fachbesuchern ihre aktuellen Entwicklungen.
Natürlich waren die Absagen von rund 200 Unternehmen auf der Messe zu sehen. Manches Unternehmen sagte die Teilnahme so kurzfristig ab, dass zwar der Messestand aufgestellt wurde, jedoch Exponate und Standpersonal fehlten. Die Messeverantwortlichen der Nürnberg Messe reagierten auf die Absagen, indem sie die Hallen zum Teil neu strukturierten.
Einige Aussteller freute sich daher über eine bessere Lage in den Messehallen, leere Hallenflächen verwandelten sich in Verweilzonen mit Sitzgelegenheiten und Pflanzen.
Die Auswirkungen des Coronavirus auf die embedded world dominierten die
Messegespräche sowie die Berichterstattung rund um die Messe. Dabei gerieten zum Teil die technologischen Entwicklungen der verbliebenen Aussteller ins Hintertreffen. Zu Unrecht, denn unter dem Messemotto ‚Connecting Embedded Intelligence‘ zeigten sie Software, Hardware, Tools, Dienstleistungen und Systeme zu künstlicher Intelligenz, Edge und Cloud Computing, Vernetzung sowie zahlreiche Möglichkeiten, Daten zu gewinnen, auszuwerten und zu analysieren.
embedded award 2020 verliehen
Der ‚embedded award‘ wurde in den Kategorien Hardware, Software, Embedded Vision, Safety & Security und Start-ups vergeben.
© NuernbergMesse / Frank BoxlerTraditionell wurden am ersten Messetag die embedded awards in den fünf
Kategorien Hardware, Software, Embedded Vision, Safety & Security und Start-ups vergeben. Eine Fachjury hatte im Vorfeld die Einreichungen bewertet, der Preis wurde letztendlich von Thomas Preutenborbeck, Bereichsleiter Eigen- und Partnerveranstaltungen von Nürnberg Messe, und Professor Dr.-Ing. Axel Sikora, Vorsitzender der Jury und des Beirats der embedded world verliehen.
Ausgezeichnet wurde in der Kategorie ‚Hardware‘ Giga Dvice Semiconductor für seinen Bumblebee-Prozessorkern auf Basis der neuen Open-Source-Befehlssatzarchitektur RISC-V. Dabei wurde erstmals eine General-Purpose-MCU unter einem RISC-V-Kern implementiert.
Crank Software konnte in der Kategorie ‚Software‘ mit einem Open-Source-Entwicklungstool für Benutzeroberflächen überzeugen. Mittels der Funktion ‚Hybrid Rendering‘ im UI-Entwicklungswerkzeug Storyboard ist das Rendering von umfassenden Benutzeroberflächen unter Nutzung mehrerer Grafik-beschleuniger (3DGPU und 2DGPU) in derselben eingebetteten Anwendung möglich. Wichtig ist diese Funktion für akkubetriebene mobile und IoT-basierte Geräte, die den hohen Anforderungen an die User Experience bei gleichzeitig geringer Stromaufnahme gerecht werden.
Die Firma NewAE Technology überzeugte in der Kategorie ‚Safety & Security‘ mit ihrer Open-Source-Bibliothek Chip Amour. Damit lassen sich Embedded-
Software-Lösungen entwickeln, die Fehlerinjektionen widerstehen.
Der erste Preis in der Kategorie ‚Embeded Vision‘ ging an DC Vision Systems für den DC-SVP (Stereo Vision Processor). Dabei handelt es sich um eine Stereokamera und elektronische Steuereinheit mit integriertem Prozessor und einem auf FPGA-Technologie basierenden Hardwarebeschleuniger. In der Firmware des DC-SVP ist eine Stereo-Bildverarbeitungs-Pipeline implementiert, welche die Messung der umgebenden 3D-Geometrie innerhalb des Sichtfeldes in Echtzeit direkt und ausschließlich auf der Kamera ermöglicht.
In der Kategorie ‚Start-up‘ gewann Quanticor Security mit der Quantencomputer-resistenten Authentifizierungs- und Verschlüsselungslösung Quantum-IDEncrypt. Die Sicherheitslösung ist mit einem Gerätemanage-mentsystem ausgestattet. Im Gegensatz zu früheren Systemen werden die öffentlichen Schlüssel von kurzen Kennungen wie der Seriennummer, MAC-Adressen oder anderen Kennungen abgeleitet. So muss keine Public-Key-Infrastruktur (PKI) eingerichtet werden.














