M2M / Industrie-Router
Warnung vor Hochwasser über Twitter
Das Hochwasser im Juni diesen Jahres brachte Ingenieure des Regensburger Unternehmens Insys Microelectronics auf die Idee, die speziellen Fähigkeiten von Routern für ein Hochwasser-Informationssystem zu nutzen, das auf das soziale Netzwerk Twitter zugreift.
Der Router verfügt über einen kleinen, integrierten Industrie-PC und eine so genannte programmierbare Linux-Sandbox. Ähnlich wie mit Smartphone-Apps lassen sich hier Programme aufspielen, die die Funktion der Geräte erweitern. So bietet der Regensburger Spezialist für industrielle Datenkommunikation Insys Microelectronics unter anderem die App 'HTML Watcher' an. Diese soll es ermöglichen, Internetseiten nach bestimmten, frei definierbaren Worten oder Werten zu durchsuchen. Eine Anwendung ist etwa die Überwachung der Pegelstände der Donau in Regensburg. Die App beobachtet eine Internetseite, die den aktuellen Pegel der Donau an der Eisernen Brücke in Regensburg anzeigt. Überschreitet das Wasser zuvor definierte Warnstufen, sendet der Router eine SMS etwa mit dem Inhalt "Meldestufe 3 Überflutung der Keilmauer Wasserstand > 500 cm" an einen eigens dafür eingerichteten Twitter-Account. Diese Information erscheint als Push-Nachricht auf den Smartphones der Follower.
"Mit der schnellen Information und der Warnung vor Hochwasser in Regensburg schaffen wir einen wertvollen Zusatznutzen", erläutert Melanie Sternecker, Junior Product Managerin bei Insys icom. Der primäre Nutzen der Sandbox sei es, auf Insys-Routern im industriellen Umfeld die Installation anwendungsspezifischer Zusatzfunktionen zu ermöglichen, so Sternecker. Beispielsweise ließen sich mit der App und einem Twitter-Benutzer-Account Alarmmeldungen von Maschinen aus einem bestimmten Gebiet an ein Service-Team übermitteln.
Insys ist von der Nutzbarkeit dieses Dienstes überzeugt und zieht dazu aktuelle Zahlen heran: Über 90 Prozent der Deutschen besitzen mittlerweile laut dem Unternehmen einen Account bei einem Social-Media-Portal wie Twitter oder Facebook. Über 50 Prozent von ihnen sind als Smartphone-Besitzer ständig erreichbar.










