Schwerpunkte

Teil 3 der TSN-Serie

Prototyping und Testing von TSN

19. Juni 2020, 06:30 Uhr   |  Florian Frick & Meinrad Happacher

Prototyping und Testing von TSN
© WEKA Fachmedien

An TSN werden sehr hohe Anforderungen in puncto Interopera­bilität gestellt. Welchen Beitrag leisten hierbei herstellerüber­greifende Testbeds? Wie können die Implemen­tierungen von TSN-­Standards, aber auch die Interoperabilität getestet werden?

Viele TSN-Standards und überlagerte Protokolle befinden sich derzeit noch in der Standardisierungsphase. Trotzdem laufen die Arbeiten an Prototypen firmenübergreifend auf Hochtouren. Dieses Vorgehen war in der Vergangen-heit, vor allem in der Automatisierungsbranche, eher untypisch, ist bei TSN aber unumgänglich. Grund ist: Einerseits stellt TSN eine zentrale Basis-technologie für die Digitalisierung der Produktion dar und muss in dieser Rolle sowohl eine breite Akzeptanz als auch sämtliche Anforderungen der verschiedenen Branchen erfüllen; andererseits übersteigt die Komplexität der Transformation von separaten IT- und OT-Systemen und der dazugehörigen Kommunikationstechnologie hin zu konvergenten Systemen und Netzen das bisher Gekannte. Es braucht deshalb neben der Standardisierung stets auch experimentelle Umsetzungen, frühe Prototypen und fundierte Unter-suchungen der vor­liegenden Ergebnisse und diskutierter Konzepte.

Vorwettbewerbliches Prototyping

Prototyping-Aktivitäten zu diesem Zeitpunkt zu unterstützen, ist für die beteiligten Unternehmen ein nicht unerheblicher Aufwand. Und dennoch: Gerade dieses Prototyping bringt einerseits der Technologie selbst und andererseits den beteiligten Unternehmen sehr wohl Vorteile:

• Unterstützung der Standard-Entwicklung: Viele Unternehmen engagieren sich in den Standardisierungsgremien. Die dort diskutierten Ansätze zu testen, zu validieren, aber auch zu optimieren, erfordert ein Prototyping, welches sich im Zusammenschluss meist effizienter gestalten lässt.

• Aktivierung des Ökosystems: Damit TSN und die darauf basierenden konvergenten Systeme den gewünschten Beitrag zur Digitalisierung leisten können, muss dieses Ökosystem eine möglichst hohe Verbreitung haben. Es muss ausreichend Infrastruktur zur Verfügung stehen und es müssen möglichst viele Endgeräte die entsprechenden Standards unterstützen. Die Abhängigkeit vom Ökosystem insgesamt ist direkte Motivation für jeden einzelnen, dies zu unterstützen. 

• Interoperabilität: Neben der Verbreitung der Technologie ist insbesondere eine reibungslose Interoperabilität Voraussetzung für ein funktionierendes Ökosystem.

• Produktentwicklung: Eine sehr pragmatische Motivation zum Einstieg ins frühe Prototyping ist der zu erwartende Vorsprung bei zukünftigen Produkten.

• Innovation: Viele erkennen die Relevanz und das Potenzial der Digitalisierung, sind sich aber hinsichtlich der eigenen Strategie noch nicht sicher. Ein früher Austausch und technischer Einblick können hier Innovationen fördern und Fehlinvestitionen vermeiden.

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1. Prototyping und Testing von TSN
2. ‚Neutraler Boden‘ im Testbed
3. Die TSN-Standards
4. Die Interoperabilität

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