Siemens und Merck

Maschinen besser miteinander sprechen lassen

Merck und Siemens kooperien
© Siemens

Siemens und Merck wollen Maschinen mehr und besser miteinander kommunizieren lassen, um die Qualität von hergestellten Produkten zu sichern.

Merck und Siemens streben eine Komplettlösung an, bei der sich Kunden von der Produktion bis hin zur Qualitätskontrolle im Labor auf eine zentrale, nicht manipulierbare Datenquelle verlassen können. Siemens plant hierfür den Aufbau eines objektzentrierten IIoT-Datenökosystems, in dem Objekte in einer vertrauenswürdigen und gesicherten Umgebung Daten austauschen können. Außerdem wollen die Partner das Crypto-Anchor-Technologieportfolio von Merck mit dem bewährten Rückverfolgungssystem (Trusted Tracebility) von Siemens (ein End-to-End-System, mit dem sich der Produktstammbaum verfolgen lässt) kombinieren und deren nahtloses Zusammenspiel mittels Blockchain-Technologie ermöglichen. Erste Pilotprojekte sollen kommendes Jahr beginnen. Die Lösung soll skalierbar sein und entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt werden können.

»Wertschöpfungsketten und Produktlebenszyklen müssen transparenter und nachhaltiger werden. Dafür werden wir gemeinsam mit Merck eine völlig neue digitale Lösung entwickeln, mit der Maschinen vertrauenswürdig miteinander kommunizieren und beispielsweise Produktions- und Labordaten austauschen können«, sagte Siemens-Vorstand Cedrik Neike. Kunden könnten die Effizienz ihrer Produktion erhöhen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit und Qualität ihrer Produkte in vielen Bereichen sicherstellen.

Die Technologie dürfte insbesondere in Branchen interessant sein, in denen Qualitätskontrollen eine große Rolle spielen, etwa in der Lebensmittel- und Getränke- sowie in der Pharmaindustrie. Aber auch andere Bereiche seien denkbar. »In unserer Kooperation mit Siemens sehen wir ein klares Potenzial, die Qualitätskontrolle und -sicherung in den unterschiedlichsten Branchen von Grund auf zu verändern«, sagte Laura Matz, Chief Science and Technology Officer von Merck.

Bei der Herstellung von Käse könnte das System beispielsweise Daten aus der Produktion - ob die Anlage gespült oder wie lange die Milch erhitzt wurde – mit Ergebnissen aus der Laboruntersuchung zu Keimen verknüpfen. Hinzu kämen Daten aus der Lieferkette – etwa, von welchem Bauer die Milch stammt und wann der Tanklastwagen gereinigt wurde.

Die Kombination dieser Daten soll auch neue Geschäftsmodelle erleichtern, bei denen nicht mehr für eine Anlage oder Maschinen, sondern für deren Leistung bezahlt wird. Um im Käsebeispiel zu bleiben, würde beispielsweise dafür gezahlt, wie viel Käse mit welcher Qualität hergestellt wurde.


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