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Smart Data statt Big Data

20. Mai 2020, 08:40 Uhr   |  Inka Krischke

Smart Data statt Big Data
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Durchgängig bis zur Sensor-/Aktor-Ebene kommunizieren, ­bidirektional und mit Zugriff auf Zusatzdaten – damit steigert IO-Link auch das Potenzial industrieller Cloud Services.

Die Cloud-Dienste der vier amerikanischen Technologie-Riesen Apple, Microsoft, Amazon und Google können den Alltag erheblich vereinfachen: Urlaubsfotos nicht mehr auf dem begrenzten Smartphone-Speicher, sondern im persönlichen Online-Ordner ablegen; Kalendereinträge und Kontakte auf gleich mehreren Geräten synchronisieren; oder gemeinsam am Planungs-dokument für die kommende Vereinsfeier arbeiten. 
Verständlich, dass Unternehmen die Vorzüge des Cloud Computing auch in industriellen Anwendungen nutzen wollen – mit speziellen Anforderungen, aber einem doch gemeinsamen Ziel: Daten effizient zu nutzen, ohne Netzwerk und Speicherplatz unnötig zu belasten. 
Für Industrial Clouds gilt es dabei, aus den vielen Informationen, die Feldgeräte wie etwa Sensoren oder RFID-Schreib-Lese-Köpfe sammeln, vorab die jeweils relevanten Werte herauszufiltern – also Big Data auf Smart Data zu reduzieren. Mit diesen Daten avanciert die Cloud zu weitaus mehr als nur einem Speicherort: Sie unterstützt Anwender beispielsweise bei der Integration neu angeschlossener Geräte, warnt automatisch bei kritischen Anomalien oder visualisiert die Betriebszeiten verschiedener Werkzeuge. Dank durchgängiger Kommunikation vom Sensor bis zur Cloud und zurück, wie sie zum Beispiel Turck anbietet, entsteht ein intelligenter Austausch zwischen Feldebene, Steuerung, Datenwolke und – sobald nötig – dem zuständigen Service-Mitarbeiter.

Zugriff auf Zusatzdaten

Mit dem Kommunikationsstandard IO-Link beginnt die Digitalisierung bereits im direkten Maschinenumfeld. Viele Feldgeräte verfügen inzwischen über Prozessoren, die neben den Nutzdaten weitere Informationen bereitstellen – etwa Diagnosedaten oder Geräteinformationen. Parallel zum eigentlichen Messwert ermöglicht IO-Link übergeordneten Systemen den Zugriff auf diese Zusatzwerte. Damit wird ein IO-Link Device wie ein Sensor zu einem sprechenden Teilnehmer, was am anderen Ende der Automationspyramide wiederum die Verwendungsmöglichkeiten von Cloud-Diensten erhöht.

Vorverarbeitung von Signalen

Der Ultraschallsensor liefert eine doppelte Zustandsüber-wachung, indem er neben dem Füllstand auch kontrolliert, ob sich Schaum auf der Oberfläche bildet.
© Turck

Der Ultraschallsensor liefert eine doppelte Zustandsüberwachung, indem er neben dem Füllstand auch kontrolliert, ob sich Schaum auf der Oberfläche bildet.

Um die Datennutzung oberhalb der Feldbus-Ebene auf Smart Data zu beschränken, ist dezentrale Intelligenz erforderlich. Das heißt: Ein Vorver-arbeiten von Signalen erfolgt bereits im Feldbus-Modul. Im IO-Link-Master TBEN-L-8IOL von Turck zum Beispiel können Anwender direkt konfigurieren, welche Variablen in die Cloud übertragen werden.
Dezentrales Auswerten von Daten bedeutet darüber hinaus, zeitkritische 
Messungen vor Ort im Modul durchzuführen, ohne Kommunikationsnetze zusätzlich zu belasten. Auf diese Weise bleiben auch Prozessabfolgen im Millisekunden-Takt ungestört, während lediglich bestimmte Daten zur weiteren Verwendung übertragen werden. In die Cloud führen dazu mehrere Wege: kabelgebunden über die IP67-Steuerung TBEN-L5-PLC-10 oder per Drahtlosverbindung über das Cloud-Gateway TCG20 mit WLAN oder Mobilfunk.

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1. Smart Data statt Big Data
2. Geräte-Identifikation samt IODD-Abgleich
3. Prozessparameter im Blick behalten

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