TU Dresden
Bewässerung per Roboter
Forschende des Barkhausen Instituts und der TU Dresden haben einen Gießroboter-Prototyp entwickelt. Ab Ende August dreht er erste Testrunden im denkmalgeschützten Schlosspark Pillnitz.
Durch den Klimawandel ist der Aufwand beim Gießen deutlich gestiegen. Hier setzt der Gießroboter an und wird perspektivisch beim Bewässern von Kübelpflanzen entlasten. Der Roboter wurde schließlich als Assistenzroboter konzipiert. Er arbeitet mit den Gärtnerinnen und Gärtnern zusammen und unterstützt sie bei der körperlich schweren Arbeit. Kontrolle und Steuerung des Roboters liegen in der Hand des Fachpersonals. Die Gartenfachkräfte bedienen durch ein kleines mobiles Steuerterminal mit Display und Tasten zur Eingabe. Die Handhabung ist intuitiv und benötigt kaum Einarbeitung. Der Roboter agiert lediglich auf Befehl autonom, zum Beispiel bei der Tankfahrt für frisches Gießwasser. Zusätzlich kann der Roboter feste GPS-Punkte anfahren, beispielsweise um Material oder Werkzeug zu verteilen. Für den Prototyp wurde eine kettenbetriebene Roboterplattform mit extra breiten Profilen verbaut, um die Wege im Gartendenkmal zu schonen. Das ist vor allem aufgrund des hohen Gewichts im betankten Zustand notwendig. Der Roboter kann mit einem Akku bis zu sechs Stunden arbeiten und bewegt sich durch seinen Elektroantrieb und sein kompaktes Design leise und mobil. Ein Sicherheitsbereich ist mittels Laserscanner fest definiert. Betreten Gäste diesen Bereich, bremst der Roboter und schaltet sich ab.
400 Liter Fassungsvermögen, 700 Kilogramm Zugkraft
»Roboter autonom von A nach B fahren zu lassen, braucht nur Sekunden. Die Entwicklung dauerte Monate«, fasst Markus Böhme, Leitender Ingenieur und Associate Researcher vom Barkhausen Institut, zusammen. In der fast dreijährigen Entwicklungsphase haben acht Projektmitarbeiter der Barkhausen Institut gGmbH und der TU Dresden zusammen mit dem Gärtnerteam aus Pillnitz und Verantwortlichen der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) den Prototyp konzipiert und gebaut. Wissen aus den Disziplinen Elektrotechnik, Softwareentwicklung, Maschinenbau, Landschaftsarchitektur, Design und Forstwissenschaften ist in das Projekt eingeflossen. Final verbaut sind 200 Schraubverbindungen, 100 Meter 3D-Druckfilament, 50 Meter Aluprofile, 30 Meter Kabel, 15 Meter Schlauch und acht Sensoren. Der Wassertank hat 400 Liter Fassungsvermögen. Der Roboter hat eine Zugkraft von 700 Kilogramm, wiegt eine halbe Tonne und fährt Schrittgeschwindigkeit.
Die Entwicklungskosten liegen bei rund 630.000 Euro. Davon stammen 10 Prozent aus Mitteln des Freistaates Sachsen. Während der erste Prototyp erprobt wird, wird bereits ein baugleiches zweites Exemplar zusammengeschraubt.











