SPS 2025

Andrea Gillhuber,

ZVEI fordert KI-Reformen auf EU-Ebene

Industrial AI eröffnet laut ZVEI neue Effizienz- und Produktivitätspotenziale in der Automation. Auf der SPS fordert der Verband mutige strukturelle Reformen und bessere Rahmenbedingungen. Trotz globaler Unsicherheiten rechnet die Branche 2026 mit leichtem Wachstum.

Rainer Brehm, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation anlässlich der Pressekonferenz auf der SPS 2025. © Uwe Niklas/Computer&Automation

Anlässlich der Pressekonferenz zur SPS betont der ZVEI den tiefgreifenden Wandel in der industriellen Wertschöpfung durch Industrial AI. „Industrial AI ermöglicht neue Formen der Wertschöpfung, von selbstoptimierenden Anlagen bis zu Agentic-AI-Ökosystemen“, sagt Rainer Brehm, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation. Dadurch entstünden „enorme Potenziale für Effizienz, Qualität und Geschwindigkeit“.

Eine aktuelle ZVEI-Umfrage unter Unternehmen, die bereits industrielle KI-Anwendungen einsetzen, zeigt weiterhin hohe Investitionsbereitschaft: Zwei Drittel erwarten einen positiven Einfluss auf ihre Wettbewerbsposition. Rund ein Viertel will in den nächsten fünf Jahren 20 % oder mehr der Gesamtinvestitionen in industrielle KI-Anwendungen lenken.

Gleichzeitig sehen viele Betriebe regulatorische Hürden: Fast jedes zweite Unternehmen bewertet EU-Regelwerke wie AI Act, Cyber Resilience Act und Data Act als Einschränkung, die Investitionen eher ins EU-Ausland verlagern könnte. „Unsere Unternehmen sind bereit zu investieren. Aber sie brauchen ein Umfeld, in dem ihre Innovationskraft nicht im Dickicht der Regulierung steckenbleibt. Europa muss praxisnah, mutig und technologieoffen agieren, damit industrielle KI hier entsteht“, so Brehm.

Anzeige

Leider sei es bisher nicht gelungen, dies auf EU-Ebene zu verankern. So lasse der zuletzt vorgestellte Entwurf für den sogenannten Digitalomnibus zum Bürokratieabbau in diesem Bereich den Mut zu beherzten strukturellen Reformen vermissen. Der ZVEI fordert daher, industrielle KI vollständig aus dem AI Act herauszunehmen. Entscheidend seien leistungsfähige digitale Infrastrukturen und Datenökosysteme. „Weltweit anwendbare, sichere Datenstandards sind ein Schlüsselelement“, ergänzt Gunther Koschnick, Geschäfts-
führer des Fachverbands.

Konjunkturell bleibt die Lage gemischt: Zwischen Januar und September 2025 legten Umsatz (+2,2 %) und Auftragseingänge (+4,8 %) zu, während die reale Produktion noch um 1,6 % sank (2024: -13 %). Exportseitig belasteten neue US-Zölle auf Stahlimporte und eine schwache Nachfrage aus China (-8 %) und den USA (-6,9 %). Zuwächse im EU-Export (+7,8 %) konnten diese Rückgänge jedoch teilweise ausgleichen. Die verhaltene Entwicklung im Maschinenbau und in der Autoindustrie dämpft den Inlandsmarkt weiterhin.
Für 2026 zeigt sich der ZVEI dennochmvorsichtig optimistisch und erwartet ein moderates Wachstum der Automation.

ZVEI auf der SPS 2025: Halle 3 Stand 321

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

ZVEI-Umfrage

Industrie investiert stärker in KI

Eine Umfrage des ZVEI zeigt: Fast jedes zweite Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie nutzt industrielle KI bereits produktiv. Viele planen steigende Investitionen und erwarten schnelle wirtschaftliche Effekte. Für 2026 stellt die Branche...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Digitaler Zwilling

EDAG und Framence kooperieren

EDAG Production Solutions und Framence haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Gemeinsam entwickeln die Unternehmen Lösungen für digitale Zwillinge, Engineering und die Digitalisierung industrieller Produktionsumgebungen.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren