VDMA
Wachstum für den Maschinenbau
Der VDMA hat seine Produktionsprognose für 2021 um 3 Prozentpunkte auf +7 % erhöht. Auch die aktuelle Corona-Blitzumfrage zeigt: Die Unternehmen rechnen mit einer steigenden Nachfrage. Die Zeichen stehen gut.
Der Optimismus im Maschinen- und Anlagenbau steigt, meldet der VDMA. Das spiegelt auch die aktuelle 10. Corona-Blitzumfrage: Nur noch 7 bzw. 27 % der 726 teilnehmenden Unternehmen geben an, gravierende bzw. merkliche Beeinträchtigungen durch Auftragseinbußen und Stornierung. Im Januar waren dies noch 14 bzw. 39 %. Dementsprechend hat jedes vierte Unternehmen (26 %) keine Probleme mit Auftragseinbußen oder gar Stornierungen, weitere 40 % nur geringe Schwierigkeiten. 24 % aller Unternehmen erwarten weiter abnehmende Probleme auf der Nachfrageseite. Allerdings klagt etwa ein Viertel der Maschinenbaufirmen über Produktionsbehinderungen infolge von Engpässen in den Lieferketten. Auch die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeit angemeldet haben, geht stetig zurück.
Produktionsprognose angehoben
Der Verband hebt auch aus diesen Gründen seine Produktionsprognose um drei Prozentpunkt auf +7 % an. Das reicht allerdings noch nicht aus, das Vorkrisenniveau zu erreichen. Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind nach wie vor spürbar. »Auch andere Störfaktoren wie immer wieder auftauchende Lieferengpässe bestimmter Produkte oder der durch die Krise forcierte Strukturwandel in wichtigen Abnehmerindustrien sowie die politischen und wirtschaftlichen Spannungen zwischen den USA und China sorgen für Verunsicherung. Aber die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau zeigen auch in dieser Krise eine bemerkenswerte Resilienz und nutzen ihre Marktchancen«, erläutert VDMA-Präsident Karl Haeusgen die Lage. »Insbesondere die Aussichten für weiteres Wachstum in China und anderen asiatischen Ländern sowie den USA sind gut. Der Auftragseingang liegt klar auf Wachstumskurs. Die Chancen, dass die Produktion ab dem zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr wieder wächst, sind ebenfalls gut. Daher erhöhen wir unsere bisherige Prognose um 3 Prozentpunkte und erwarten nun für 2021 ein reales Produktionswachstum von 7 %.«
Der Maschinen- und Anlagenbau in Zahlen
Die Entwicklung der deutschen Maschinenproduktion zeigt eine Erholung. Nach einem Rückgang von -12 % im vergangenen Jahr erwartet der VDMA einen Anstieg in der Produktion von 7 %. Der Produktionswert im deutschen Maschinenbau steigt von geschätzten 199 Mrd. Euro im Jahr 2020 auf erwartete 213 Mrd. Euro in diesem Jahr. Der Umsatz soll nach Schätzungen des Verbands von 204 Mrd. Euro im Jahr 2020 auf 218 Mrd. Euro im laufenden Geschäftsjahr ansteigen.
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USA auf Platz ein der Exportländer
Im Jahr 2020 wurden aus Deutschland Maschinen und Anlagen im Wert von 160 Mrd. Euro exportiert und für 67 Mrd. Euro importiert. Damit lagen die Exporte 12,0 % und die Importe 13,4 % unter dem Vorjahreswert. Die Exporte in die EU-Länder lagen im vergangenen Jahr 15,2 % unter Vorjahresniveau und brachten damit ein schlechteres Resultat als die Gesamtexporte. Die Ausfuhren in die USA sanken um 9,3 %. Die Vereinigten Staaten blieben damit, wenn auch denkbar knapp, Nummer Eins der Zielländer für Maschinenexporteure aus Deutschland.
Nach China, der Nummer Zwei, lieferten die Unternehmen 3,6 % weniger Maschinen. Die Exporte nach Polen verzeichneten ein einstelliges Minus (-9,9 Prozent), sodass das Land im Ranking auf Platz 5 kletterte. Das Vereinigte Königreich fiel aufgrund des harten Lockdowns, vor allem aber in Folge des Brexits, um zwei Plätze auf Rang 8 zurück.
Mahnung und Forderungen an die Politik
In Zeiten der Pandemie bewies der Maschinen- und Anlagenbau Flexibilität: Gleich zu Beginn ergriffen die Maschinen- und Anlagenbauer umfangreiche Hygiene- und Arbeitsplatzmaßnahmen, um die Produktion am Laufen zu. »Die Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten haben sich bewährt, und der Maschinenbau kann weiterhin einen maßgeblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Menschen leisten. Die Unternehmen sind auch bereit, Corona-Tests für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu organisieren und Impfungen zu unterstützen«, so Haeusgen. Viele Betriebe haben dies bereits in die Praxis umgesetzt und ihre Zahl wächst. Dennoch mahnt der VDMA-Präsident: »Die Politik sollte vorsichtig damit sein, immer mehr Belastungen auf die Unternehmen abzuwälzen.«
Vielmehr werde nun die gemeinsame Aufgabe von Politik und Wirtschaft immer dringlicher, die Zeit nach der Pandemie vorzubereiten und aktiv zu gestalten. Europas Position in der Welt sowie der Kampf gegen den Klimawandel müssen dabei im Mittelpunkt der Anstrengungen stehen. »Wir müssen den wachsenden nationalen Egoismen ein Bekenntnis für Offenheit, Kooperation und Freihandel entgegensetzen. Und das Klimaschutzabkommen von Paris wird nur dann erfolgreich sein, wenn Wirtschaft und Politik ihre Mittel effizient einsetzen und wir neue Technologien in ihrer Vielfalt zur Wirkung bringen«, betonte Haeusgen.
Mehr Freiheiten gefordert
Eine echte mittelstandsfreundliche Politik fordert der VDMA in seinen Kernforderungen zur Bundestagswahl von allen möglichen künftigen Regierungsparteien. Dazu zählen unter anderem Technologieoffenheit und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen sowie ein Belastungsmoratorium und der Abbau von Bürokratie. »Bund und Länder müssen ihre öffentliche Verwaltung modernisieren und digitalisieren – das heißt Berichtspflichten reduzieren, Planungsverfahren vereinfachen und Genehmigungsverfahren beschleunigen«, forderte der VDMA-Präsident.
Als exportstarke Industrie benötigt der Maschinen- und Anlagenbau zudem auch künftig offene Grenzen, den Abschluss neuer Handelsabkommen durch die EU sowie mutige Reformen in der Exportfinanzierung. Zur Bekämpfung des Klimawandels ist ein politischer Regulierungsrahmen notwendig, der technologieoffen ist und über die Grenzen der Sektoren und Energieträger hinwegreicht. Und um die starke Position Deutschlands in der weiteren Entwicklung von Industrie 4.0 halten zu können, braucht es eine möglichst enge Zusammenarbeit Europas in der Digitalpolitik. 1Wir benötigen eine innovationsfreundliche Politik, die die intelligente Produktion fördert und zum Beispiel Künstliche Intelligenz als Chance für Innovationen sieht und damit neue Geschäftsmodelle ermöglicht«, sagte Haeusgen. »Insgesamt brauchen Unternehmerinnen und Unternehmer am Standort Deutschland wieder mehr Freiraum, damit sie in Europa und weltweit ihren Beitrag zur Gestaltung einer besseren Zukunft leisten können«, resümierte er.













