Frank Maier, Lenze
Vom Zulieferer zum Partner
Die jüngste Umfrage des VDMA förderte zutage, dass sich 82 % der Maschinenbauer eine engere Zusammenarbeit mit ihrem Zulieferer wünschen, besonders in der Phase der Entwicklung. Frank Maier, Mitglied des Vorstandes der Lenze SE, erläutert, was dies für die zuliefernden Automatisierer bedeutet.
Herr Maier, wie sehen Sie in dem vom VDMA umrissenen Szenario Ihre Rolle als Zulieferer?
■ Unsere Rolle wandelt sich immer stärker vom Zulieferer zum Partner des Maschinenbauers während des gesamten Prozesses der Maschinenerstellung: von der Konzeption über Entwicklung und Inbetriebnahme bis hin zur Unterstützung beim After Sales. Als Spezialist für Antriebs- und Automatisierungstechnik können und müssen wir unsere Kunden mit unserem Spezial-Know-how auf diesem Gebiet entlasten. Das geht soweit, dass wir sogar in der ersten Phase der Ideenfindung unsere Kunden dabei unterstützen, ihre Ideen zu Papier zu bringen und zu einem tragfähigen Konzept weiterzuentwickeln.
Will der Maschinenbauer wirklich, dass mit dem Elektronik- und Software-Know-how zusehends Kern-Know-how zum Zulieferer abwandert? Wie können Sie dieser Angst der Maschinenbauer entgegenwirken?
■ Von einer Know-how-Abwanderung kann meiner Ansicht nach nicht die Rede sein. Unser Verständnis von Zusammenarbeit sieht vielmehr einen Knowhow-Aufbau beim Maschinenbauer vor. In welchem Bereich und Umfang ist natürlich vom Projekt und vom Kunden abhängig, aber Schulung und Coaching unserer Kunden sind feste Bestandteile unseres Angebots. Wichtiger scheint mir die angesprochene partnerschaftliche Arbeitsteilung: Die Komplexität moderner Maschinen macht dies mittlerweile unverzichtbar. Diese Arbeitsteilung erlaubt es dann den Maschinenbauern, sich auf ihr eigentliches Kern-Know-how – die Abbildung eines Produktionsprozesses in eine Maschine, allgemein die Umsetzung der Anforderungen ihrer Kunden durch Innovationen an der Maschine – zu konzentrieren.
Wird es zukünftig zwischen Maschinenbauer und Automatisierer ganz neue Geschäftsmodelle geben, da Sie immer stärker an den Maschinen partizipieren?
■ Ich denke, die Änderung besteht in der überschaubaren Zukunft tatsächlich eher in der Intensität der Zusammenarbeit, bleibt aber vom Geschäftsmodell her schon ein Zuliefermodell. Es wird seit langem über alternative Modelle diskutiert oder spekuliert, Stichwort Betreibermodelle, in denen ein Produktivitätsgewinn anteilig genutzt wird. Dazu müsste aber als Voraussetzung auch der Maschinenbauer auf ein derartiges Modell umstellen; dies sehe ich in der Breite in den nächsten Jahren nicht.










