SAS-Umfrage

Andrea Gillhuber,

Unternehmen zögern bei Quanten-KI

Laut einer globalen SAS-Umfrage unter 500 Führungskräften bleibt der produktive Einsatz von Quantentechnologie für viele Unternehmen derzeit unklar. Gleichzeitig erwarten Experten eine breitere Verfügbarkeit von Quanten-Hardware Anfang der 2030er-Jahre.

© SAS

Eine weltweite Umfrage von SAS unter 500 Führungskräften zeigt ein wachsendes Interesse an Quanten-KI, zugleich aber deutliche Zurückhaltung bei der praktischen Einführung. Viele Unternehmen sehen aktuell noch keine klaren Einsatzmöglichkeiten für Quantentechnologie im produktiven Betrieb, obwohl Experten davon ausgehen, dass leistungsfähige Quanten-Hardware Anfang der 2030er-Jahre in größerem Umfang verfügbar sein wird.

Als wichtigste Hemmnisse nennen die Befragten Unsicherheit über konkrete Anwendungsfälle, hohe Implementierungskosten, fehlendes Fachpersonal, mangelndes Know-how, eine begrenzte Zahl verfügbarer Lösungen sowie unklare regulatorische Rahmenbedingungen.

„Trotz anhaltend starkem Interesse bleiben Führungskräfte verständlicherweise vorsichtig und wollen nicht alles auf Investitionen in teure Quantentechnologie setzen, von denen sie befürchten, dass es dafür möglicherweise gar keine lohnenden Anwendungsfälle gibt“, sagt Bill Wisotsky, Principal Quantum Architect bei SAS.

SAS setzt nach eigenen Angaben auf einen hybriden Ansatz, bei dem Machine-Learning-Algorithmen bereits heute auf verfügbarer Quantenhardware ausgeführt werden. Ziel ist es, komplexe oder bislang schwer lösbare Aufgaben schneller zu bearbeiten.

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Für das vierte Quartal 2026 kündigt das Unternehmen das SAS Quantum Lab für Kunden der Plattform SAS Viya an. Die Umgebung soll Unternehmen ohne tiefgehende Quantenphysik-Kenntnisse ermöglichen, Anwendungen zu testen und wirtschaftliche Potenziale zu bewerten. Geplant sind Funktionen zum Vergleich klassischer, quantenbasierter und hybrider Verfahren, ein virtueller KI-Tutor sowie laut SAS Tests mit mehr als hundertfach beschleunigter Datenverarbeitung und bis zu 99 Prozent geringeren operativen Kosten.

Zu den von Unternehmen erwarteten Einsatzfeldern zählen präzisere Betrugserkennung im Finanzsektor, optimierte 5G-Netzwerke, schnellere molekulare Simulationen in der Arzneimittelforschung, effizientere Lieferketten, leistungsfähigere Machine-Learning-Modelle sowie die Optimierung großer Sprachmodelle.

„Die Umfrage verdeutlicht, was SAS Experten bereits auf dem Markt beobachtet haben: Führungskräfte sind sehr interessiert daran, Quantencomputing zu nutzen. Die Eintrittshürden und Risiken einer ‚hausgemachten‘ Architektur sind aber zu hoch. Sie warten lieber auf eine einsatzbereite Lösung“, so Amy Stout, Leiterin der Quantenproduktstrategie bei SAS.

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