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Artikel und Hintergründe zum Thema

Digitale Souveränität

Alexandra Hose,

Manufacturing X - Datenhoheit made in Europe

Deutschland steht an einem digitalen Wendepunkt: Während die Industrie auf ausländische Cloud- und Softwareanbieter angewiesen ist, wächst der Wunsch nach technologischer Eigenständigkeit. Initiativen wie Manufacturing-X könnten den Weg zu echter digitaler Souveränität weisen. 

© stock.adobe.com/qazi

Deutschland steht an einem digitalen Scheideweg. Laut Bitkom importieren 96 Prozent der Unternehmen digitale Technologien, aber nur ein Viertel exportieren selbst digitale Services. Damit entwickelt sich die deutsche Wirtschaft immer stärker zum digitalen Import-Meister statt zum technologischen Gestalter. Über drei Viertel der Unternehmen sehen sich zudem als zu abhängig von US-Cloud-Anbietern, während jedes zweite seine Cloud-Strategie neu bewertet.

Die Bundesregierung reagiert darauf mit digitaler Souveränität als Leitmotiv der Innovationspolitik. Laut Proalpha liegt der Weg weder in Abschottung noch in unkritischer Abhängigkeit, sondern in strategischer Souveränität durch Datenräume wie Manufacturing-X.

Jede Maschine erhält einen „digitalen Ausweis“

Digitale Souveränität bedeutet, die Fähigkeit von Individuen und Institutionen, ihre Rollen in der digitalen Welt selbstständig, autonom und sicher wahrzunehmen. Manufacturing-X setzt auf ein föderatives, dezentrales und kollaboratives Datenökosystem. 

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Zentrales Element ist ein international standardisierter Baukasten für sicheren Datenaustausch: Jede Maschine erhält einen „digitalen Ausweis“ (Asset Administration Shell), über den sie sich identifiziert und Daten beschreibt. Konnektoren regeln den Zugriff autorisierter Partner, ähnlich wie ein digitaler Türsteher. Über die gemeinsame Sprache OPC UA kommunizieren Systeme verschiedener Hersteller.

Darauf bauen branchenspezifische Datenräume wie Catena-X (Automobilindustrie) und Factory-X (Fertigungsbranche) auf. Die DNA der Datenräume schließt dabei aus, dass Daten zentral gespeichert werden. Für ERP-Anbieter bedeutet das: Kein Vendor-Lock-in, sondern standardisierte Schnittstellen und kontrollierter Datenaustausch. Unternehmen können ihr Wissen teilen, ohne ihre Daten an große Player wie Hyperscaler abgeben zu müssen. 

Hybrid Cloud als technologische Brücke

Intelligente Hybrid-Architekturen ermöglichen Kontrolle darüber, wo Daten liegen, wie Workloads ausgeführt werden und welche Compliance-Vorgaben gelten. Ein Open-Source-Ansatz sorgt für Transparenz und technologische Offenheit. So bleibt die Kontrolle über kritische Daten gewahrt, während globale Vernetzung genutzt werden kann, die Basis für Manufacturing-X.

Europäische Alternativen gewinnen an Kraft

Neben föderierten Datenräumen entstehen europäische Cloud-Alternativen: StackIT tritt als deutscher Hyperscaler auf, auch OVHcloud, Hetzner und die Open Telekom Cloud punkten mit Rechenzentren in Europa und DSGVO-Compliance. Entscheidend ist die Rechtssicherheit: Unternehmen brauchen Gewissheit, dass ihre Daten nicht durch Gesetze wie den US CLOUD Act gefährdet sind, ein zentraler Vorteil europäischer Anbieter.

Chance auf strategische Unabhängigkeit

Für den Mittelstand bedeutet die Kombination aus Manufacturing-X, Hybrid-Cloud und europäischen Alternativen:

  • Strategische Unabhängigkeit: IT-Entscheidungen nach Bedarf statt nach Anbieterbindung
  • Datenhoheit: Kontrolle über Speicherort und Verarbeitung sensibler Daten
  • Interoperabilität: Offene Standards ermöglichen Anbieterwechsel ohne Systembrüche
  • Rechtssicherheit: Europäische Datenschutz-Compliance bei voller Leistungsfähigkeit
  • Integration statt Isolation

Die Zukunft liegt nicht in Abschottung, sondern in der intelligenten Integration verschiedener Ansätze. Föderative Datenräume wie Manufacturing-X verbinden globale Vernetzung mit Kontrolle über Daten und Prozesse. Digitale Souveränität wird so zur Geschäftsentscheidung und zur Grundlage langfristiger Wettbewerbsfähigkeit.

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