zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

VDMA

Alexandra Hose,

Maschinen- und Anlagenbau: Kurzarbeit nimmt zu

Die Bilanz 2023 ist noch leicht positiv, doch Einstellungen im Maschinenbau werden heruntergefahren. Eine Generalüberholung der arbeitsmarktpolitischen Vorhaben sei notwendig, heißt es vom VDMA.

Beschäftigtenentwicklung im Maschinenbau in Deutschland

© Statistisches Bundesamt, VDMA

Im Maschinen- und Anlagenbau, dem größten industriellen Arbeitgeber in Deutschland, waren zum Jahresende 2023 insgesamt rund 1,03 Millionen Mitarbeiter beschäftigt. Zwar sind in der Schlüsselbranche trotz Konjunkturflaute im Jahresverlauf noch 13.600 Stellen (plus 1,3 Prozent) entstanden. Der Beschäftigtenaufbau hätte jedoch stärker ausfallen können, wie es vom VDMA heißt.

Anfang 2023 plante die Mehrzahl der Unternehmen noch, ihr Stammpersonal bis Ende des Jahres auszuweiten. Das war seinerzeit wenig überraschend, denn die Lieferkettenengpässe hatten sich deutlich reduziert und der hohe Auftragsbestand sollte abgearbeitet werden. Die dafür benötigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden jedoch aufgrund des hartnäckigen Arbeitskräftemangels nicht gefunden.

»Im Januar 2023 sahen sich 45 Prozent der Unternehmen im Maschinenbau durch Fachkräftemangel behindert. Noch nie zuvor im wiedervereinigten Deutschland war der Fachkräftemangel so stark. Aber nicht nur Fachkräfte fehlten, sondern Arbeitskräfte insgesamt«, sagt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Im weiteren Jahresverlauf schlug sich die konjunkturelle Flaute immer stärker am Arbeitsmarkt nieder. Die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen – im April noch mehr als 14.000 – sanken kontinuierlich und lagen zum Jahresende noch bei etwa 12.000. Das ifo Beschäftigtenbarometer zeigt seit Spätsommer 2023 an, dass mehr Unternehmen im Maschinenbau ihre Belegschaft reduzieren als aufbauen wollen. Und auch die VDMA-Blitzumfragen belegen, dass die Mitgliedsfirmen ihre Einstellungsabsichten reduziert haben.

Anzeige

Kurzarbeit ist auf dem Vormarsch

© VDMA

Nach Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit lag die Zahl der Kurzarbeiter im Oktober 2023 bereits bei mehr als 17.000. Noch im Juli waren es nur 10.000. »Die Frühindikatoren deuten derzeit auf keine Verbesserung der Lage hin. In den kommenden Monaten ist daher mit einer weiteren Zunahme der Kurzarbeit zu rechnen. Die Unternehmen werden sich bemühen, ihre Stammbelegschaft zu halten – allein schon aufgrund des akuten Fachkräftemangels und der demografischen Situation«, erläutert Wortmann. Im Oktober 2023 gaben 39 Prozent der VDMA-Mitgliedsunternehmen an, dass sie 2024 keine Ausweitung ihrer Stammbelegschaft erwarten. »Mit Blick auf das aktuelle herausfordernde Jahr wäre es ein Erfolg, wenn es den Unternehmen gelingt, ihre Stammbelegschaft zu halten«, sagt der VDMA-Konjunkturexperte.

Politische Herausforderungen

Einen stabilen Arbeitsmarkt bei zugleich schwacher Konjunktur zu erreichen, wird eine zentrale Aufgabe der Bundesregierung in diesem Jahr sein. Fabian Seus, Leiter VDMA Competence Center Arbeitsmarkt, erklärt: »Dafür reichen die geplanten Vorhaben nicht aus, im Gegenteil. Wir brauchen jetzt eine Generalüberholung der arbeitsmarktpolitischen Vorhaben im Koalitionsvertrag. Dazu gehören vor allem Maßnahmen, die Beschäftigung erhalten, wie flexible Lösungen durch ein modernes Arbeitszeitgesetz und die Abschaffung der Rente mit 63. Gleichzeitig müssen Neueinstellungen erleichtert werden, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dafür müssen die Sozialversicherungsabgaben reduziert und Bürokratie abgebaut werden.«

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

VDMA

Maschinen- und Anlagenbau schwächt Prognose ab

Die globale Konjunkturflaute hinterlässt im Maschinenbau ihre Spuren. Für 2023 hebt der VDMA die Prognose zwar an, für 2024 wird aber ein reales Produktionsminus von 4 % erwartet, so die Angaben des Verbandes anlässlich der Jahrespressekonferenz.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

SAS-Umfrage

Unternehmen zögern bei Quanten-KI

Laut einer globalen SAS-Umfrage unter 500 Führungskräften bleibt der produktive Einsatz von Quantentechnologie für viele Unternehmen derzeit unklar. Gleichzeitig erwarten Experten eine breitere Verfügbarkeit von Quanten-Hardware Anfang der...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren