KI-Einsatz in Unternehmen

Andrea Gillhuber,

Deutschland zögert bei KI-Agenten

In Deutschland nutzen viele Unternehmen bereits generative KI in der Softwareentwicklung. Beim Einsatz agentenbasierter KI zeigt sich jedoch Zurückhaltung. Hauptgründe sind Integrationsprobleme, Legacy-Systeme und Anforderungen an Governance. 

© Jelena/stock.adobe.com

Deutschland zeigt beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Softwareentwicklung ein gemischtes Bild. Laut „State of AI Development Report 2026“ von OutSystems nutzen 56 % der befragten Unternehmen bereits generative KI für die Anwendungsentwicklung. Damit liegt dieser Ansatz vor klassischer Programmierung, die von 40 % genannt wird.

Gleichzeitig bleibt der Einsatz sogenannter KI-Agenten vergleichsweise gering. Mit 9 % ist der Anteil der Unternehmen, die diese Technologie noch gar nicht einsetzen, höher als in anderen Regionen. Weltweit nutzen hingegen 96 % der Organisationen KI-Agenten in irgendeiner Form, und 97 % prüfen entsprechende Strategien für den unternehmensweiten Einsatz.

Agentenbasierte KI gilt als Weiterentwicklung klassischer Anwendungen, da sie eigenständig Aufgaben ausführen, Entscheidungen treffen und sich dynamisch anpassen kann. Laut Gartner könnten bis Ende 2026 rund 40 % der Unternehmensanwendungen über spezialisierte KI-Agenten verfügen.

Die zunehmende Verbreitung von KI bringt jedoch Herausforderungen mit sich. Weltweit sehen 94 % der Unternehmen steigende Komplexität, wachsende technische Altlasten und zusätzliche Sicherheitsrisiken. Gleichzeitig fehlen häufig zentrale Steuerungsansätze; viele Organisationen setzen KI-Agenten bislang in isolierten Umgebungen ein.

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Regionale Unterschiede beim Reifegrad

Auch beim Reifegrad zeigen sich regionale Unterschiede. Während Länder wie die USA, Großbritannien oder die Niederlande von mittleren Fortschritten berichten, steht Frankreich noch am Anfang. Besonders weit ist der Einsatz im Finanzsektor und in der Technologiebranche.

Im Durchschnitt geben 31 % der Befragten an, dass KI bereits fester Bestandteil ihrer Entwicklungsprozesse ist, weitere 42 % nutzen sie in einzelnen Phasen. Zudem setzen 52 % auf ein „Human-on-the-Loop“-Modell, bei dem Systeme weitgehend autonom arbeiten, aber unter menschlicher Kontrolle bleiben.

Strukturelle Faktoren bremsen Einsatz

In Deutschland bremsen vor allem strukturelle Faktoren den Einsatz agentenbasierter KI. Als größte Hürden nennen Unternehmen die Integration in bestehende Systeme (38 %), Legacy-Infrastrukturen (34 %) sowie Governance- und Compliance-Anforderungen (31 %). Fehlende Kompetenzen spielen mit 25 % eine geringere Rolle. Entsprechend niedrig fällt die Erfolgsquote aus: Nur 9 % der Unternehmen berichten, dass mindestens drei Viertel ihrer KI-Projekte erfolgreich sind.

„Der Übergang von KI-Experimenten hin zu messbaren Geschäftsergebnissen ist keine Zukunftsvision mehr – er ist bereits Realität“, sagt Woodson Martin, CEO von OutSystems. „Die Ergebnisse des State of AI Development Report zeigen einen grundlegenden Wandel: Software zu entwickeln und KI-Systeme zu entwickeln ist heute praktisch ein und dasselbe.“

Ein weiteres Problem ist die fragmentierte Systemlandschaft. Weltweit kombinieren 38 % der Unternehmen selbst entwickelte und vorgefertigte KI-Agenten, was die Standardisierung und Absicherung erschwert. Nur 12 % verfügen bislang über eine zentrale Plattform zur Steuerung dieser Systeme.

Der Bericht basiert auf einer Befragung von rund 1900 IT-Führungskräften weltweit, die zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 durchgeführt wurde.

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