Makeathon

Meinrad Happacher,

Junge Talente im Visier

Für Studenten findet auf der Messe erstmals ein »Makeathon« statt, in dem die jungen Talente an allen drei Messetagen in Hands-on-Workshops à 2,5 Stunden Prototypen konzipieren und erstellen. Organisator Dr. Rainer Stetter, CEO ITQ, erläutert die Motivation für diese Aktion.

Beispielbild Makeathon. © ITQ

Herr Stetter, dieses Jahr findet auf der SPS erstmalig ein Makeathon statt. Wie kam es zu dieser an die Studenten gerichteten Aktion?

Rainer Stetter: »Durch den Makeathon bekommen die Studenten nicht nur einen tieferen Einblick in die Technik, es intensiviert sich auch der persönliche Kontakt zwischen den Unternehmen und den potentiellen zukünftigen Mitarbeiter-Kandidaten.« © ITQ

Dr. Rainer Stetter: Der Makeathon ist ein Gemeinschaftsprodukt der Mesago Messegesellschaft, des Bildungsförderungsverein NewAutomation und der Firma ITQ. Der Leiter der New Automation, Hubert Romer, war im März 2024 bei unserem größten Makeathon in Gran Canaria mit knapp 600 Teilnehmer und hat nach seiner Rückkehr der Messeleitung begeistert berichtet und die Mesago überzeugt, ein ähnliches Konzept auch auf der SPS zu realisieren.

Welche Absicht verfolgen Sie mit dem Makeathon?

Wir versuchen den Kontakt zwischen Schulabgängern und Studierenden sowie den auf der Messe ausstellenden Unternehmen zu intensivieren. Viele Unternehmen sind auch trotz der aktuellen schwierigen wirtschaftlichen Lage daran interessiert, frühzeitig den Kontakt zu potenziellen zukünftigen Mitarbeitern zu bekommen. Der Makeathon ist eine ideale Gelegenheit dazu, da die Unternehmen unmittelbar mit den jungen Messebesuchern einen intensiven fachlichen Kontakt bekommen. Gleichzeitig geben wir den Teilnehmern so erste Einblicke in die Methoden, Tools und Produkte der Industrie. Das sehen wir als wichtige, praxisnahe Ergänzung zur oft sehr theoretischen Ausbildung in unserem Bildungssystem.

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Wie läuft der Makeathon ab?

In einem Make – Marathon, kurz: Makeathon, arbeiten junge interdisziplinäre Teams in einer stark limitierten Timebox an der automatisierungstechnischen Umsetzung einer neuen Idee beziehungsweise Aufgabe. Bei unseren großen Makeathons geben wir den Teams normalerweise zwei bis vier Tage. Im Rahmen einer Messe sind mehrere Tage insbesondere wegen der Problematik der teuren Übernachtungskosten schwierig. Deshalb haben wir es bei dieser ersten SPS-Makeathon-Edition so organisiert, dass wir im Foyer der Messe für jeweils drei Teams an allen drei Messetagen Arbeitstische eingerichtet haben. Die teilnehmenden Unternehmen - Baumüller, Murrelektronik, Pepperl+Fuchs, SEW Eurodrive, Sick und Turck haben jeweils zwischen ein und drei Tage einen solchen Tisch gebucht und werden an jedem Tag den Teams - die zwischen 7-10 Personen umfassen werden- eine Aufgabe aus der Automatisierungstechnik geben, die diese dann in Kooperation mit erfahrenen Ingenieuren der Unternehmen zu lösen versuchen.

Dieser Ansatz ist für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation. Die Schüler und Studierenden erleben anders als bei den bisher üblichen Carrier-Walks unmittelbar, was die Unternehmen inhaltlich wirklich tun. Neben der Vertiefung des technischen Einblicks wird zudem natürlich auch der persönliche Kontakt zwischen Unternehmen und potentiellen zukünftigen Kandidaten viel intensiver.

Was kann der Messe-Besucher vom Makeathon mitnehmen?

Mit diesem Pilot-Makeathon wollen wir dem Messebesucher, aber natürlich auch anderen Ausstellern zeigen, welche neuen Wege es gibt, um technische Ausbildung interessant und zeitgemäß zu gestalten. Gleichzeitig wird aufgezeigt, dass ein solcher Makeathon eine sehr effiziente Methode für Unternehmen ist, um junge Menschen frühzeitig für deren innovative Technologien zu interessieren und einen persönlichen Draht zu Studierenden und deren Professoren zu bekommen. Diese Beziehungen sind auch in der Zukunft wichtig, weil der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren weiterhin bestehen bleibt.

Wie geht es nach dem Makeathon weiter?

Der SPS-Makeathon ist nur ein Baustein von vielen, die wir gemeinsam mit der New Automation planen, um deutlich mehr Schwung in den Bildungsbereich zu bringen. Bereits am Tag nach der SPS werden wir auch auf der Electronica einen Education Hub organisieren. Des Weiteren planen wir 2025 auf der Didacta und der Automatica Makeathons. Zusätzlich zu den Aktivitäten auf verschiedenen Messen planen wir natürlich weiterhin große und kleine Makeathons in Gran Canaria, Italien, Österreich und ganz Deutschland.

Den Makeathon finden Sie am Messeeingang 3C (Halle 1 und 3C)

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