Siemens 2. Quartal 2020
Keine Prognose für 2020
Siemens setzt die Prognose für 2020 aus. Grund ist die aktuelle Situation. Dennoch habe man »trotz komplizierter Umfeldbedingungen ein robustes Quartal abgeliefert«.
»Die Krise bringt für uns aber natürlich auch gewaltige Herausforderungen auf der Absatzseite mit sich. Und das beeinflusst das ganze Unternehmen. Viele unserer Schlüsselmärkte und Schlüsselindustrien sind stark betroffen, zum Beispiel Automobilindustrie und Maschinenbau. Aber auch die Finanzierbarkeit von großen Projekten bis hin zu Kundendienst- und Service-leistungen beim Kunden. Unterschiedliche Regelungen in den verschiedenen Ländern tun ihr Übriges«, so fasst Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender des Siemens-Konzerns, die aktuelle Lage anlässlich der Präsentation der Zahlen für das 2. Quartal 2020 zusammen.
»Insofern erwarten wir erst für das dritte Quartal die volle Wirkung des weltweiten „Shutdown“ und damit eine Bodenbildung der Nachfrage. Dabei ist es vor allem wegen des multikausalen Charakters der Einflüsse zu früh, eine Bewertung abzugeben, wie lange diese Situation anhält und wann sich die Weltwirtschaft erholt. Deshalb werden wir unsere ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr 2020 nicht mehr bestätigen und bis auf weiteres auch von einer neuen absehen. Ralf Thomas wird in seinem Vortrag auf die Änderungen im Ausblick näher eingehen. Wir sind uns aber sicher, dass Siemens aus der Krise gestärkt hervorgehen kann«, so Kaeser weiter.
Das 2. Quartal in Zahlen
In Zahlen zeigt sich die aktuelle Situation bei Siemens wie folgt: Der Umsatz bewegt sich mit 14,225 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau (14,245 Milliarden Euro). Ein Rückgang bei Digital Industries von 4,056 Milliarden Euro auf 3,684 Milliarden Euro sei im Wesentlich auf die kurzzyklischen Geschäfte begrenzt und konnte durch die Zunahmen bei Siemens Healthineers und Mobility ausgeglichenw erden. Der Auftragseingang ging jedoch von 16,462 Milliarden Euro auf 15,150 Milliarden Euro zurück. Als Gründe nennt Siemens den starken Rückgang von Großaufträgen bei Mobility. Diese konnten nur zum Teil durch einen deutlichen Zuwachs bei Siemens Healthineers ausgeglichen werden. Auftragsbestand von 69 Milliarden Euro spiegelt die Klassifizierung von Gas and Power sowie SGRE als nicht fortgeführte Aktivitäten wider; der Auftragsbestand dieser beiden Geschäfte betrug zum Ende des 2. Quartals 2020 insgesamt 81 Milliarden Euro.
Der Free Cash Flow der industriellen Geschäfte ging von 1,513 Milliarden Euro im Q2/2019 auf 1,101 Milliarden Euro zurück. Ausschlaggebend waren hier niedrigere Projektzahlungen von Kunden bei Mobility
Die Segmente im Überblick
Digital Industries konnte einen Anstieg im Auftragseingang von 4,077 auf 4,171 Milliarden Euro verzeichnen. Sowohl im Bereich Fabrikautomatisierung als auch im Software-Geschäft konnten größere Aufträge verzeichnet werden. Das Auftragswachstum war geografisch betrachtet auf die Regionen Europa, GUS, Afrika, Naher und Mittlerer Osten (Europa/GANO) sowie Asien, Australien zurückzuführen, unter anderem mit prozentual zweistelligem Wachstum in China. Die rückläufigen Erlöse erstrecken sich über alle Geschäfte hinweg und zum Teil auf Beeinträchtigungen durch Covid-19 zurückzuführen, insbesondere auf die gesunkene Kundennachfrage. In den kurzzyklischen Geschäften ist der Rückgang am stärksten.
Smart Infrastructure liegt im Auftragseingang mit 3,796 Milliarden Euro um 2 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Beeinträchtigungen durch das Coronavirus waren vor allem in Asien und Australien zu spüren. Die Umsatzerlöse blieben mit 3,517 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau (Q2/2019: 3,507 Milliarden Euro). Rückgänge waren auch hier in Asien und Australien zu verzeichnen.
Mobility weist im Auftragseingang einen enormen Rückgang auf: 2,384 Milliarden Euro stehen hier den 3,524 Milliarden Euro aus einem starken Q2/2019 gegenüber. Grund für den geringeren Auftragseingang ist der Rückgang bei Großaufträgen. Das 2. Quartal 2020 umfasste Großaufträge für die Mireo-Plattform für Regionalzüge in Deutschland, darunter ein erster Auftrag für batterieelektrische Züge, einschließlich langfristiger Serviceleistungen.
Das Wachstum im Auftragseingang von Healthineers von 3,611 auf 3,816 Milliarden Euro ist vor allem auf den Atellica-Solution-Großauftrag aus den USA zurückzuführen. Ein deutliches Wachstum der Umsatzerlöse ins in den Bereichen Imaging sowie Advanced Therapies zu sehen, gegenläufig wirkte hingegen ein geringfügiger Rückgang im Diagnostics-Geschäft. Begünstigt durch Währungsumrechnungseffekte verzeichnet Healthineers ein hohes Umsatzwachstum in den USA. Auch aus China ist ein leichter Anstieg zu vermelden.













