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Artikel und Hintergründe zum Thema

Infomaniak

Neue Datacenter-Generation geht ans Netz

Infomaniak weiht ein Datacenter ein, das seine verbrauchte Energie vollständig wiederverwerten und damit mindestens 20 Jahre lang jährlich 6000 Haushalte beheizen kann.

Einweihung des Datacenters D4 von Infomaniak. Es steht als Sinnbild für technologische Innovation und Nachhaltigkeit. (Im Bild vlnr.:) Robert Cramer, Präsident der SIG, Xavier Magnin, Bürgermeister von Plan-les-Ouates, Antonio Hodgers, Staatsrat und Leiter des Departements für Territorium, Julien Bonnat, Datacenter- und Betriebsmanager bei Infomaniak, Fabienne Monbaron, Verwaltungsrätin der Gemeinde Plan-les-Ouates, Boris Siegenthaler, Gründer und strategischer Direktor von Infomaniak, und Marc Oehler, CEO von Infomaniak. © Infomaniak

Der Schweizer Cloud-Anbieter Infomaniak hat offiziell sein neues Datacenter eingeweiht, in dem bereits 100 % des seit dem 11.November 24 verbrauchten Stroms wiederverwertet werden. Bei Volllast speist das Rechenzentrum 1.7 MW (entspricht14.9 GWh/Jahr) in das kantonale Fernwärmenetz ein. Damit können jährlich 6000 Minergie-A-Haushalte beheizt werden oder 20 000 Personen täglich fünf Minuten duschen. Diese neue Datacenter-Generation, die bereits mit dem Schweizer Ethikpreis und dem Preis für nachhaltige Entwicklung des Kantons Genf ausgezeichnet wurde, wurde von Studierenden der EPFL, des IMD und der UNIL dokumentiert, um sie Open Source zu machen und ihren Nachbau im grossen Stil zu ermöglichen.

Bereits dem 11. November 2024 wird der gesamte von dieser Infrastruktur verbrauchte Strom in Form von Wärme in das Fernwärmenetz des Kantons Genf eingespeist. Diese Umsetzung stellt einen Meilenstein in der regionalen Energiewende dar und macht eine energieintensive Anlage zu einem aktiven Akteur der energetischen Verwertung.

Das Datacenter von Infomaniak, das derzeit 25 % seiner Kapazität nutzt, wird schrittweise stärker ausgelastet, sodass es bis 2028 seine volle Leistung erreicht. Dies bedeutet, dass mindestens 20 Jahre lang ein nachhaltiger Beitrag für die Gesellschaft geleistet wird.

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»In der realen Welt wandeln Datacenter elektrische Energie in Wärme um. Im Zuge des exponentiellen Wachstums der Cloud verpufft diese Energie heutzutage ungenutzt. Es ist dringend erforderlich, diese Energie aufzuwerten, derartige Infrastrukturen an die Fernwärmenetze anzuschliessen und die Baunormen anzupassen« , erklärt Boris Siegenthaler, Gründer und strategischer Direktor von Infomaniak.

Im Gegensatz zu bestehenden Projekten, die einen Bruchteil ihres Verbrauchs wiederverwerten, geht das von Infomaniak entwickelte System noch einen Schritt weiter. Der gesamte verbrauchte Strom (Server, Wechselrichter, Lüftung usw.) wird vollständig in Wärme umgewandelt - bei einer Temperatur von 40 bis 45 °C. Diese Wärme wird anschliessend an einen Luft-Wasser-Wärmetauscher abgegeben, der sie in einen Warmwasserkreislauf überführt. Danach erhöhen Wärmepumpen die Temperatur des Wassers und leiten die Abwärme des Datacenters in das Fernwärmenetz von Chapelle-Les-Sciers in Genf, das letztlich an das strukturierende Fernwärmenetz (RTS) des Kantons angeschlossen wird.


Open-Source-Rechenzentren

Dieses System ist reproduzierbar, das Know-how wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Modell zeigt, dass die Energie aus Rechenzentren doppelt genutzt werden kann und dass IT-Anlagen nicht mehr als Endverbraucher von Strom, sondern als Akteur der Energiewende zu betrachten sind.

Unter https://e4s.center/ ist das Konzept dokumentiert, um seine Energieeffizienz in Echtzeit zu veranschaulichen und seinen Nachbau zu ermöglichen.

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