Unit4

Alexandra Hose,

ERP-Trend-Prognose für 2024

Unit4 stellt eine Prognose über die wichtigsten ERP-Trends für das Jahr 2024. Claus Jepsen, Chief Product and Technology Officer, nennt neun Punkte, die er für relevant hält.

Claus Jepsen, CTO von Unit4

© Unit4

Die neun Punkte der Unit4-Prognose sind:

  1. ERP-Automatisierung: ERP-Systeme werden zunehmend automatisiert und rollenbasiert, wobei Benutzer Aktivitäten an digitale Assistenten delegieren.
  2. Preisgestaltung: Zukünftige ERP-Preisgestaltung basiert auf Durchsatz, Volumen, Transaktionsanzahl und dem Mehrwert für das Unternehmen.
  3. Standardisierte Einrichtung: Kunden bevorzugen standardisierte ERP-Einrichtungen für schnelleren ROI, anstatt die Systeme umständlich an ihre Prozesse anzupassen.
  4. Maschinelles Lernen, Datenqualität und Datenmanagement: Effektives maschinelles Lernen in ERP erfordert erstklassiges Datenmanagement und hochwertige Daten.
  5. Dialogorientierte Benutzeroberflächen: Durch Technologien wie ChatGPT werden dialogorientierte Benutzeroberflächen in Enterprise-Software immer beliebter und effektiver.
  6. Die Rolle des CIO: CIOs entwickeln sich von der Verwaltung von Softwarebeständen hin zu strategischer Wertschöpfung und nutzen dabei vermehrt Low-Code-Tools.
  7. Sicherheit: Die Sicherheit in der Cloud-Software wird immer wichtiger, mit Fokus auf integrierte Sicherheitsmaßnahmen und klaren Zugriffsrechten.
  8. Künstliche Intelligenz: KI wird oft überschätzt; 80% der ERP-Automatisierung kann ohne KI erfolgen, wobei der Fokus auf den richtigen Daten liegt. Es kommt nicht auf Big Data an, sondern auf die richtigen Daten.
  9. Integration-as-a-Service: Dieses Konzept ist noch jung und benötigt eine veränderte Denkweise und besseres Verständnis seines Wertversprechens bei den Kunden.

 

Jespens Prognose im Detail:

Anzeige

ERP-Automatisierung

»Enterprise Resource Planning (ERP) wird stärker automatisiert werden und sich zum sogenannten allgegenwärtigem ERP entwickeln, das intuitiv und rollenbasiert erfolgt. Dabei werden Benutzer dazu aufgefordert, Aktivitäten an digitale Assistenten abzugeben. Der Vergleich mit Datenbanken liegt nahe: Früher gab es sehr konkrete Vorstellungen bezüglich der zu verwendenden Datenbank, der Marke oder den zugehörigen Tools. Heute interessiert dies niemanden mehr. Die gleiche Entwicklung war bei der Cloud zu beobachten und ist nun auch beim ERP zu erwarten. ERP wird zu einer der Technologien, die alle brauchen, wobei jeder abhängig von den jeweiligen Zielsetzungen verschiedene Parameter nutzt. Ausgewählt wird die Lösung, die das beste erhoffte Ergebnis liefert. Wie dieses Ergebnis erzielt wird, ist dabei nebensächlich. Ein ERP-System ist im Prinzip eine Datenbank mit einer vordefinierten Struktur. Daher überrascht es nicht, dass die Wahrnehmungen und Ansichten zum ERP in die gleiche Richtung gehen wie bei Datenbanken.«

Preisgestaltung

»Die Preisgestaltung für Enterprise Resource Planning (ERP) wird in Zukunft – wenn auch nicht unbedingt gleich im Jahr 2024 – auf Durchsatz, Volumen und Anzahl der Transaktionen basieren sowie auf dem Mehrwert, den die Software dem Unternehmen bietet, das die betreffende Software kauft.«

Standardisierte Einrichtung

»Kunden werden auf eine standardisierte Einrichtung setzen, um einen schnelleren ROI zu erzielen. Sie erkennen derzeit, dass es sich in der Regel nicht empfiehlt, das ERP auf Biegen und Brechen an ihre Prozesse anzupassen. Wichtig ist, was sie ihren Kunden anbieten, und nicht die Art und Weise, wie sie ihre Software konfiguriert haben.«

Maschinelles Lernen, Datenqualität und Datenmanagement

»Maschinelles Lernen ist ein interessantes Thema. Allerdings vergessen viele, dass maschinelles Lernen nur funktioniert, wenn das Datenmanagement vorab richtig konfiguriert wurde. Hochwertige Daten, überzeugendes Datenmanagement und die Verwaltung von Stammdaten sind die Voraussetzung für automatisiertes ERP in Kombination mit maschinellem Lernen. Nur dann kann optimale Wertschöpfung erreicht werden.«

Dialogorientierte Benutzeroberflächen

»In Sachen dialogorientierte Benutzeroberflächen werden wir einen Durchbruch erleben. Bis zum Einzug von ChatGPT standen viele der Nutzung von Technologien mit dialogorientierten Benutzerflächen zurückhaltend gegenüber, weil sie entweder Angst davor hatten oder die Technologie nicht richtig verstanden oder aber nicht über die nötigen Fähigkeiten verfügten. Mittlerweile ist jedoch klar, dass eine dialogorientierte Erfahrung viele Vorteile bietet. ChatGPT ist im Prinzip die nächste Generation von Chatbots, ermöglicht jedoch auch eine glattere, natürlichere Erfahrung bei Enterprise-Software. Dank einer besseren Engine ist leichter zu ermitteln, was der Benutzer möchte, und dies ebnet den Weg für flüssige Gespräche bezüglich der Unternehmensanforderungen.«

Die Rolle des CIO

»Die Rolle des CIO durchläuft einen Wandel, denn vor der Cloud bestand die Hauptaufgabe darin, den Softwarebestand zu verwalten. Während CIOs derzeit eine betriebliche Aufsichtsfunktion haben, werden sie sich in Zukunft stärker mit der Wertschöpfung beschäftigen, indem sie abteilungsspezifische oder unternehmensweite Technologiepakete erstellen. Low-Code- und No-Code-Tools sowie Citizen Developers erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und entlasten die CIOs, sodass diese direkteren Einfluss auf Strategie, Wachstum, Rentabilität, Berichterstattung und mehr nehmen können.«

Sicherheit

»Die Bedeutung der Sicherheit wird meiner Meinung nach weiter steigen. Wenn Sie Software von einem Cloud-Anbieter kaufen, sollten Sie konkrete Fragen zu zahlreichen Aspekten stellen: nicht nur zu Produkt-Roadmaps und Compliance, sondern auch dazu, wie die Sicherheit integriert ist und wer Zugriff auf welche Daten hat.«

Künstliche Intelligenz

»Das Thema KI ist derzeit in aller Munde. Allerdings wird KI für viele der Use Cases gar nicht benötigt. Die 80/20-Regel gilt, wo 80 Prozent der ERP-Automatisierung ohne künstliche Intelligenz (KI) möglich sind. Statt sich auf KI zu versteifen, sollten Sie also vielmehr überlegen, was Sie erreichen möchten und welche Fragen Sie den Technologieanbietern stellen sollten. Es kommt nicht auf Big Data an, sondern auf die richtigen Daten. Sie können nicht einfach einen Algorithmus auf einem Computer ausführen und hoffen, dass dabei etwas für Sie Neues herauskommt. Schließlich sind Computer keine Menschen und funktionieren einfach nicht so.«

Integration-as-a-Service

»Integration-as-a-Service steckt derzeit noch in den Kinderschuhen. Damit die Akzeptanz unter Kunden steigt, muss sich zunächst die Denkweise ändern. Das Werteversprechen muss verstanden werden.«

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Kinaxis-Umfrage

Transparenz in Lieferketten

Drei von vier Herstellern in Deutschland sind mehrmals im Jahr mit Unterbrechungen ihrer Lieferketten konfrontiert. Eine aktuelle Umfrage von Kinaxis, Anbieter für Supply Chain Management, zeigt, dass sich viele immer noch schwertun, schnell genug...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Couchbase

Das sind die KI-Trends 2024

Künstliche Intelligenz verändert die gesamte IT-Welt nachhaltig und hat enormen Einfluss darauf, wie Daten verstanden, analysiert und genutzt werden. KI hebt auch das Datenmanagement auf ein neues Level. Für das Jahr 2024 wurden fünf KI-Trends...

mehr...

Flecs zu App Stores

Software im Online-Direktvertrieb

Das Unternehmen Flecs ging vor zwei Jahren mit einem neuen Geschäftsmodell an den Markt: es will die Installation und Aktualisierung von industriellen Apps auf Steuerungen automatisieren. Patric Scholz, Co-Founder, erläutert die Neuheiten zur SPS.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren