Forterro/Techconsult
Das ERP Barometer 2024
Fast drei Viertel der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) setzen heute auf eine ERP-Lösung oder eine andere betriebswirtschaftliche Software. Dennoch: Beim Weg in die Cloud sind die Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitenden zögerlich.
Der Unternehmenssoftware-Anbieter Forterro hat jetzt erstmals die Studie ERP Barometer 2024 durchgeführt. »Mehr als die Hälfte der KMU in Deutschland vertraut immer noch einer On-Premises-Lösung. Vor allem, wer sensible Daten verarbeitet, bevorzugt die Kontrolle über Systeme und Daten«, weiß Marcus Pannier, President Central Europe bei Forterro.
In großen Unternehmen gehören ERP-Lösungen seit geraumer Zeit zum Standard. KMU dagegen haben lange gezögert, haftete der betriebswirtschaftlichen Planungssoftware doch der Makel des komplexen, teuren und schwerfälligen IT-Systems an, für dessen Betreuung und Wartung es eine ganze IT-Mannschaft braucht.
Inzwischen erobern skalierbare ERP-Systeme Schritt für Schritt die KMU. »Grund genug für Forterro der Frage nachzugehen, wie kleine und mittlere Unternehmen generell von einem ERP-System und speziell von einem Cloud-basierten ERP-System profitieren“, erläutert Pannier den Hintergrund zur erstmals durchgeführten Studie.
Die Ergebnisse
Die Studie zeigt: 74 Prozent der befragten Unternehmen setzen aktuell eine ERP-Lösung beziehungsweise eine betriebswirtschaftliche Software ein. Die restlichen 26 Prozent planen den Einsatz einer entsprechenden Unternehmenssoftware innerhalb der nächsten zwei Jahre. Etwas mehr als die Hälfte der KMU (52 Prozent) betreibt ihr ERP-System als On-Premises-Lösung. Zumindest bei kleineren und mittleren Unternehmen scheint der Trend alles in die Cloud zu migrieren noch nicht komplett angekommen zu sein. Gefragt nach den Gründen für ihre Entscheidung zugunsten eines On-Premises-ERP-Systems, das lokal auf den internen Servern des Unternehmens läuft, nannten die Befragten Themen wie Datenschutz und Sicherheit.
Insbesondere Unternehmen, die sensible Daten verarbeiten, bevorzugten demnach die vollständige Kontrolle über ihre Systeme und die Möglichkeit, Daten intern zu verwalten. Darüber hinaus wird die Anpassbarkeit der On-Premises-Lösung an die individuellen Bedürfnisse als wichtiger Entscheidungsfaktor genannt, spezifische Anforderungen und Prozesse der KMU ließen sich in On-Premises-Lösungen leichter integrieren.
So langsam kommt das Cloud-Moment allerdings auch bei den KMU an. Das Interesse an Software-as-a-Service-Modellen (SaaS) und einer ERP-Lösung aus der Cloud wächst. Immerhin 31 Prozent der befragten Unternehmen beziehen bereits ERP als Software as a Service. 16 Prozent der KMU stehen an der Schwelle zur Cloud, haben sich aktuell aber für eine hybride Bereitstellungsform entschieden.
„Dabei sind es oftmals Kostengründe, die für den Wechsel sprechen“, meint Pannier. „Cloudbasierte ERP-Systeme bieten Unternehmen die Möglichkeit, auf leistungsstarke, stets aktuelle Software zuzugreifen, ohne hohe Investitionen in die IT-Infrastruktur zu tätigen.“ Immerhin 15 Prozent der befragten Unternehmen, die ihr ERP On Premises betreiben, haben die Lösung seit mehr als zehn Jahren im Einsatz.
Die Studienteilnehmer erwarten, dass sich mittelfristig der Anteil der Cloud-Nutzer von derzeit 31 Prozent auf 45 Prozent und der Anteil der hybriden Bereitstellungsform von 16 Prozent auf 20 Prozent erhöht. Im Gegenzug verringere sich der Anteil der ERP-On-Premises-Nutzer von derzeit 52 Prozent in den kommenden zwei Jahren auf 32 Prozent. Von den Unternehmen, die erst die Nutzung eines ERP-Systems planen, werden voraussichtlich 47 Prozent die ERP-Software komplett aus der Cloud beziehen und 19 Prozent zumindest in Teilen.
Die Studien-Methode
Die Studie wurde von Techconsult im Auftrag von Forterro konzipiert und durchgeführt. 200 kleine (1 bis 19 Mitarbeitende) und mittlere (20 bis 999 Mitarbeitende) Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung wurden zu ihren ERP-Lösungen und künftigen Planungen befragt. Die Befragung erfolgte über einen Online-Fragebogen. Ansprechpartner:innen waren in erster Linie IT-Leiter, IT-Administratoren sowie Geschäftsführer.













