Engineering

Günter Herkommer,

AutomationML und eCl@ss kooperieren

Der AutomationML e. V. und der eCl@ss e.V. haben im Rahmen der SPS IPC Drives 2013 ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Ziel ist die Integration unterschiedlicher Datenformate beim Engineering.

Die Kooperationspartner: Jürgen Kübler (Daimler), Henning Uiterwyk (eCl@ss), Prof. Dr. Arndt Lüder (Otto-v.-Guericke Universität Magdeburg), Dr. Gunther Kegel (Pepperl+Fuchs) und Dr. Wolfgang Schlögl (Siemens).

© Computer&AUTOMATION

Der AutomationML e. V. befasst sich seit seiner Gründung 2009 mit dem Problem des nahtlosen Datenaustauschs zwischen verschiedenen Werkzeugen der unterschiedlichen Phasen der Anlagenplanung über Gewerke- und Unternehmensgrenzen hinweg. Dazu wurde kein neues Datenformat entwickelt, sondern auf bereits existierende Formate zurückgegriffen und diese geeignet zusammengeführt. Auf diese Weise ist die Abbildung von Anlagendaten beginnend bei der Anlagentopologie (mittels CAEX) über Geometrie- und Kinematik-Informationen (mithilfe von Collada) bis hin zu Abläufen und logischen Abhängigkeiten möglich (mittels PLCopen XML).

Nun soll AutomationML ertüchtigt werden, auch nach eCl@ss strukturierte Produktdaten zu übertragen. eCl@ss stellt von der Produktentwicklung bis zur Produktion hochwertige Stammdaten zur Verfügung, die durch einheitliche Datenstrukturen und einheitliche Datenformate für ein effizientes Informations- und Datenmanagement gekennzeichnet sind – sowohl unternehmensintern als auch unternehmensübergreifend. AutomationML will diese Datenstrukturen dafür nutzen, standardisierte Merkmalsleisten zur Verfügung zu stellen.

Um dies umzusetzen, geht der AutomationML e.V. nun eine Liaison mit dem eCl@ss e.V. ein. Gemeinsam sollen Vorschriften erarbeitet werden, die definieren, wie eCl@ss-Beschreibung mit AutomationML syntaktisch standardisiert und semantisch eindeutig ausgetauscht werden können. Oberstes Ziel dabei ist, die vorhandenen Konzepte von AutomationML und eCl@ss zu nutzen und – wenn möglich – keine Änderungen an den Standards vorzunehmen. Ergebnis dieser Zusammenarbeit soll ein öffentlich zugängliches Best-Practice-Paper sein, das die Integration von eCl@ss in AutomationML beschreibt. Laut Arndt Lüder, Professor an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg und gleichzeitig im Vorstand des Automation ML e.V., ist noch in diesem Jahr geplant, ein erstes Arbeitstreffen durchzuführen.

AutomationML selbst ist bereits in ersten Produkten verfügbar und wird als offener, kostenfreier und XML-basierter Standard innerhalb der IEC 62714 international standardisiert. Der Verein hat derzeit 27 Mitglieder, darunter ABB, Daimler, Kuka und Siemens.

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