Verbindungstechnik/Anschlusstechnik

Günter Herkommer,

Weidmüller will R. Stahl übernehmen

Das Detmolder Unternehmen Weidmüller hat beschlossen, den Aktionären der R. Stahl AG ein öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien zu unterbreiten. Die Unternehmensführung von R. Stahl steht dem ablehnend gegenüber. Mit der Veröffentlichung der Angebotsunterlage sei Mitte Mai zu rechnen.

Dr. Peter Köhler, Vorstandsvorsitzender von Weidmüller zur geplanten Übernahme von R. Stahl: "Gemeinsam können wir unseren Kunden bessere Lösungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten."

© Weidmüller

Der Zusammenschluss von Weidmüller und R. Stahl wäre laut Dr. Peter Köhler, Vorstandsvorsitzender von Weidmüller, „ein wichtiger Schritt, um unseren jeweiligen Kunden eine breitere Produktpalette anbieten zu können und uns damit noch besser im internationalen Wettbewerb aufzustellen. Dieser ist insbesondere geprägt vom weltweit enormen Bedarf im Bereich Automatisierung und industrielle Produktion. Unternehmensgröße erlangt in diesem Umfeld eine entscheidende Bedeutung.“ Mit R. Stahl will Weidmüller das in allen Geschäftsfeldern angestrebte Ziel forcieren, sich vom Komponentenhersteller zum Lösungsanbieter zu entwickeln. Dabei stehen ganzheitliche Verbindungssysteme und Anschlusslösungen im Vordergrund.

Die etablierten Produktportfolien in der Prozess- und Energietechnik ergänzen sich Köhler zufolge ideal. Beide Unternehmen können so unabhängiger von Konjunkturzyklen werden. Weidmüller sei bereits heute ein starker Anbieter und Partner im Maschinen- und Anlagenbau, in der Prozessindustrie, im Bereich Energie und Energieverteilung, in der Verkehrstechnik und Geräteherstellerindustrie. R. Stahl wiederum sei ein führender Anbieter von Produkten und Systemen in der Prozessindustrie weltweit mit einem Fokus auf den Explosionsschutz. Der deutsche Standort Waldenburg von R. Stahl soll nach dem Zusammenschluss die Zentrale für die Führung der Geschäfte in der Prozessindustrie bleiben.

Beim Vorstand von R. Stahl ist derzeit keine Zustimmung für die geplante Übernahme vorhanden. In einer entsprechenden Verlautbarung heißt es: „Bereits im Vorfeld haben Vertreter der Firma Weidmüller das Gespräch mit dem Familienkonsortium als unserem Hauptaktionär gesucht. Das Familienkonsortium hat eine Aufnahme von Gesprächen abgelehnt. In der Vergangenheit wurde R. Stahl häufiger mit Anfragen dieser Art konfrontiert. In all diesen Fällen hat das Familienkonsortium zum Unternehmen gestanden, um die Unabhängigkeit weiter zu bewahren. Wir als Vorstand sind der Meinung, an die positiven Entwicklungen der letzten Jahrzehnte anknüpfen und das Unternehmen in seiner jetzigen Form weiterhin erfolgreich in die Zukunft führen zu können.“

Im Geschäftsjahr 2013 erzielte Weidmüller einen Konzernumsatz in Höhe von 640,3 Mio. Euro. R. Stahl komme 2013 nach vorläufigen Angaben auf einen Umsatz von 304,4 Mio. Euro. Gegenüber dem Börsenkurs am Tag vor Bekanntgabe des Übernahmeangebots (10. April) bedeutet der Angebotspreis in Höhe von 47,50 Euro eine Prämie von 47,9 %. Weidmüller wird die Angebotsunterlage zur Gestattung bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einreichen.

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