Reichelt Elektronik

Günter Herkommer,

Umfrage - Elektronische Projekte heute vs. früher

Der Distributor Reichelt Elektronik hat 500 Arbeitnehmer aus den Bereichen Software-Design, Technik, Entwicklung, Programmierung, IT und Einkauf befragt: Ist es heute leichter oder schwieriger als noch vor fünf Jahren, elektronische Projekte durchzuführen?

Wo liegen die Schwierigkeiten bei der Durchführung von Projekten? Was stellt die Einkäufer zufrieden?

© Reichelt Elektronik

In den letzten Jahren hat sich die Distributionslandschaft stark verändert, bedingt durch eine starke Internationalisierung und Segmentierung des Marktes. Herausforderungen wie die Knappheit von Bauteilen und somit gestiegenen Preisen sowie längere Lieferzeiten für einige Komponenten kamen zusätzlich in einigen Bereichen hinzu.

Mit 44 % ist aber die überwiegende Mehrheit der von Reichelt Elektronik Befragten der Meinung, dass elektronische Projekte heute leichter durchzuführen sind als noch vor fünf bis zehn Jahren. 12 % geben an, heutzutage größeren Schwierigkeiten zu begegnen als früher; 37 % stellen keine signifikante Veränderung fest.  

Die Erleichterung liegt vor allem an der breiteren Produkt-Auswahl bei Distributoren (71 %) und der gesteigerten Leistungsfähigkeit von Bauteilen (61 %) – und damit einer größeren Vielfalt an Möglichkeiten, die Komponenten einzusetzen. Zudem spiegele sich in den Ergebnissen wider, dass vor allem jüngere Fachkräfte im Alter von 18 bis 24 Jahren (71 %) auch im beruflichen Umfeld auf Online-Ressourcen wie Communities und Bauanleitungen vertrauen. Der Raspberry Pi ist hierbei ein gutes Beispiel für ein Produkt, dessen große Beliebtheit auch im Industrie-Umfeld nicht zuletzt auf eine florierende Online-Community zurückzuführen ist.

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Erschwerende Faktoren bei der Projekt-Durchführung

Trotz dieser positiven Veränderungen stoßen die Verantwortlichen bei der Planung und Ausführung von elektronischen Projekten immer wieder auf Herausforderungen, die im schlimmsten Fall sogar zum Scheitern des Vorhabens führen. So hat rund ein Drittel der Befragten schon einmal ein Projekt abbrechen müssen, weil die benötigten Komponenten nicht verfügbar oder zu teuer waren.

Außerdem sehen sich die Verantwortlichen mit folgenden Schwierigkeiten konfrontiert:

  • Entwicklungszyklen werden immer kürzer (47 %)
  • Viele Bauteile sind qualitativ nicht hochwertig (42 %)
  • Der Distributor tauscht den Hersteller aus, wodurch sich Produkteigenschaften ändern (33 %)
  • Bestellte Waren kommen nicht oder zu spät an, was zu Produktionsstillstand führt (31 %)
  • Falsche oder unzureichende technische Informationen der Hersteller (30 %)

Bei den Faktoren, die elektronische Projekte heutzutage erschweren, ist eine Diskrepanz der Befragten nach Geschlecht festzustellen: Während Männer vor allem die sich erachten (46 %), bemängeln Frauen mit überwiegender Mehrheit die Qualität der heutigen Bauteile (69 %).

Qualität vor Quantität

Insgesamt sind Kunden beim Einkauf elektronischer Komponenten vor allem zufrieden:

  • Wenn die Qualität der Bauteile sehr gut ist (56 %)
  • Wenn sie den günstigsten Preis bekommen haben (43 %)
  • Wenn alle Bauteile gut zusammenpassen und keine Kompatibilitätsprobleme auftreten           (43 %)
  • Wenn die benötigten Bauteile alle auf Lager sind und schnell geliefert werden (41 %)
  • Wenn sie gut und kompetent beraten werden (38 %)
  • Wenn sie sich sicher sein können, dass die benötigten Bauteile auch kommen (Liefersicherheit) (37 %)
  • Wenn sie unkompliziert auf kompetente Beratung zugreifen können (gute Produktbeschreibungen, leicht zu findende Hotline-Nummer) (32 %)
  • Wenn die kundenspezifischen Bedürfnisse mit innovativen Produkten erfüllt werden können (30 %)

Während vor allem der jüngeren Altersgruppe (18-24) gute und kompetente Beratung wichtig ist, legen erfahrenere Arbeitnehmer besonderen Wert auf die Qualität der Bauteile. So erachtet mit rund 62 % ein signifikanter Anteil der 35- bis 44-Jährigen dieses Merkmal als wichtigstes Kriterium beim Einkauf.

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