Stromtankstellen
Ulm/Neu-Ulm baut öffentliche Ladeinfrastruktur auf
Die SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm und die Daimler-Tochter car2go haben gemeinsam mit den Technologiepartnern Mennekes und der FG.de-Unternehmensgruppe das Zeitalter der Elektromobilität in Ulm und Neu-Ulm eingeläutet. Erprobt wird das Konzept an Elektroautos vom Typ Smart, die von der Bevölkerung zeitweise gemietet werden können.
Enthüllten am 29. Juni gemeinsam die erste Ladesäule (v.l.n.r): Volker Lazzaro, Geschäftsführer Mennekes Elektrotechnik, Jürgen Schäffner, Geschäftsführer der SWU, Florian Fritsch, Geschäftsführer von FG Green Tech, Ivo Gönner, Oberbürgermeister der Stadt Ulm, und Robert Henrich, Geschäftsführer von car2go.
© car2go GmbHAb Anfang August sind in der car2go-Flotte die ersten fünf elektrisch betriebenen „Smart fortwo“ anmietbar. Die Voraussetzung dafür schafft die SWU mit der Inbetriebnahme der ersten fünf Stromtankstellen. In den Sommermonaten soll das Stromtankstellennetz dann auf 24 „Stromzapfsäulen“ in den beiden Donaustädten ausgebaut werden. Die Elektrofahrzeuge sind dabei klimaneutral unterwegs, denn die Ladestationen werden ausschließlich mit „Naturstrom“ versorgt. Bis Ende 2012 können dort alle Elektrofahrzeuge, also auch E-Bikes oder Elektroroller, gratis aufgetankt werden. Voraussetzung dafür ist die neue kostenlose Strom-Tankkarte der SWU, die Inhaber der so genannten SchwabenCard erhalten können.
Die neuen Smart-Spot-Ladestationen des Projektpartners Mennekes sind mit zwei alternativen Ladeanschlüssen ausgestattet: Einem Mode-3-Ladeanschluss, der intelligentes Laden durch die Kommunikation mit dem Fahrzeug ermöglicht, und einer normalen Schuko-Steckdose für Fahrzeuge wie Elektroroller oder E-Bikes, die über keine Kommunikationsschnittstelle verfügen. Die Freischaltung erfolgt berührungslos über die SWU-Strom-Tankkarte, sodass ein Missbrauch der Ladestationen ausgeschlossen ist. Ein Info-Display gibt Informationen zur Bedienung und zeigt an, wie viel Energie bezogen wurde.
Tankstelle suchen und bezahlen per Smartphone
FG.de, Spezialist für Smart Metering und eMobility-Technologien, wird gemeinsam mit der SWU die zentrale Leitstelle für das Zapfsäulennetz sowie die Schnittstelle zur einzelnen Stromladesäule entwickeln. Die Leitstelle ermöglicht das Monitoring der Ladevorgänge, die Verwaltung der Kundendaten sowie die Überwachung aller Ladesäulen. Dabei steht insbesondere der car2go-Benutzer im Fokus. Er kann über das Internet den Ladestand seines Fahrzeugs abfragen oder mit Hilfe seines Smartphones die nächste freie Ladesäule finden und reservieren. Sollte ein Fehler auftreten, kann das Problem mittels Fernwartung behoben werden.
Die intelligente Prozesskontrolle des Ladevorgangs ermöglicht mit der Übertragung von Kundendaten und Messwerten künftig auch die Nutzung der Fahrzeugbatterien als Zwischenspeicher - und damit die Integration der Elektrofahrzeuge in das Smart Grid (intelligentes Stromnetz). Über Schnittstellen können dabei ab 2012 sowohl der car2go-Betrieb als auch nicht registrierte E-Autofahrer abgerechnet werden - entweder über die Integration der bestehenden Abrechnungssysteme von car2go und SWU oder über die Anbindung von Bezahlsystemen, die beispielsweise das Bezahlen mit dem Mobiltelefon erlauben. Denkbar seien auch Szenarien mit zeit- und stromabhängigen Tarifen, so dass der Verbraucher je nach Bedarf aus verschiedenen Tarifen wählen kann.
Die durchschnittliche Reichweite des „Smart fortwo electric drive“ von rund 135 Kilometern ermöglicht es, dass die meisten Kunden das car2go wie gewohnt auf einem beliebigen Stellplatz im Geschäftsgebiet abstellen können, da die durchschnittlich je Mietvorgang zurückgelegte Strecke in Ulm zwischen fünf und acht Kilometer beträgt. Erst wenn der Ladezustand unter einem bestimmten Schwellenwert liegt, muss das Fahrzeug zum Aufladen an eine der Ladestationen gebracht und die Miete dort beendet werden.













